5.2 Berufsorientierungsprogramm

Das Berufsorientierungsprogramm (BOP), ein Programm des BMBFSFJ im Rahmen der Initiative Bildungsketten, bildet in Nürnberg die Grundlage der weiteren Berufsorientierung an Mittelschulen. Die Durchführung erfolgt durch die Noris-Arbeit (NOA) gGmbH und die bfz gGmbH – Mittelfranken. Das Programm wird seit 2011 an allen staatlichen Mittelschulen und einer privaten Mittelschule sowie an 8 (sonderpädagogischen) Förderzentren durchgeführt. Der erste Baustein des BOP ist die 2-tägige Potenzialanalyse (PA), die eine reflektierende Auseinandersetzung mit den eigenen Fähigkeiten und Interessen der Schülerinnen und Schüler in den Vordergrund stellt. Darauf aufbauend finden die 2-wöchigen praxisorientierten BO-Tage (vormals „Werkstatt-Tage“) statt. Diese dienen dazu, einen praxisorientierten Einblick in relevante Berufsfelder zu geben und handlungsorientiert entsprechende Tätigkeiten zu erproben.
 

Schülerinnen und Schüler der 8. Jahrgangsstufen nehmen im Regelfall gemeinsam im Klassenverband am Programm teil und arbeiten dann in Kleingruppen. Im abgeschlossenen Schuljahr 2023/24 wurden so 1 242 Schülerinnen und Schülern aus Mittelschulen und 171 aus Förderzentren erreicht.

Während die NOA ausschließlich Mittelschulen und Förderzentren betreut, führt das bfz gGmbH – Mittelfranken das BOP entsprechend angepasst auch an 7 Real- bzw. Wirtschaftsschulen sowie an einigen Gymnasien durch. Mit der Verlegung von BOP in die Werkstätten in der Gutenstetter Straße hat die NOA die Möglichkeiten zur praxisnahen Erkundung der Berufsfelder deutlich erweitert. Die mittlerweile digitalisierte Übergabe der Testergebnisse aus der Potenzialanalyse vereinfacht die Weiterarbeit in der schulischen Berufsorientierung.

Lediglich die Berufseinstiegsbegleitung (E 5.1) und das Berufsorientierungsprogramm (BOP) stehen Schülerinnen und Schülern sowohl der Mittelschulen wie auch der Förderzentren zur Verfügung. Durch Differenzierung und Anpassung des Lerntempos kann in der Praxis adäquat auf unterschiedliche Voraussetzungen eingegangen werden. Die Auswertungen der Kompetenzprofile zeigen, dass auch Förderschülerinnen und Förderschüler teilweise Ergebnisse erzielen, die über dem Durchschnitt der Referenzgruppe aller Teilnehmenden liegen. Nach Aussage der Träger ist das Zusammentreffen der Lernenden aus Mittel- und Förderschulen während des BOP und das vereinzelte Zusammenarbeiten in einer Gruppe als sehr positiv zu bewerten.

Das BOP-Team der NOA stand in intensivem Austausch mit dem Projekts BeSOS222 und verwendet das dortige Modell zur Weiterentwicklung. Im Projekt werden Instrumentarien und Handreichungen erprobt, die darauf abzielen, die berufliche Orientierungsfähigkeit von psychisch belasteten Schülerinnen und Schülern zu stärken.

  • 222 Das Projekt BeSOS (Beratungsinstrumentarium zur Stärkung der beruflichen Orientierungsfähigkeit von Schülerinnen und Schülern mit psychischer Belastung) wird als Teil der Initiative zur Schließung der Bildungsketten durchgeführt; www.besos-sachsen.de, letzter Zugriff: 24.10.2025.