1. Einleitung

Im Folgenden werden zentrale Informationen zum Bildungsgeschehen in Nürnberg dargestellt. Dazu zählen grundlegende Daten zu Bildungsabschlüssen und Finanzen sowie eine systematische Übersicht aller Bildungsbereiche.

Der Abschnitt „Lernen im Lebenslauf“ (B 2) definiert den thematischen Rahmen des vorliegenden Bildungsberichts. Entlang der Lebensspanne, von der frühen Kindheit bis ins höhere Erwachsenenalter, existiert ein vielschichtiges System formaler Bildungsangebote und Einrichtungen, das dem Erwerb anerkannter Abschlüsse und Qualifikationen dient. Demgegenüber findet non-formales Lernen außerhalb dieser etablierten Strukturen statt und führt in der Regel nicht zu formalen Abschlüssen.

Nach Daten der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder, veröffentlicht im Nationalen Bildungsbericht „Bildung in Deutschland 2024“, wurden im Jahr 2021 mehr als vier Fünftel der gesamten Bildungsausgaben in Deutschland von der öffentlichen Hand getragen.27 Im Finanzierungsmix entfielen 9,2 % auf den Bund, 58,6 % auf die Länder und 18,8 % auf die Kommunen. Für die Darstellung der städtischen Bildungsausgaben greift der Nürnberger Bildungsbericht seit 2015 auf Angaben aus dem Produkthaushalt der Stadt Nürnberg zurück (B 3.1). Damit steht ein fortschreibbares Berichtssystem zur Verfügung, das auch Längsschnittbetrachtungen und Zeitvergleiche ermöglicht.

Der investive Aspekt der kommunalen Finanzplanung in Nürnberg wird durch den Mittelfristigen Investitionsplan (MIP) abgebildet, der jeweils für ein Planjahr sowie drei Folgejahre erstellt wird. Der aktuelle MIP für die Jahre 2025 bis 2028 weist hohe Investitionen im Bereich der Nürnberger Schulen aus (vgl. B 3.2).

Die Darstellung der allgemeinbildenden und beruflichen Bildungsabschlüsse der Nürnberger Bevölkerung basiert auf Selbstauskünften der Befragten der Wohnungs- und Haushaltserhebung des Amts für Stadtforschung und Statistik für Nürnberg und Fürth (vgl. B 4).

  • 27 Vgl. Autor:innengruppe Bildungsberichterstattung (2024): Bildung in Deutschland 2024, Bielefeld, S. 68, Tab. B3-5web.
Grundinformationen zur Bildung in Nürnberg

B 2. Lernen im Lebenslauf

Die Abbildung „Lebenslanges Lernen in der Stadt“ entwirft ein systematisches und möglichst umfassendes Bild der Bildungslandschaft entlang des Lebenslaufs. Der Nürnberger Bildungsbericht zeichnet, beginnend mit Kapitel C zur Frühkindlichen Bildung bis Kapitel G zur Weiterbildung, den Bildungsweg entlang der Lebensspanne nach.

Lernen beginnt in der Familie und findet dann mit der frühkindlichen Bildung erstmalig institutionalisiert und systematisch in Kindertageseinrichtungen im verbindlichen Rahmen nach dem Bildungs- und Erziehungsplan statt. Bildungsprozesse sind ab dem schulischen Primarbereich stark geprägt durch zertifikatsgebundenes Lernen in Schulen, Hochschulen, Akademien und bei weiteren Bildungsträgern.

Das non-formale Lernen in allen Phasen des Lebens ist demgegenüber nicht an bestimmte Abfolgen oder formale Aufnahmebedingungen gebunden, sondern wird durch Neigungen und Gelegenheiten bestimmt. Der Bildungsbericht folgt bei der Betrachtung des non-formalen Lernens in Kapitel H nicht ausschließlich der Perspektive des Lebenslaufs, sondern nimmt auch Analysen nach Sparten, Themen und Einrichtungen vor.

B 3. Kommunale Bildungsausgaben

3.1 Bildungsausgaben und - einnahmen

3.2 Investitionen in Bildung

Ein Blick auf den Mittelfristigen Investitionsplan (MIP) in Nürnberg gibt Hinweise auf Umfang und Gewichtung der geplanten Investitionen. Er umfasst für die Jahre 2025 bis 2028 ein Gesamtvolumen von 2 438,53 Millionen Euro. In den „bildungsrelevanten“ Kategorien Schulen, Kindertageseinrichtungen, Grün- und Spielplätze sowie Sport, Freizeit und Kultur sind Investitionen in Höhe von 1 284,9 Millionen Euro angesetzt (Abb. B 2.1); das entspricht einem Anteil am Gesamtvolumen von 52,7 %.

Der Bereich Schulen stellt mit Bruttoinvestitionen in Höhe von 634,6 Millionen Euro (davon 415,9 Millionen durch die Stadt Nürnberg) im Betrachtungszeitraum das größte Investitionssegment dar.

In der Kategorie Kindertageseinrichtungen ist gegenüber dem letzten Berichtszeitraum 2022–2025 (117,3 Millionen Euro) ein deutlicher Anstieg der Gesamtinvestitionen auf 152,2 Millionen Euro zu verzeichnen. 

Das Segment Freizeit, Sport und Kultur, dem Einrichtungen der non-formalen Bildung zuzuordnen sind, vervierfachte sich gegenüber 2022–2025 für den Zeitraum 2025–2028 mit Gesamtinvestitionen in Höhe von 424,6 Millionen Euro. Hier beträgt der städtische Anteil 39,2 %.

Die umfangreichsten Investitionsobjekte (über 10 Millionen Euro) im Bildungsbereich sind die Kulturentwicklungsmaßnahme Kongresshalle (173,9 Millionen Euro) und der Ergänzungsbau Oper an der Kongresshalle (77,2 Millionen Euro), der Neubau des Schulzentrums Südwest (116,8 Millionen Euro), der Neubau von Grundschule und Hort in der Gertrud-Steinl-Straße (59 Millionen Euro), der Neubau des Martin-Behaim-Gymnasiums (47,1 Millionen Euro), der Neubau des Schulzentrums Breslauer Straße (36,7 Millionen Euro), die Schulerweiterung des Neuen Gymnasiums (17,4 Millionen Euro), die Sanierung der Uhlandschule (42 Millionen Euro), die Sanierung der Sporthallen BBZ (31,4 Millionen Euro), der Neubau der Turnhalle in der Parlerstraße (19,2 Millionen Euro) und der Neubau des Horts Neue Hegelstraße (16 Millionen Euro).

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B 4. Bildungsstand und Bildungsabschlüsse

Die Wohnungs- und Haushaltserhebung des Amts für Stadtforschung und Statistik für Nürnberg und Fürth gibt Auskunft über den Stand der formalen Bildung in Nürnberg. Die Auswertung basiert auf den Selbstauskünften der Befragten, bildet sieben Altersgruppen ab und umfasst sowohl allgemeinbildende als auch berufliche Abschlüsse der Nürnbergerinnen und Nürnberger.

Im Jahr 2023 verfügten 73 % der Nürnbergerinnen und Nürnberger im Alter von 25 bis 34 Jahren über die Hochschulreife. Dieser Anteil blieb im Vergleich zu 2021 konstant (ebenfalls 73 %). In der Altersgruppe der 55- bis 64-Jährigen lag der Anteil mit Hochschulreife deutlich niedriger bei 41 % (2021: 45 %). Über alle Altersgruppen hinweg hatten 2023 etwas mehr als die Hälfte (51 %) die Hochschulreife erlangt. Der Anteil der Personen mit mittlerer Reife lag bei rund einem Fünftel (21 %).

Auch bei den beruflichen Bildungsabschlüssen zeigt sich ein differenziertes Bild: Knapp zwei Drittel (63 %) der 25- bis 34-Jährigen verfügten 2023 über einen (Fach-)Hochschulabschluss. In der älteren Vergleichsgruppe der 55- bis 64-Jährigen lag dieser Anteil lediglich bei 28 %. Über alle Altersgruppen hinweg blieb der Anteil an Personen mit (Fach-)Hochschulabschluss mit 41 % gegenüber 2021 konstant.

Der Trend hin zu höheren Abschlüssen in den jüngeren Generationen ist weiterhin sichtbar. Gleichzeitig stiegen die Anteile an höheren Bildungsabschlüssen – anders als in den vorherigen Bildungsberichten berichtet – zwischen 2021 und 2023 nicht weiter an.