
Abbildungsbeschreibung:
Das Schaubild E 5.1: “Nürnberger Modell: Übergang Schule - Ausbildung Stand: Juni 2025“ gibt einen Überblick über das System des Übergangsmanagements von Schule zur Ausbildung in Nürnberg. Im oberen Teil ist links der Link www.uebergangsmanagement.nuernberg.de abgebildet. Die Überschrift darunter lautet „Nürnberger Modell: Übergang Schule – Ausbildung“ mit der Unterschrift „BO-Arbeit Mittelschulen, Bildungsbüro, Netzwerk Schule-Wirtschaft“
• Von links nach rechts sind fünf beschriftete Säulen angeordnet:
1. Säule: „7. bis 10. Jahrgangsstufe“ (jeweils ein Säulensegment pro Jahrgangsstufe, im gleichen Abstand von unten nach oben)
2. Säule: „Berufsberatung (Agentur für Arbeit)
3. Säule: „Portfolio“
4. Säule: „Berufseinstiegsberatung: Berufsentwicklungsgespräche“
5. Säule: „QP: Qualifiziertes Programm“
• Daran schließen rechts beschriftete Boxen / Felder in sechs Ebenen an, die von unten nach oben angeordnet sind und den Jahrgangsstufen zugeordnet sind.
1. Ebene = 7 Jahrgangsstufe: linke Box „Berufsorientierungsprogramm: Potenzialanalyse“ und rechte Box „Berufsorientierungsmaßnahme: Talente entdecken“
2. Ebene = 8. Jahrgangsstufe: eine Box „Berufsorientierungsprogramm: Praxisorientierte Berufsorientierungstage“
3. Ebene = 8. Jahrgangsstufe: eine Box „SCHLAU 8“
4. Ebene = 8. bis 10. Jahrgangsstufe: von links nach rechts: Box „SCHLAU 9 (10)“, Box „Quapo – Förderunterricht – Berufsorientierung“ und Box: „Berufseinstiegsbegleitung“
5. Ebene = nach 9./10. Jahrgangsstufe: von links nach rechts Box: „Jugendberufsagentur Anlaufstelle“, Box: „SCHLAU Berufsschulberatung“, Box: „Berufsvorbereitungsjahr“ und Box „Weiterführende Schulen“
6. Ebene = nach 9./10. Jahrgangsstufe: Box „Berufliche Schulen“
• Rechts neben den Boxen der dritten und vierten Ebene ist eine Säule mit der Beschriftung „KIT: Keep in Touch“ angeordnet, die sich auf die Jahrgangsstufen 8.-10. bezieht.
• Die Farbgebung der Boxen bezieht sich auf die Bereiche, zu denen die Angebote gerechnet werden können und auf die Finanzierung. In der Legende werden aufgezählt: Instrumente, Beratungsangebote, städtisch mitfinanzierte BO-Maßnahmen, BO-Maßnahmen, Berufsorientierungsprogramm, Schulen (im Anschluss an Mittelschule).
Rot umrandet, das heißt mit städtischen Mitteln mitfinanziert, sind die Boxen BOP, SCHLAU 8 und SCHLAU 9, QUAPO und KIT.
Die Inhalte der Säulen und Boxen werden im Datenblatt E 5-1 sowie in den Datenblättern E 5-2 bis E 5-4 genauer erläutert.
Bildungsbüro der Stadt Nürnberg.
Das kommunale System des Nürnberger Übergangsmanagements will seit 2010 Angebote und Prozesse im Netzwerk der Akteure aus Schule, Arbeitsverwaltung und außerschulischer Bildung systematisieren und koordinieren. Erklärtes Ziel ist, jungen Menschen den Übergang von der (Mittel-)Schule in das Berufsleben zu erleichtern. Frühzeitig ansetzende Angebote zur Berufsorientierung (BO) sollen deshalb möglichst passgenau vor allem diejenigen Schülerinnen und Schüler unterstützen, die nicht auf ausreichend eigene Ressourcen zugreifen können.
Im Folgenden werden Maßnahmen und Änderungen kurz beschrieben (im Schaubild Abb. E 5.1 von links nach rechts). Eine Komplettübersicht aller Angebote, die vom Bildungsbüro in Zusammenarbeit den Partnern in der Jugendberufsagentur laufend auf dem aktuellen Stand gehalten wird, findet sich unter: uebergangsmanagement.nuernberg.de.
Die Berufsberatung der Agentur für Arbeit ist die zentrale Stelle, die junge Menschen in allen Fragen rund um die Berufswahl unterstützen möchte. Im Rahmen des Konzepts der lebensbegleitenden Berufsberatung wurde das Angebot der Berufsberatung vor dem Erwerbsleben an den Schulen weiter ausgebaut und der Kontakt zu Lehrkräften sowie Multiplikatorinnen und Multiplikatoren verstärkt.
Die Berufsorientierung an Mittelschulen (BO-Arbeit Mittelschulen) wurde weiter strukturiert und systematisiert. Die Koordinatorinnen und Koordinatoren für Berufsorientierung (KBO) an den Schulen und im Schulverbund übernehmen hier eine wichtige Multiplikationsfunktion für die Netzwerkarbeit. Das „Nürnberger Portfolio“ bietet weiterhin die Möglichkeit, den BO-Prozess umfangreich zu dokumentieren. Die 2020/21 pilothaft eingeführten Beruflichen Entwicklungsgespräche BEG (BEG – Berufsentwicklungsgespräche – Staatliches Schulamt in der Stadt Nürnberg), die auf eine noch engere Zusammenarbeit mit Erziehungsberechtigten und Begleitenden in der BO abzielen, waren im Schuljahr 2024/25 an 16 Mittelschulen fester Bestandteil der Elternarbeit.
Auch das Qualifizierte Praktikum - QP ist nun das Standard-Instrumentarium für das Schülerpraktikum an den Mittelschulen.
Das Berufsorientierungsprogramm (BOP) (vgl. E 5.2), ein Programm des Bundesministeriums für Bildung und Forschung219 im Rahmen der Initiative „Bildungsketten“, bildet die Grundlage der weiteren Berufsorientierung in den Mittelschulen.
Dabei sind die Berufsorientierungsmaßnahmen nach § 48 SGB III (BO-Module) das zentrale Element. Diese werden vom Staatlichen Schulamt in der Stadt Nürnberg in Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit geplant und jeweils paritätisch von der Bundesagentur für Arbeit und dem Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus (StMUK) finanziert.
Aufgrund von Kürzungen im Gesamtbudget wurden im Schuljahr 2023/24 die Platzzahlen deutlich reduziert: Für die BO-Module (inklusive SCHLAU) standen anstelle von 1 609 im Vorjahr insgesamt lediglich 883 Plätze zur Verfügung, 2024/25 blieb die Platzzahl stabil. 130 der 883 Plätze entfielen dabei auf das Modul „Talente entdecken“, das vom Bildungsträger DAA Nürnberg durchgeführt wurde.
Mit insgesamt 665 Plätzen für Teilnehmende in SCHLAU 8 (Vorentlassklassen) und SCHLAU 9 (Entlassklassen) (E 5.4) liegt der Schwerpunkt der BO-Mittel beim etablierten städtischen Angebot des Übergangsmanagements.
Das Angebot IBOS, das langjährig an der MS Scharrerstraße und MS Hummelsteiner-Weg durchgeführt wurde, endete mangels Kofinanzierung des Freistaats Bayern endgültig im August 2025.
Für das nachfolgende Schuljahr 2025/26 hatte die Agentur für Arbeit eine kombinierte BO-Maßnahme (KomBO) mit ingesamt 720 Plätzen für Mittelschülerinnen und Mittelschüler der Vorentlass- und Entlassklassen ausgeschrieben. Das KomBO-Konzept integriert die nachweislich erfolgreichen Elemente von IBOS wie die hohe Praxisorientierung, die jahrgangsübergreifende Arbeit und die enge, auch örtliche Anbindung an die Schulen und wird ab Schuljahr 2025/26 das einzige buchbare BO-Modul sein. Für die Durchführung von KomBO wird SCHLAU (E 5.4) als erfahrener Träger die Verantwortung tragen.
QUAPO (E 5.4) ergänzt als weiteres städtisches Angebot die Berufsorientierung in den Schulen für die Jahrgangsstufen 8 und 9 mit unterstützendem Förderunterricht zur Erreichung des Schulabschlusses und individueller Beratung.
Das Angebot der Berufseinstiegsbegleitung (BereB) bildete mit 221 Teilnahmeplätzen auch in den Schuljahren 2023/24 und 2024/25 eine wichtige Säule im Nürnberger Modell. Es wurde vom Kolping-Bildungswerk durchgeführt.
Seit 2021 stand die Fortführung der Maßnahme mehrfach in Frage, weil die Kofinanzierung des Freistaats Bayern nicht gesichert war. Die Finanzierungszusage kommt vergleichsweise spät im Jahr, sodass BereB im Gegensatz zu anderen Angeboten jeweils erst zum Halbjahr der 8. Jahrgangsstufe beginnt und in der 9. Jahrgangsstufe fortgeführt wird.
Das Projekt KIT – Keep in Touch, das vom Jugendamt koordiniert und von der Noris-Arbeit (NOA) gGmbH seit 1.9.2022 durchgeführt wird, zählt nicht zum schulischen Übergangsmanagement im engeren Sinne. Hier werden junge Menschen niedrigschwellig beraten und begleitet, die mit Blick auf die Regelsysteme entkoppelt bzw. von Entkopplung bedroht sind. Ebenso richtet sich das Angebot an sogenannte Careleaver220 aus der stationären Jugendhilfe. Bis September 2025 wurden 266 Jugendliche und junge Erwachsene bis 27 Jahre durch das Projekt begleitet.221 Davon waren insgesamt 57 von Obdachlosigkeit oder von Ausgrenzung auf dem Wohnungsmarkt betroffen. 216 Teilnehmer waren ausländischer Herkunft, davon waren 107 aus „Drittstaaten“. 4 Teilnehmende hatten eine Behinderung. KIT wird über das ESF+-Förderprogramm „Jugend stärken: Brücken in die Eigenständigkeit“ finanziert.
Im Rahmen der Einzelfallarbeit unterstützt auch die Jugendsozialarbeit an Schulen (JaS) die Mittelschülerinnen und Mittelschüler bei der Berufsorientierung und übernimmt hier oft eine Vermittlungsfunktion im Übergangsmanagement (vgl. D 7.6). Über den Einzelfall hinaus organisiert JaS bei Bedarf und in Abstimmung mit der Schule Angebote zur beruflichen Orientierung für Gruppen und Klassen, z.B. Kompetenz- und Bewerbungstrainings.
Die Vernetzung mit den Kammern und Arbeitgebenden geschieht insbesondere im Netzwerk Schule-Wirtschaft und im Angebot QP – Qualifiziertes Praktikum. Hier wurde in den letzten beiden Schuljahren unter anderem ein vereinfachtes Bewerbungsformular für das Schülerpraktikum entwickelt.
Auch die Kammern (Handwerkskammer für Mittelfranken und Industrie- und Handelskammer Nürnberg für Mittelfranken) bieten Orientierungs- und Beratungsangebote rund um die Ausbildung, wie z.B. Ausbildungs- und Vermittlungsbörsen. Mit den IHK-AusbildungsScouts existiert ein Peer-to-Peer-Angebot, über das Schülerinnen und Schüler Informationen zu Ausbildungsberufen aus erster Hand erhalten können.
- 219 Jetzt Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ).
- 220 Als „Careleaver“ werden junge Erwachsene bezeichnet, die einen Teil ihres Lebens in der stationären Jugendhilfe verbracht haben und sich am Übergang in ein eigenständiges Leben befinden (vgl. Sting, Stefan/Groinig, Maria (2020): Care Leaver und Familie. In: Ecarius, Jutta/Schierbaum, Anja (2020): Handbuch Familie, Wiesbaden. 2019; www.doi.org/10.1007/978-3-658-19861-9_37-1, letzter Zugriff: 24.10.2025).
- 221 Die Zählung der Teilnehmenden bezieht sich auf die Gesamtprojektlaufzeit, nicht auf ein Berichtsjahr.