Die Hochschullandschaft am Studienort Nürnberg ist durch eine große institutionelle Vielfalt geprägt. Sie umfasst unter anderem die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, die bereits im Jahr 1743 gegründet wurde, sowie die Technische Hochschule Nürnberg mit 13 000 Studierenden – eine der größten Hochschulen für angewandte Wissenschaften in Deutschland. Neu hinzugekommen ist die Technische Universität Nürnberg, die sich durch ihre digitale und internationale Ausrichtung auszeichnet. Ergänzt wird das Angebot durch die Akademie der Bildenden Künste Nürnberg, die als älteste Kunstakademie im deutschsprachigen Raum gilt, sowie die Hochschule für Musik, die Evangelische Hochschule Nürnberg und den Campus Nürnberg der FernUniversität Hagen. Auch private Hochschulen und Studienzentren sind wichtige Elemente der Hochschulstruktur. Insgesamt entsteht so ein mannigfaltiges und anspruchsvolles Studienangebot, das Nürnberg als attraktiven Standort für akademische Bildung positioniert.
Mit der Gründung der Technischen Universität Nürnberg (UTN) am 1. Januar 2021 wurde erstmals seit 1978 wieder eine staatliche Universität in Bayern neu gegründet. Im neuen Stadtquartier Lichtenreuth im Süden Nürnbergs entsteht neben Wohnquartieren ein urbaner, öffentlich zugänglicher Campus der UTN. Die Universität strebt an, insbesondere im Bereich Künstliche Intelligenz international führend zu sein, trotz ihrer globalen Ausrichtung aber gleichzeitig regional verankert zu bleiben. Neben Forschung und Wissenstransfer in Gesellschaft und Wirtschaft legt die UTN den Fokus auf ein innovatives und digitales Lehr- und Lernkonzept. Langfristig sollen bis zu 6 000 Studierende ihr Studium auf dem neuen Campus aufnehmen. Zum Herbst 2025 startete neben dem bereits bestehenden englischsprachigen Masterstudiengang „AI & Robotics“ der zweite Masterstudiengang „Human and Artificial Intelligence.“ Seit April 2025 ist zudem die Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm mit einem Modulbau auf dem UTN-Campus in Lichtenreuth vertreten, der von der Nürnberg School of Health für den Bereich Gesundheitswissenschaften genutzt wird.
Ein weiterer neuer Campus entsteht am Rathenauplatz: Bis Mitte 2026 soll im ehemaligen Gebäude der Oberpostdirektion, das von der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern erworben wurde, ein Evangelischer Campus Nürnberg aufgebaut werden. Dieser Campus wird der Ausbildung und Wissenschaft im Bereich der Sozial- und Gesundheitsberufe dienen und unter anderem von der Evangelischen Hochschule Nürnberg, den Fachakademien der Rummelsberger Diakonie und weiteren kirchlichen Einrichtungen genutzt werden.249
Die Lehrkräftebildung der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) ist ein historisch gewachsener und wesentlicher Bestandteil der Nürnberger Bildungslandschaft. Die für 2026 geplante Verlagerung des Campus Regensburger Straße auf das Gelände der ehemaligen Schöller-Eisfabrik im Nürnberger Norden konnte aufgrund der Insolvenz eines beteiligten Investors nicht umgesetzt werden. Die Stadt setzt sich weiterhin intensiv dafür ein, dass die Lehrkräftebildung der FAU in Nürnberg erhalten bleibt, und unterstützt aktiv die Suche nach einem langfristigen, attraktiven Standort. Bis zum Bezug neuer Räumlichkeiten ist eine Ertüchtigung der Bestandsgebäude auf dem Campus Regensburger Straße vorgesehen.
Auch die Hochschule für Musik Nürnberg bezog neue Räume: Im März 2025 wurde in der Karl-Grillenberger-Straße in der Nürnberger Innenstadt ein weiterer Standort mit Forschungslaboren für interdisziplinäre Musikforschung, Musikpädagogik und Jazzforschung eröffnet.250
Gute Nachrichten gibt es für Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler, die promovieren möchten. Das seit 1. Januar 2023 geltende Bayerische Hochschulinnovationsgesetz ermöglicht die Promotion nun auch an Hochschulen für Angewandte Wissenschaften und Technischen Hochschulen – zuvor war dies nur in Kooperation mit einer Universität möglich. Im Zuge dessen nimmt 2026 an der Katholischen Stiftungshochschule München das im Verbund mit der Evangelischen Hochschule Nürnberg betriebene neue Promotionszentrum „Menschenorientierte Forschung für innovative Versorgung und Teilhabe“ die Arbeit auf.251
- 249 Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern (2021): Evangelischer Campus Nürnberg, https://ecn.bayern/, letzter Zugriff: 21.8.2025.
- 250 Hochschule für Musik Nürnberg (2025): Neuer Hochschulstandort in der Karl-Grillenberger-Straße, https://www.hfm-nuernberg.de/aktuelles/nachricht/neuer-hochschulstandort-in-der-karl-grillenberger-strasse, letzter Zugriff: 21.8.2025.
- 251 Evangelische Hochschule Nürnberg (2025): Erstes Promotionszentrum an der Katholischen Stiftungshochschule München im Verbund mit der Evangelischen Hochschule Nürnberg, 18.7.2025, https://www.evhn.de/news-promotionszentrum, letzter Zugriff: 7.8.2025.

Abbildungsbeschreibung:
Die Abbildung F 2.1 zeigt ein gestapeltes Säulendiagramm zur Entwicklung der Studierendenzahlen an Hochschulen mit Sitz in Nürnberg für die Wintersemester 2018/19 bis 2024/25. Die X-Achse bildet das jeweilige Wintersemester ab, die Y-Achse zeigt die Gesamtzahl der Studierenden in 5000er-Schritten und verläuft bis 30000. In jedem Jahr ist ein Balken dargestellt, der die Anzahl der Studierenden für jede Hochschule aufzeigt.
Zusammenfassung und Verlauf:
Insgesamt stieg die Zahl der Studierenden von 25868 im Wintersemester 2018/19 auf 27370 im Wintersemester 2020/21 an, sank danach auf 27058 im Wintersemester 2021/22 und weiter auf 25562 im Wintersemester 2024/25.
An der Technischen Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm blieb die Studierendenzahl über den gesamten Zeitraum relativ stabil: von 12559 im Wintersemester 2018/19 über ein Zwischenhoch von 12924 im Wintersemester 2021/22 bis 12547 im Wintersemester 2024/25.
Die Universität Erlangen-Nürnberg, Standort Nürnberg, verzeichnete einen Anstieg von 9231 im Wintersemester 2018/19 auf 10046 im Wintersemester 2020/21, bevor die Zahl bis 9820 im Wintersemester 2024/25 leicht zurückging.
An der Evangelischen Hochschule Nürnberg zeigte sich ein kontinuierlicher Rückgang von 1484 im Wintersemester 2018/19 auf 1239 im Wintersemester 2024/25.
Die FOM Hochschule für Oekonomie und Management, Standort Nürnberg, verlor im Beobachtungszeitraum stark an Studierenden: von 1740 im Wintersemester 2018/19 auf nur noch 655 im Wintersemester 2024/25.
Die Hochschule für Musik Nürnberg blieb mit Werten zwischen 385 im Wintersemester 2019/20 und 470 im Wintersemester 2024/25 relativ konstant, mit einem leichten Anstieg in den letzten Jahren.
Die IU Internationale Hochschule, Standort Nürnberg, wuchs zunächst deutlich von 164 im Wintersemester 2018/19 auf 726 im Wintersemester 2021/22, sank danach jedoch auf 467 im Wintersemester 2024/25.
An der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg blieb die Zahl der Studierenden über den gesamten Zeitraum weitgehend stabil zwischen 283 im Wintersemester 2019/20 und 312 im Wintersemester 2021/22; im Wintersemester 2024/25 lag sie bei 302.
Die Technische Universität Nürnberg nahm erstmals im Wintersemester 2022/23 mit 18 Studierenden den Betrieb auf, im Wintersemester 2023/24 waren es 62.
Wertetabelle:
| Hochschulen | 2018/19 | 2019/20 | 2020/21 | 2021/22 | 2022/23 | 2023/24 | 2024/25 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm | 12559 | 12448 | 12821 | 12924 | 12603 | 12355 | 12547 |
| Universität Erlangen-Nürnberg, Standort Nürnberg | 9231 | 9303 | 10046 | 9788 | 9848 | 9651 | 9820 |
| Evangelische Hochschule Nürnberg | 1484 | 1462 | 1418 | 1325 | 1257 | 1211 | 1239 |
| FOM Hochschule für Oekonomie & Management, Standort Nürnberg | 1740 | 1804 | 1780 | 1549 | 1308 | 1005 | 655 |
| Hochschule für Musik Nürnberg | 389 | 385 | 444 | 434 | 447 | 455 | 470 |
| IU internationale Hochschule, Standort Nürnberg | 164 | 325 | 560 | 726 | 712 | 580 | 467 |
| Akademie der Bildenden Künste Nürnberg | 301 | 283 | 301 | 312 | 297 | 310 | 302 |
| Technische Universität Nürnberg | 18 | 62 | |||||
| Insgesamt | 25868 | 26010 | 27370 | 27058 | 26472 | 25585 | 25562 |
<figcaption>Daten zu Abb. F 2.1: Studierende in Nürnberg nach einzelnen Hochschulen, Wintersemester 2018/19 bis 2024/25</figcaption>
Kommunale Bildungsdatenbank der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder; Bayerisches Landesamt für Statistik.
Nürnberg verfügt über 7 öffentliche Hochschulen: Akademie der Bildenden Künste (ADKB), Evangelische Hochschule Nürnberg, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU), FernUniversität in Hagen Campus Nürnberg, Hochschule für Musik Nürnberg (HfM), Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm (THN) und die neu gegründete Technische Universität Nürnberg (UTN).
Neben diesen öffentlichen Einrichtungen gibt es in Nürnberg zahlreiche private Hochschulen und Studienzentren. Dazu zählen die Campus M University, die Euro Akademie Nürnberg, die Hamburger Fern-Hochschule, die FOM Hochschule für Oekonomie & Management, die Hochschule für angewandtes Management GmbH (HAM), die Hochschule Macromedia, die Iba – Internationale Berufsakademie Campus Nürnberg, die Paracelsus Medizinische Privatuniversität (PMU) und die SAE-Institute (neu ab dem Wintersemester 2024/25).252
In den letzten 7 Jahren lag die Zahl der Studierenden in Nürnberg konstant über 25 000. Die Studierendenzahlen einzelner Hochschulen schwankten jedoch. Laut amtlicher Statistik betrug die Gesamtzahl der Studierenden in Nürnberg im Wintersemester 2024/25 25 585. Da jedoch nicht alle Hochschulen in der Statistik erfasst sind, ist davon auszugehen, dass tatsächlich bis zu 30 000 Studierende in Nürnberg eingeschrieben sind.253
Seit dem Wintersemester 2023/24 werden auch Studierende der Technischen Universität Nürnberg in der Hochschulstatistik aufgeführt. Im Wintersemester 2024/25 waren dort 62 Studierende eingeschrieben.
Die beiden großen Hochschulen Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und Technische Hochschule Nürnberg verzeichneten mit 22 367 Studierenden im Wintersemester 2024/25 die meisten Immatrikulationen. Damit studierten 87,5 % aller Nürnberger Studierenden an einer dieser Einrichtungen.
Die beliebteste Fächergruppe unter den Studierenden in Nürnberg sind die Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, in denen im Wintersemester 2024/25 insgesamt 13 813 Personen eingeschrieben waren. Das entspricht einem Anteil von 54,0 %. Ebenfalls sehr gefragt sind die Ingenieurwissenschaften mit 7 262 Studierenden (28,4 %), vor allem bei männlichen Studierenden: Im Wintersemester 2024/25 waren 70,6 % der Studierenden in dieser Fächergruppe männlich (vgl. F 3.1).
- 252 Stadt Nürnberg, Wirtschaftsförderung Nürnberg (2024): Wissenschaftsstadt Nürnberg, Stand Juli 2024.
- 253 Quelle: Stadt Nürnberg, Wirtschaftsförderung 2025.

Abbildungsbeschreibung:
Die Abbildung F-2.2 zeigt ein gruppiertes Säulendiagramm zur Entwicklung der Herkunft der Studierenden an Hochschulen in Nürnberg. Die Herkunft wird über den Ort des Erwerbs der Hochschulzugangsberechtigung (HZB) angegeben. Die X-Achse bildet fünf Herkunftsregionen ab: Nürnberg, Europäische Metropolregion Nürnberg (ohne Nürnberg), übriges Bayern (ohne Nürnberg und EMN), übriges Deutschland und Ausland. Für jede Herkunftsregion geben 8 Säulen für die Wintersemester von 2017/18 bis 2024/25 den jeweiligen Anteil im Zeitverlauf an. Die Y-Achse zeigt diese Anteile in 5-Prozent-Schritten bis 45 Prozent an.
Zusammenfassung und Verlauf:
Der Anteil der Studierenden mit HZB aus Nürnberg lag im Wintersemester 2017/18 bei 23,4 Prozent und stieg bis zum Wintersemester 2023/24 auf 25,4 Prozent, bevor er 2024/25 auf 24,9 Prozent fiel.
Aus der Europäischen Metropolregion Nürnberg (ohne Nürnberg) kamen im Wintersemester 2017/18 41,6 Prozent der Studierenden. Dieser Anteil ging in den Folgejahren konstant zurück und lag 2024/25 bei 38,7 Prozent.
Der Anteil aus dem übrigen Bayern lag im Wintersemester 2017/18 bei 13,9 Prozent und sank kontinuierlich auf 11,3 Prozent im Wintersemester 2024/25.
Der Anteil der Studierenden mit HZB aus dem übrigen Deutschland war über den gesamten Zeitraum weitgehend stabil und bewegte sich zwischen 13,2 Prozent im Wintersemester 2018/19 und 14,1 Prozent im Wintersemester 2024/25.
Deutlich angestiegen ist der Anteil der Studierenden mit HZB aus dem Ausland. Er lag im Wintersemester 2017/18 bei 7,3 Prozent und erhöhte sich kontinuierlich auf 10,9 Prozent im Wintersemester 2024/25.
Wertetabelle:
| Semester | Nürnberg | EMN (ohne Nürnberg) | in Bayern (ohne Nürnberg und EMN) | Übriges Deutschland | Ausland |
|---|---|---|---|---|---|
| WS 17/18 | 23,4% | 41,6% | 13,9% | 13,9% | 7,3% |
| WS 18/19 | 24,1% | 41,5% | 13,6% | 13,2% | 7,6% |
| WS 19/20 | 24,6% | 41,1% | 13,4% | 13,4% | 7,5% |
| WS 20/21 | 24,8% | 40,5% | 13,0% | 14,0% | 7,6% |
| WS 21/22 | 25,0% | 40,0% | 12,8% | 14,1% | 8,1% |
| WS 22/23 | 25,3% | 39,9% | 12,2% | 14,0% | 8,6% |
| WS 23/24 | 25,4% | 39,6% | 11,8% | 13,9% | 9,2% |
| WS 24/25 | 24,9% | 38,7% | 11,3% | 14,1% | 10,9% |
Kommunale Bildungsdatenbank der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder; Bayerisches Landesamt für Statistik; Hochschulstatistik.
Herkunft der Studierenden nach Ort des Erwerbs der Hochschulzugangsberechtigung. EMN: Europäische Metropolregion Nürnberg.
Einen Hinweis darauf, aus welcher Region die Studierenden an Nürnberger Hochschulen kommen, kann der Ort geben, an dem sie ihre Hochschulzugangsberechtigung erworben haben (Abb. F 2.2). Im Wintersemester 2024/25 verfügten 24,9 % der hiesigen Studierenden über eine Hochschulzugangsberechtigung aus Nürnberg.
Die Anzahl an Studierenden mit einer Hochschulzugangsberechtigung aus der Europäischen Metropolregion Nürnberg (EMN) hat leicht abgenommen, sie sank von 10 809 Studierenden im Wintersemester 2017/18 auf 9 899 Studierende im Wintersemester 2024/25. Dennoch stellen diese Studierenden mit 38,7 % immer noch die größte Gruppe unter den an den Nürnberger Hochschulen Immatrikulierten.
Auch die Zahl derjenigen, die aus dem restlichen Bayern zum Studium nach Nürnberg gekommen sind, ging von 3 602 Studierenden im Wintersemester 2017/18 auf 2 896 Studierende im Wintersemester 2024/25 zurück.
Der Anteil der Studierenden, die aus dem übrigen Deutschland nach Nürnberg zugezogen sind, ist über die Jahre mit durchschnittlich rund 14 % nahezu konstant geblieben.
Auffallend ist, dass die Anzahl an Studierenden in Nürnberg mit einer im Ausland erworbenen Hochschulzugangsberechtigung seit dem WS 2019/20 kontinuierlich von 1 948 Studierenden bis auf 2 776 Studierende im Wintersemester 2024/25 angestiegen ist.

Abbildungsbeschreibung:
Die Abbildung F-2.3 zeigt ein Liniendiagramm zur Entwicklung der Studienorte von Studierenden mit Hochschulzugangsberechtigung (HZB) aus Nürnberg in den Wintersemestern 2007/08 bis 2024/25. Die X-Achse bildet die jeweiligen Wintersemester in aufsteigender Reihenfolge ab, die Y-Achse ist in 1000er-Schritten bis 9000 skaliert und zeigt die Anzahl der Studierenden. Drei Linien zeigen, wie viele dieser Studierenden ihr Studium in Nürnberg, in einem anderen Kreis oder einer anderen kreisfreien Stadt in Bayern oder in einem anderen Bundesland aufnehmen.
Zusammenfassung und Verlauf:
Die Zahl der Studierenden, die in Nürnberg eine Hochschulzugangsberechtigung erworben haben und ihr Studium an einer Nürnberger Hochschule aufnehmen stieg vom Wintersemester 2007/08 von 3189 Studierenden zunächst stark, dann etwas schwächer bis ins Wintersemester 2020/21 auf 6795 Studierende an. Seither kam es zu einem leichten Rückgang bis zum Wintersemester 2024/25, indem es noch 6375 Studierende sind.
In einem anderen Kreis bzw. einer anderen kreisfreien Stadt studierten im Wintersemester 2007/08 5163 Studierende mit einer Hochschulzugangsberechtigung aus Nürnberg. Auch hier kam es zunächst zu einem stärkeren Anstieg bis zum Wintersemester 2013/14 auf 7353 Studierende. Danach bewegen sich die Zahlen der Studierenden auf einem vergleichsweise gleichförmigen Niveau zwischen 7785 im Wintersemester 2020/21 und 7353 im Wintersemester 2024/25.
In einem anderen Bundesland Studierten im Wintersemester 2007/08 2337 Studierende. Auch hier gab es einen kontinuierlichen Anstieg bis ins Wintersemester 2016/17 auf 5306. Im Folgenden Wintersemester liegt der Wert allerdings nur noch bei 4507 Studierenden. Seither ist ein leichter Anstieg auf 4844 Studierende im Wintersemester 2022/23 festzustellen.
Wertetabelle:
| Semester | Nürnberg | Anderer Kreis / andere kreisfreie Stadt in Bayern | Anderes Bundesland |
|---|---|---|---|
| WS 07/08 | 3189 | 5163 | 2337 |
| WS 08/09 | 3396 | 5291 | 2639 |
| WS 09/10 | 3595 | 5700 | 2896 |
| WS 10/11 | 3743 | 6178 | 3280 |
| WS 11/12 | 4130 | 6915 | 3762 |
| WS 12/13 | 4771 | 6895 | 4152 |
| WS 13/14 | 5211 | 7353 | 4483 |
| WS 14/15 | 5443 | 7530 | 4859 |
| WS 15/16 | 5414 | 7621 | 5128 |
| WS 16/17 | 5418 | 7602 | 5306 |
| WS 17/18 | 5333 | 7643 | 4507 |
| WS 18/19 | 6389 | 7597 | 4531 |
| WS 19/20 | 6228 | 7560 | 4520 |
| WS 20/21 | 6795 | 7785 | 4704 |
| WS 21/22 | 6751 | 7660 | 4843 |
| WS 22/23 | 6691 | 7584 | 4844 |
| WS 23/24 | 6507 | 7427 | |
| WS 24/25 | 6375 | 7353 |
<figcaption>Daten zu Abb. F 2.3: Studierende in Deutschland, die ihre Hochschulzugangsberechtigung in Nürnberg erworben haben, nach Studienort, Wintersemester 2007/08 bis 2024/25</figcaption>
Kommunale Bildungsdatenbank der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder; Hochschulstatistik.
Studierende an Hochschulen mit Standorten in mehreren Bundesländern werden am jeweiligen Hochschulstandort und nicht am Hauptsitz der Hochschule erfasst. Studierende im Fernstudium werden im Kreis des Hauptsitzes der Hochschule gezählt. Studierende, für die kein Kreis des Erwerbs der Hochschulzugangsberechtigung vorliegt, werden nur im Landesergebnis ausgewiesen. Für die Wintersemester 2023/24 und 2024/25 lagen auf Bundesebene zum Zeitpunkt der Berichtslegung noch keine Daten vor.
Bundesweit gab es im Wintersemester 2022/23 19 119 Studierende mit einer in Nürnberg erworbenen Hochschulzugangsberechtigung. Von ihnen entschieden sich 35,0 % zum Wintersemester 2022/23 für Nürnberg als Studienort und 39,7 % zogen zum Studieren in einen anderen Kreis beziehungsweise eine andere Stadt in Bayern. 25,3 % verließen Bayern, um in einem anderen Bundesland zu studieren.254
Seit dem Wintersemester 2018/19 waren es pro Semester jeweils über 6 000 Studierende, die nach dem Erwerb ihrer Studienberechtigung in Nürnberg zum Studium in der Stadt geblieben sind. Im Wintersemester 2024/25 traf das auf 6 375 Studierende zu.
Für die Wahl des Studienortes sind auch die Wohnmöglichkeiten ein entscheidender Faktor. Nürnberg verfügt über 14 Wohnheime für Studierende mit insgesamt 1 850 Plätzen, davon 1 149 Plätze der Studierendenwerke und 701 Plätze anderer Träger.255 Durch verschiedene Neubaumaßnahmen, wie beispielsweise dem Studierendenwohnheim Maximilianstraße, wird die Wohnsituation von Studierenden weiter verbessert.
Für die Wahl des Studienortes kann auch die Bezahlbarkeit von Mobilität ein entscheidender Faktor sein. Seit dem 1.9.2023 gibt es kein Semesterticket mehr, sondern das bayerische Ermäßigungsticket, das Studierenden ein Deutschlandticket zu einem reduzierten Preis anbietet. Zum Stichtag 31.1.2025 lag die Kaufquote für das bayerische Ermäßigungsticket bei der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) bei 65,2 %, bei der Technischen Hochschule Georg Simon Ohm bei 67,9 %, bei der Evangelischen Hochschule Nürnberg bei 63,0 %, bei der Hochschule für Musik bei 72,8 % und bei der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg bei 70,3 %.256
- 254 Die bundesweiten Zahlen zum Wintersemester 2024/25 lagen zum Berichtszeitraum nicht vor, weshalb diese Auswertung nur bis zum Wintersemester 2022/23 möglich war.
- 255 Quelle: Studierendenwerk Erlangen-Nürnberg, Stand 1.1.2024.
- 256 VGN, Stand 09.04.2025. Die Angaben zur FAU beziehen sich auf alle FAU-Standorte. Verkäufe bei infra oder Länderbahn sind nicht berücksichtigt.

Abbildungsbeschreibung:
Die Abbildung F-3.1 zeigt ein horizontales Balkendiagramm zur Entwicklung des Anteils weiblicher Studierender an den Hochschulen in Nürnberg nach Fächergruppen im Zeitraum vom Wintersemester 2018/19 bis 2024/25. Die Y-Achse listet die Fächergruppen sowie den Gesamtwert auf, die X-Achse zeigt die prozentualen Anteile der weiblichen Studierenden in 10-Prozent-Schritten von 0 % bis 90 %. Für jedes Fachgebiet sind durch Balken die Studienjahre von 2018/19 bis 2024/25 dargestellt.
Zusammenfassung und Verlauf:
Im Wintersemester 2018/19 lag der Frauenanteil über alle Fächergruppen hinweg bei insgesamt 50,8 %. Bis zum Wintersemester 2024/25 sank er leicht auf 49,3 %.
Im Bereich Kunst und Kunstwissenschaft stieg der Anteil wellenartig von 61,7 % im Wintersemester 2018/19 auf 65,5 % im Wintersemester 2024/25.
In den Ingenieurwissenschaften ist ein leichter Anstieg – von 23,2 % im Wintersemester 2018/19 auf 24,4 % im Wintersemester 2024/25 zu sehen.
In der Fächergruppe Humanmedizin und Gesundheitswissenschaften lag der Anteil bei 80,3 % im Wintersemester 2018/19 und bei 79,8 % im Jahr 2024/25.
Auch in den Mathematik- und Naturwissenschaften stieg der Anteil – von 56,5 % im Jahr 2018/19 auf 59,9 % und 59,4 % in den Wintersemestern 22/23 und 23/24 und sank dann im Wintersemester 2024/25 auf 57,7 %.
Der Frauenanteil in den Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften sank kontinuierlich von 59,9 % im Wintersemester 2018/19 auf 56,1 % im Wintersemester 2024/25.
In der Fächergruppe Sport lag der Frauenanteil zunächst bei 63,2 % im Wintersemester 2018/19 sank dann bis zum Wintersemester 2020/21 auf 57,0 % bevor er im folgenden Wintersemester stark auf 63,2% anstieg und seitdem bis zum Wintersemester 2024/25 leicht auf 61,7% sank.
In den Geisteswissenschaften waren im Wintersemester 2018/19 80,9 % der Studierenden weiblich. Bis zum Wintersemester 2021/22 war ein leichter Rückgang auf 78,4 % festzustellen, ehe der Frauenanteil bis zum Wintersemester 2024/25 wieder auf 81,2 % anstieg.
Wertetabelle:
| Fächergruppen | WS 18/19 | WS 19/20 | WS 20/21 | WS 21/22 | WS 22/23 | WS 23/24 | WS 24/25 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Geisteswissenschaften | 80,9% | 80,1% | 79,5% | 78,4% | 80,7% | 81,3% | 81,2% |
| Sport | 63,2% | 59,4% | 57,0% | 63,2% | 62,4% | 62,4% | 61,7% |
| Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften | 59,9% | 59,3% | 58,1% | 57,4% | 56,8% | 56,7% | 56,1% |
| Mathematik, Naturwissenschaften | 56,8% | 56,4% | 56,8% | 57,4% | 59,9% | 59,4% | 57,7% |
| Humanmedizin/Gesundheitswissenschaften | 80,9% | 80,3% | 79,8% | 83,0% | 79,8% | 79,3% | 79,8% |
| Ingenieurwissenschaften | 23,2% | 23,6% | 23,3% | 22,6% | 23,1% | 23,9% | 24,4% |
| Kunst, Kunstwissenschaft | 61,7% | 63,9% | 64,8% | 63,9% | 65,0% | 66,7% | 65,5% |
| Gesamt | 50,8% | 50,8% | 50,4% | 49,6% | 49,6% | 49,7% | 49,3% |
<figcaption>Daten zu Abbildung F 3.1: Anteil weiblicher Studierender an Hochschulen in Nürnberg nach Fächergruppen, Wintersemester 2018/19 bis 2024/25</figcaption>
Statistische Ämter des Bundes und der Länder, Kommunale Bildungsdatenbank; Hochschulstatistik.
Im Wintersemester 2024/25 waren 12 603 Frauen an einer Nürnberger Hochschule eingeschrieben, somit war nahezu die Hälfte der hiesigen Studierenden (49,3 %) weiblich. Auch wenn in den Ingenieurwissenschaften ein leichter Anstieg von 1 729 Studentinnen im Wintersemester 2018/19 auf 1 774 Studentinnen im Wintersemester 2024/25 zu verzeichnen ist, sind Frauen mit einem Anteil von inzwischen 24,4 % in dieser Fächergruppe nach wie vor am seltensten vertreten. In allen anderen Fächergruppen sind mehr Frauen als Männer eingeschrieben.
Den höchsten Frauenanteil weisen die Geisteswissenschaften auf. Im Wintersemester 2024/25 waren 81,2 % der Studierenden in dieser Fächergruppe weiblich. Auch die Fächergruppe Humanmedizin/Gesundheitswissenschaften ist bei weiblichen Studierenden stark nachgefragt, hier waren im Wintersemester 2024/25 insgesamt 503 Studentinnen eingeschrieben, was einem Anteil von 79,8 % entspricht.
Um Frauen in den naturwissenschaftlich-technischen Studiengängen und dem späteren Übergang in den Beruf zu unterstützen, bietet die Technische Hochschule Nürnberg das Technik-Mentoring-Programm „simone“ an. Studentinnen der naturwissenschaftlich-technischen Fakultäten (Mentees) und erfahrene Ingenieurinnen beziehungsweise Informatikerinnen aus der Praxis (Mentorinnen) bilden ein Tandem für Austausch und Beratung. Im Jahrgang 2023/24 starteten insgesamt 11 Tandems, von denen 9 das gesamte Programm durchliefen.257
Zu den Förderinstrumenten für Wissenschaftlerinnen an der Technischen Hochschule Nürnberg zählen der Preis der Hochschulfrauenbeauftragten für Studentinnen, die herausragende Abschlussarbeiten an dieser Hochschule verfasst haben, sowie das Programm „PROmotion“, das Masterstudentinnen und Masterabsolventinnen mit dem Ziel der Promotion ein Anschubstipendium bietet.258
Um bereits bei Schülerinnen das Interesse für mehrheitlich von Männern gewählte Studiengänge zu wecken oder zu verstärken, luden die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, die Technische Hochschule Nürnberg, die Hochschule für Musik wie auch die Technische Universität Nürnberg zum Girls’ Day 2025 ein.259
- 257 Technische Hochschule Nürnberg.
- 258 Ebd.
- 259 Quelle: Bundesweite Koordinierungsstelle Girls’ Day – Mädchen-Zukunftstag; Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e.V. (2025), www.girls-day.de, letzter Zugriff: 14.5.2025.

Abbildungsbeschreibung:
Die Abbildung F 3.2 zeigt die Entwicklung des Anteils ausländischer Studierender an den Nürnberger Hochschulen zwischen 2019/20 und 2024/25. Auf der Y-Achse sind die acht Nürnberger Hochschulen für die Informationen vorliegen aufgelistet. Auf der X-Achse sind die Anteile ausländischer Studierender in 10-Prozent-Schritten zwischen 0 und 70 % dargestellt. Für jede Hochschule zeigen sechs Balken die Werte der Wintersemester 2019/20 bis zum Wintersemester 2024/25 an.
Zusammenfassung und Verlauf:
An der neu gegründeten Technischen Universität Nürnberg lag der Anteil im ersten Wintersemester 2023/24 bei 55,6 % und stieg im darauffolgenden Wintersemester auf 66,1 %.
An der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg stieg der Anteil von 15,2 % im Wintersemester 2019/20 mit leichten Schwankungen auf 20,9 % im Wintersemester 2024/25.
An der IU Internationale Hochschule am Standort Nürnberg stieg der Anteil von 3,7 % im Wintersemester 2019/20 mit Schwankungen auf 4,9 % im Wintersemester 2024/25.
An der Hochschule für Musik Nürnberg stieg der Anteil von 42,9 % im Wintersemester 2019/20 auf 47,9 % im Wintersemester 2024/25.
An der FOM, Hochschule für Oekonomie & Management am Standort Nürnberg blieb der Anteil weitgehend konstant. Im Wintersemester 2019/20 betrug er 6,7 % und im Wintersemester 2024/25 6,0 %.
An der Evangelischen Hochschule Nürnberg stieg der Anteil von 3,1 % im Wintersemester 2019/20 auf 6,6 % im Wintersemester 2024/25.
An der Universität Erlangen-Nürnberg stieg der Anteil von 10,2 % im Wintersemester 2019/20 auf 16,1 % im Wintersemester 2024/25.
An der Technischen Hochschule Nürnberg ist der Anteil ausländischer Studierender weitgehend konstant. Im Wintersemester 2019/20 betrug er 11,4 % und im Wintersemester 2024/25 11,6 %.
Wertetabelle:
| Hochschulen | WS 19/20 | WS 20/21 | WS 21/22 | WS 22/23 | WS 23/24 | WS 24/25 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm | 11,4% | 11,6% | 11,4% | 11,3% | 11,4% | 11,6% |
| Universität Erlangen-Nürnberg, Standort Nürnberg | 10,2% | 9,8% | 10,9% | 12,3% | 13,7% | 16,1% |
| Evangelische Hochschule Nürnberg | 3,1% | 2,7% | 3,6% | 3,4% | 4,2% | 6,6% |
| FOM Hochschule für Oekonomie & Management, Standort Nürnberg | 6,7% | 6,3% | 6,5% | 6,4% | 6,6% | 6,0% |
| Hochschule für Musik Nürnberg | 42,9% | 44,1% | 44,7% | 46,5% | 46,2% | 47,9% |
| IU internationale Hochschule, Standort Nürnberg | 3,7% | 3,8% | 2,3% | 3,9% | 4,3% | 4,9% |
| Akademie der Bildenden Künste Nürnberg | 15,2% | 14,3% | 18,3% | 17,5% | 20,0% | 20,9% |
| Technische Universität Nürnberg | 55,6% | 66,1% | ||||
| Gesamt | 10,6% | 10,5% | 10,9% | 11,5% | 12,3% | 13,7% |
<figcaption>Daten zu Abbildung F 3.2: Anteil ausländischer Studierender an Nürnberger Hochschulen nach einzelnen Hochschulen, Wintersemester 2019/20 bis 2024/25</figcaption>
Kommunale Bildungsdatenbank der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder; Bayerisches Landesamt für Statistik; Hochschulstatistik; Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.
An Nürnberger Hochschulen waren zum Wintersemester 2024/25 insgesamt 3 511 ausländische Studierende260 eingeschrieben, was einem Anteil von 13,7 % entspricht. In den vergangenen 6 Jahren ist die Anzahl der Studierenden mit ausländischer Staatsangehörigkeit an Nürnberger Hochschulen von 2 750 Studierenden im Wintersemester 2019/20 auf 3 511 Studierende im Wintersemester 2024/25 gestiegen.
An der 2021 neu gegründeten Technischen Universität Nürnberg studierten im Wintersemester 2024/25 41 Personen mit nichtdeutscher Staatsangehörigkeit, was einem Anteil von 66,1 % entspricht. An der Hochschule für Musik hatten im Wintersemester 2024/25 mit 47,9 % nahezu die Hälfte aller Studierenden eine ausländische Staatsangehörigkeit. Wesentlich geringere Anteile an ausländischen Studierenden weisen dagegen die Internationale Hochschule IU am Standort Nürnberg mit 4,9 %, die FOM Hochschule für Oekonomie & Management am Standort Nürnberg mit 6,0 % und die Evangelische Hochschule Nürnberg mit 6,6 % auf.
Von den 3 511 ausländischen Studierenden in Nürnberg haben 2 776 ihre Hochschulzugangsberechtigung im Ausland erworben, zählen also zu den so genannten Bildungsausländerinnen und Bildungsausländern.
Ob und wie viele Studierende einen Migrationshintergrund aufweisen, wird in der Hochschulstatistik nicht erfasst. Studierendenbefragungen können hier jedoch eine Annäherung ermöglichen. So gaben in der FAU-Studierendenbefragung FAU-St2024 knapp 18 % der Studierenden an, einen Migrationshintergrund zu haben, 15 % zählten sich zu den internationalen Studierenden und 68 % gaben an, keinen Migrationshintergrund zu haben.261
- 260 Die Gruppe der ausländischen Studierenden setzt sich aus Personen zusammen, die in Deutschland studieren, aber keine deutsche Staatsangehörigkeit besitzen. Deutsche Studierende mit einem Migrationshintergrund sind darin nicht erfasst.
- 261 Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (2025): FAU-Studierendenbefragung 2024. Gesamtbericht, Nr. L1-002-2024, S. 130.
An der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) gibt es seit 2024 das Programm „Student FIT 4 FAU“ speziell für internationale Studierende in MINT-Fächern.262 Es unterstützt beim Deutschspracherwerb und bietet regelmäßige Vorträge zu beruflichen Themen, interkulturelle Vorträge und Veranstaltungen mit Alumni der FAU. Im Jahr 2024 nahmen über 100 Studierende an anmeldepflichtigen Veranstaltungen des Programmes teil.263
Für Studierende mit einem im Ausland erworbenen pädagogischen Studienabschluss, die bereits als pädagogische Ergänzungs- oder Fachkräfte tätig sind, bietet die Evangelische Hochschule Nürnberg den berufsbegleitenden Bachelor-Studiengang „Pädagogik der Kindheit kompakt+“ an. Das Studium umfasst einen fachsprachlichen Deutschkurs im ersten Fachsemester sowie einen „Kindheitspädagogischen Vorkurs“.264 Im Wintersemester 2024/25 wurden 27 Studierende in diesem Studienmodell aufgenommen.265
Für die bislang auch in Nürnberg angebotenen Programme des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) für Geflüchtete mit Studienabsicht, wie dem Programm „Integra – Integration von Flüchtlingen ins Fachstudium“ und „Welcome – Studierende engagieren sich für Flüchtlinge“ lief die Förderung zum 31.12.2023 bundesweit aus.266
Seit Mitte Juni 2022 bestehen an der FAU verschiedene Unterstützungsangebote für ukrainische Studierende. Dazu gehört auch der „FAU Entry Fund“, der über die Plattform „betterplace“ aus Spenden vonseiten der „FAU-Community“ finanziert wird. Auf diese Weise wurden seit dem Start des Programms im Jahr 2022 36 ukrainische Studierende an der FAU mit insgesamt 30.050 Euro unterstützt. Über das „FAU Fellowship by the Möller Foundation“ wurden im Wintersemester 2022/23 2 Stipendien sowie 2023/24 und 2024/25 jeweils 4 Stipendien an ukrainische Studierende und Promovierende an der FAU vergeben. Im Juni 2024 beherbergte die FAU zudem temporäre Prüfzentren für geflüchtete ukrainische Schulabgänger und Studierende.267
Junge Zugewanderte, die in Deutschland eine akademische Laufbahn anstreben oder ihr im Ausland begonnenes Studium weiterführen möchten, werden von der Bildungsberatung „Garantiefonds Hochschule (GF-H)“ unterstützt. Die in Nürnberg angesiedelte Stelle hat im Jahr 2024 insgesamt 450 Personen aus dem Gebiet Mittel-, Ober- und Unterfranken und der Oberpfalz beraten. Die Ratsuchenden kamen aus 24 verschiedenen Herkunftsländern, davon über zwei Drittel aus der Ukraine (64 %) gefolgt von Syrien (13 %), Afghanistan (8 %), Russland (5 %) und Kasachstan (2 %). Ein knappes Viertel der Ratsuchenden erhielt einen studienvorbereitenden Sprachkurs Deutsch. 87 % dieser 106 Personen haben die C1-Prüfung bestanden und damit das Sprachniveau für die Aufnahme eines Studiums erreicht.268
- 262 DAAD. FIT- Projektsteckbrief. Friedrich-Alexander- Universität Erlangen-Nürnberg: Student Fit 4 FAU, www.daad.de/de/infos-services-fuer-hochschulen/weiterfuehrende-infos-zu-daad-foerderprogrammen/fit-projekt-student-fit-4-fau-universitaet-erlangen-nuernberg/, letzter Zugriff: 26.6.2025.
- 263 Quelle: Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.
- 264 Evangelische Hochschule Nürnberg: Pädagogik der Kindheit kompakt+ für Menschen mit ausländischen pädagogischen Studienabschlüssen, Meldung vom 31.7.2024, www.evhn.de/node/2297, letzter Zugriff: 21.5.2025.
- 265 Quelle: Evangelische Hochschule Nürnberg.
- 266 DAAD. Flüchtlinge an Hochschulen, www.daad.de/de/infos-services-fuer-hochschulen/expertise-zu-themen-laendern-regionen/fluechtlinge-an-hochschulen/, letzter Zugriff: 13.5.2025.
- 267 Quelle: Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.
- 268 Quelle: Bildungsberatung Garantiefond Hochschule (GF-H).

Abbildungsbeschreibung:
Die Abbildung F 3.4 zeigt die Entwicklung Anteil BAföG geförderter Studierender in Nürnberg nach Hochschule, Wintersemester 2015/16 bis 2023/24. Auf der X-Achse sind fünf Nürnberger Hochschulen und ein Gesamtwert aufgelistet. Auf der Y-Achse sind die Anteile Studierender die BAföG-gefördert sind in 5-Prozent-Schritten zwischen 0 und 70 % dargestellt. Für jede Hochschule zeigen acht Balken die Werte der Wintersemester 2015/16 bis zum Wintersemester 2024/25 an.
Zusammenfassung und Verlauf:
An der Universität Erlangen-Nürnberg schwanken die Anteile stark. Beginnend mit 13,6 % im Wintersemester 2015/16 sinkt der Wert zunächst leicht, steigt dann aber zum Wintersemester 2018/19 stark an und liegt bis zum Wintersemester 2020/21 stets bei rund 20 %. Im Wintersemester 2022/23 folgt ein starkes Absinken auf zunächst 8,1 %, gefolgt von einem leichten Anstieg im Wintersemester 2023/24 auf 10,7%.
An der TH Nürnberg Georg Simon Ohm sinken die Anteile der geförderten Studierenden von 20,8 % wellenförmig bis zum Wintersemester 2021/22 auf 11,0 %. Danach steigen die Anteile und liegen im Wintersemester 2023/24 bei 15,7 %.
An der evangelischen Hochschule liegen die Anteile zunächst bei 19,7 % und sinken bis zum Wintersemester 2018/19 auf 14,8 %. Bis zum Wintersemester 2021/22 steigen die Werte leicht auf 16,4 %, dann stark auf 22,5 % im Wintersemester 2022/23. Im Wintersemester 2023/24 liegt der Anteil der Bafög-geförderten Studierenden auf 19,1 %.
Die Hochschule für Musik Nürnberg weist im Wintersemester 2015/16 bei 12,3 %. Die Anteile schwanken auf relativ gleichbleibendem Niveau und betragen im Wintersemester 2023/24 9,1%.
Die Akademie der bildenden Künste hat im Wintersemester 2015/16 einen Anteil von 16,8 % geförderter Studierender. Die Werte sinken bis zum Wintersemester 2019/20 auf 12,7 % und steigen dann bis zum Wintersemester 2023/24 auf 20,9 % an.
Der Gesamtanteil über alle hier dargestellten Hochschulen liegt im Wintersemester 2015/16 bei 15,4 %. Steigt nach einem kurzen Rücksetzer im Wintersemester 2017/18 im Wintersemester 2019/20 auf 18,5 % und verläuft um diesen Wert bis zum Wintersemester 2020/21. Danach fällt der Anteil der Studierenden stark ab und liegt im Wintersemester 2023/24 bei 12,0 %.
Wertetabelle:
| Hochschulen | WS 15/16 | WS 17/18 | WS 18/19 | WS 19/20 | WS 20/21 | WS 21/22 | WS 22/23 | WS 23/24 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Universität Erlangen-Nürnberg | 13,7% | 11,5% | 20,0% | 19,3% | 20,3% | 20,9% | 8,1% | 10,7% |
| TH Nürnberg Georg Simon Ohm | 20,8% | 16,2% | 14,4% | 13,5% | 14,4% | 11,0% | 16,2% | 15,7% |
| Evang. Hochschule Nürnberg | 19,7% | 17,1% | 14,8% | 15,5% | 16,1% | 16,4% | 22,5% | 19,1% |
| H für Musik Nürnberg | 12,3% | 9,6% | 8,3% | 10,0% | 8,2% | 9,1% | 11,1% | 9,1% |
| Akademie der Bildenden Künste Nürnberg | 16,8% | 16,7% | 14,7% | 12,7% | 15,8% | 16,2% | 18,1% | 20,9% |
| Gesamt | 15,4% | 12,7% | 18,5% | 17,8% | 18,8% | 18,5% | 10,2% | 11,9% |
<figcaption>Daten zu Abbildung F 3.4: Anteil BAföG-geförderter Studierender in Nürnberg nach Hochschule, Wintersemester 2015/16 bis 2023/24</figcaption>
Studierendenwerk Erlangen-Nürnberg.
Die Zahlen der BAföG-geförderten Studierenden an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg umfassen alle Standorte der FAU.
Das Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) sieht die Förderung von Studierenden aus einkommensschwachen Familien vor. Mit dem 29. BAföG-Änderungsgesetz wurden ab dem Wintersemester 2024/25 nicht nur die Bedarfssätze für Grundbedarf und Wohnkosten angehoben, sondern auch eine einmalige Studienstarthilfe in Höhe von 1 000 Euro für Studienanfängerinnen und Studienanfänger unter 25 Jahren aus einkommensschwachen Familien eingeführt.269 In Nürnberg erhielten im Wintersemester 2023/24 11,9 % der Studierenden BAföG-Leistungen. Den höchsten Anteil an BAföG-geförderten Studierenden verzeichnete dabei die Akademie der Bildenden Künste Nürnberg.
Auch das sogenannte „Deutschlandstipendium“ unterstützt Studierende finanziell. Voraussetzung für die Förderung sind besondere Begabungen und Leistungen, wozu auch gesellschaftliches Engagement zählt. Die monatliche Förderung beträgt 300 Euro, die jeweils zur Hälfte aus privaten Fördermitteln und Fördergeldern des Bundes finanziert wird. Im Jahr 2024 erhielten in Nürnberg 491 begabte Studierende ein solches Stipendium – ein Plus von 114 Personen im Vergleich zum Vorjahr. Bayernweit stieg die Zahl der Stipendien im selben Jahr um 5,1 % auf insgesamt 4 686. Auch die Anzahl der Fördermittelgeber in Nürnberg nahm zu, von 104 im Jahr 2023 auf 130 im Jahr 2024.270
Dass die soziale Herkunft nach wie vor großen Einfluss auf den Bildungsweg von jungen Menschen hat, geht aus der 22. Sozialerhebung des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) und des Deutschen Studierendenwerk hervor. In dieser regelmäßig durchgeführten Studie wird unter anderem der Bildungsstand der Eltern von Studierenden erfragt. Demnach haben 69 % der im Sommersemester 2021 befragten Studierenden mindestens ein Elternteil mit Hochschulreife und 23 % mindestens ein Elternteil mit einem Realschulabschluss, und bei den verbleibenden 8 % besitzt ein Elternteil einen Hauptschulabschluss beziehungsweise keinen Abschluss.271
Auch im Rahmen der im Jahr 2024 durchgeführten Studierendenbefragung der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) wurden Studierende um Auskunft zum Bildungsstand der Eltern gebeten. Hier gaben mehr als zwei Drittel der Befragten an, dass mindestens ein Elternteil (24 %) oder beide Elternteile (48 %) über die Hochschulreife verfügen. Nach etwaigen akademischen Abschlüssen der Eltern befragt, antworteten 32 % der Studierenden, dass beide Eltern einen Hochschulabschluss haben, bei 25 % hatte ein Elternteil einen Hochschulabschluss und bei 43 % hatte kein Elternteil einen Hochschulabschluss.272
Um insbesondere Studierende aus Nichtakademikerfamilien zu unterstützen und so mehr Bildungsgerechtigkeit zu schaffen, bietet der Fachbereich Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der FAU seit dem Wintersemester 2023/24 ein Reflexions- und Supportprogramm für Erstakademikerinnen und Erstakademiker an. Dabei werden Studienanfängerinnen und Studienanfänger (Mentees) von erfahrenen Studierenden (Mentorinnen und Mentoren) begleitet.273 Seit Programmstart beteiligten sich 18 Mentees und 14 Mentorinnen und Mentoren. Darüber hinaus nahmen im Wintersemester 2023/24 rund 20 Studierende der FAU an dem theaterpädagogischen Workshop „Heimliche Begleiter“ teil, der sich an Studierende ohne akademischen Bildungshintergrund sowie an Menschen richtet, die über den zweiten Bildungsweg zum Studium gelangt sind.274
An dem Programm „Mut zum Studium“ der Technischen Hochschule Nürnberg nahmen im Wintersemester 2024/25 33 Studienfängerinnen und Studienanfänger teil, denen 27 Studienbegleiterinnen und Studienbegleiter zur Seite standen.275
- 269 Bundesgesetzblatt Teil I (2024): Neunundzwanzigstes Gesetz zur Änderung des Bundesausbildungsförderungsgesetzes (29. BAföGÄndG), Nr. 249.
- 270 Bayerisches Landesamt für Statistik (2025): Förderung nach dem Stipendienprogramm-Gesetz (Deutschlandstipendium) in Bayern 2024.
- 271 Kroher et al. (2023): Die Studierendenbefragung in Deutschland. 22. Sozialerhebung, Berlin, S. 26.
- 272 Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (2025): FAU-Studierendenbefragung 2024. Gesamtbericht, Nr. L1-002-2024, S. 129.
- 273 Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg: Reflexions- und Supportprogramm für ErstakademikerInnen startet an der FAU WiSo, Stand: 24.7.2023, www.wiso.rw.fau.de/2023/07/24/reflexions-und-supportprogramm-fuer-erstakademikerinnen-startet-an-der-fauwiso/#collapse_0, letzter Zugriff: 21.5.2025.
- 274 Quelle: Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.
- 275 Quelle: Technische Hochschule Nürnberg.
Im Gegensatz zu anderen Bildungsbereichen liegen für den Hochschulbereich keine amtlichen Daten zur Anzahl der Personen mit Behinderung, dem Grad der Behinderung oder etwaigen Förderbedarfen vor. Aus Befragungsdaten lässt sich jedoch zumindest deutschlandweit der Anteil der Studierenden mit Beeinträchtigung abschätzen.276 So gaben im Sommersemester 2021 rund 16 % der Befragten an, eine studienerschwerende Beeinträchtigung zu haben. Davon hatten 69 % eine einzelne studienerschwerende Beeinträchtigung, 31 % waren mehrfach beeinträchtigt. 65 % der Studierenden berichteten von einer psychischen Erkrankung als studienerschwerender Beeinträchtigung.277 Dennoch beantragten nur rund 21 % der beeinträchtigten Studierenden individuelle Anpassungen oder Nachteilsausgleiche.278
In einer im Jahr 2024 durchgeführten Befragung aller Studierenden der Evangelischen Hochschule Nürnberg, an der sich etwa 30 % der eingeschriebenen Studierenden beteiligten, gaben 4,96 % der Befragten an, von einer Behinderung betroffen zu sein.279 Laut einer im Jahr 2025 durchgeführten weiteren Befragung der Studienanfängerinnen und Studienanfänger waren 5,83 % eigenen Angaben zufolge von einer Behinderung betroffen.280
An der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg stellten im Jahr 2024 insgesamt 238 Studierende einen Antrag auf Nachteilsausgleich aufgrund einer Behinderung. Als häufigster Grund wurde Legasthenie angegeben, ein großer Teil bezog sich auf psychische Beeinträchtigungen wie AD(H)S, Depression/affektive Störung oder Autismus. Körperliche Beeinträchtigungen machten nur einen geringen Anteil aus.
An der Evangelischen Hochschule Nürnberg wurden im Wintersemester 2024/25 insgesamt 25 Anträge auf Nachteilsausgleich gestellt, von denen 17 ganz oder teilweise bewilligt wurden. Die zugrunde liegenden Diagnosen waren körperliche Beeinträchtigung, Lese- und Rechtschreibstörung und psychische Erkrankung (Depression, Angststörung, ADHS). 8 Nachteilsanträge mussten abgelehnt wurden.
An der Technischen Hochschule Nürnberg beriet die Beauftragte für die Belange behinderter und chronisch kranker Studierender im Jahr 2024 72 Studierende. An der Evangelischen Hochschule Nürnberg fanden zwischen Oktober 2024 und Mai 2025 39 Beratungsgespräche bei der Beauftragten für die Belange behinderter und chronisch kranker Studierender statt, in denen es überwiegend um Nachteilsausgleich und die Organisation des Studiums ging.281
Am FAU Kompetenzzentrum für interdisziplinäre Wissenschaftsreflexion (ZIWIS) an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg existiert seit dem Jahr 2011 das Projekt BliSeh, das sich die Inklusion von blinden und sehgeschädigten Studierenden zur Aufgabe gemacht hat. Neben Assistenzkräften, die blinde und sehbehinderte Studierende unterstützen, werden auch Seminare im Bereich Schlüsselqualifikationen zum Thema wissenschaftliches Arbeiten angeboten, die jeweils durchschnittlich von 15 bis 20 Personen besucht werden.282
Seit April 2025 bietet die FAU zudem in Zusammenarbeit mit der Access gGmbH ein Qualifizierungsprogramm für Menschen mit Behinderungen und einem besonderen Unterstützungsbedarf an. 5 Personen werden derzeit in einer 3-jährigen Vollzeitmaßnahme zu Bildungsfachkräften qualifiziert und geben im Rahmen von Lehrveranstaltungen Einblicke in die Lebenswelten, spezifischen Bedarfe und Sichtweisen von Menschen mit Behinderungen.283
Um Lehrende an den Hochschulen in Bayern für das Thema Inklusion zu sensibilisieren, bietet das Bayerische Zentrum für Innovative Lehre, Didaktik und Professionalisierung in Kooperation mit der Universität Augsburg eine Fortbildungsreihe an, in deren Rahmen das Themenzertifikat „Inklusive Hochschullehre“ erlangt werden kann.284 Die Technische Hochschule Nürnberg hat für das eigene Lehrpersonal im Leitfaden „Barrierefreie Lehre. Leitfaden für Lehrende“ Hinweise und Tipps für die barrierefreie Lehre sowie zu individuellen Bedarfen zusammengestellt.285
Zum Stichtag 1.1.2024 waren von den insgesamt 1 149 Wohnheimplätzen in den Wohnheimen des Studierendenwerks Erlangen-Nürnberg 3 barrierefrei und für Studierende mit einem Rollstuhl geeignet.286
- 276 Vgl. Abel, Thomas (2023): Studieren mit Behinderung, in: DGUV Forum 9/2023, S. 25.
- 277 Deutsches Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (2023): Die Studierendenbefragung in Deutschland: best3. Studieren mit einer gesundheitlichen Beeinträchtigung, Hannover, S. 5.
- 278 Ebd., S. 11.
- 279 Arbeitskreis Diversity der Evangelischen Hochschule Nürnberg (2024): Studierendenbefragung zu den Themen Diversität und Familienorientierung an der Evangelischen Hochschule Nürnberg (EVHN). Nürnberg: EVHN. Unveröffentlichter Ergebnisbericht.
- 280 Arbeitskreis Diversity der Evangelischen Hochschule Nürnberg (2025): Erstsemesterbefragung zu den Themen Diversität und Familienorientierung an der Evangelischen Hochschule Nürnberg (EVHN). Nürnberg: EVHN. Unveröffentlichter Ergebnisbericht.
- 281 Quelle: Evangelische Hochschule Nürnberg.
- 282 Quelle: Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.
- 283 Access (2025): Inklusive Bildung Bayern, www.access-inklusion.de/projekte/inklusive-bildung-bayern/, letzter Zugriff: 26.5.2025.
- 284 Bayerisches Zentrum für Innovative Lehre, Didaktik und Professionalisierung BAyZiel: Themenzertifikat Inklusive Hochschule, www.didaktikzentrum.de/zertifikate/themenzertifikat-zertifikat-inklusive-hochschullehre, letzter Zugriff: 26.5.2025.
- 285 Technische Hochschule Nürnberg: Barrierefreie Lehre. Leitfaden für Lehrende, www.th-nuernberg.de/fileadmin/zentrale-einrichtungen/szs/sb/sb_docs/LeitfadenFürLehrende.pdf, letzter Zugriff: 26.5.2025.
- 286 Quelle: Studierendenwerk Erlangen-Nürnberg.

Abbildungsbeschreibung:
Die Abbildung F 4.1 zeigt ein gestapeltes Säulendiagramm zur Entwicklung der Studierendenzahlen in dualen Studienangeboten für drei Nürnberger Hochschulen für die Wintersemester 2019/20 bis 2024/25. Die X-Achse bildet das jeweilige Wintersemester ab, die Y-Achse zeigt die Gesamtzahl der Studierenden in dualen Studienangeboten in 500er-Schritten und verläuft bis 2500. Für jedes Wintersemester ist ein Balken dargestellt, der die Anzahl der Studierenden für die Hochschulen TH Nürnberg, FAU Erlangen-Nürnberg und die Evangelische Hochschule Nürnberg aufzeigt.
Zusammenfassung und Verlauf:
Im Wintersemester 2019/20 studierten 965 Studierende an der TH Nürnberg ein duales Studienangebot. In den folgenden Wintersemestern stieg die Zahl zunächst leicht, vom Wintersemester 2023/24 auf das Wintersemester 2024/25 dann stark von 1375 auf 1608 Studierende.
Die Studierendenzahlen in dualen Studienangeboten an der FAU Erlangen Nürnberg lagen im Wintersemester 2019/20 bei 277 und sanken bis zum Wintersemester 2024/25 leicht auf 245 Studierende.
Die Studierendenzahlen in dualen Studienangeboten an der Evangelischen Hochschule Nürnberg lagen im Wintersemester 2019/20 bei 341 und sanken seither konstant auf 69 Studierende im Wintersemester 2024/25.
Wertetabelle:
| Hochschulen | WS 2019/20 | WS 2020/21 | WS 2021/22 | WS 2022/23 | WS 2023/24 | WS 2024/25 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| TH Nürnberg | 965 | 1022 | 1074 | 1240 | 1375 | 1608 |
| FAU Erlangen-Nürnberg | 277 | 268 | 252 | 237 | 247 | 245 |
| Evangelische Hochschule Nürnberg | 341 | 279 | 229 | 158 | 117 | 69 |
| Gesamt | 1583 | 1569 | 1555 | 1635 | 1739 | 1922 |
<figcaption>Daten zu Abbildung F 4.1: Studierende in dualen Studienangeboten, Wintersemester 2019/20 bis 2024/25</figcaption>
Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm; Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg; Evangelische Hochschule Nürnberg.
Duale Studienangebote vereinen praktisches und theoretisches Lernen und finden sowohl in der Hochschule als auch in Betrieben und Unternehmen statt. Es gibt verschiedene Modelle: Ausbildungsintegrierende duale Studiengänge beinhalten neben dem Studienabschluss zusätzlich eine Berufsausbildung. Praxisintegrierende Studiengänge enthalten mehr Praxisanteile als herkömmliche Studiengänge und beispielsweise obligatorische Praktika. Schließlich gibt es noch die berufsintegrierenden Studiengänge, in denen das Studium mit einer fachlich verwandten Berufstätigkeit verzahnt ist.287 Die Anzahl dualer Studienmodelle ist in den vergangenen Jahren bundesweit kontinuierlich angestiegen.288
An der Technischen Hochschule Nürnberg wurde beispielsweise der duale Bachelorstudiengang „Hebammenwissenschaft“ angeboten. Im Wintersemester 2024/25 wurden 77 Studierende in diesen Studiengang aufgenommen, darunter auch 17 Studierende ohne allgemeine Hochschulreife. Daneben können fast alle Bachelorstudiengänge an dieser Hochschule entweder als Verbundstudium (ausbildungsintegrierend) oder als Studium mit vertiefter Praxis studiert werden. Auch viele der dortigen Masterstudiengänge werden als Studium mit vertiefter Praxis angeboten. An der Technischen Hochschule Nürnberg nehmen immer mehr Studierende das Angebot eines dualen Studienmodells wahr. Seit dem Wintersemester 2018/19 stieg die Anzahl der dual Studierenden von 931 kontinuierlich auf 1 608 Studierende im Wintersemester 2024/25.289
An der Evangelischen Hochschule Nürnberg ist die Studierendenzahl in den dualen Studiengängen von 341 Studierenden im Wintersemester 2019/20 auf 69 Studierenden im Wintersemester 2024/25 zurückgegangen.290
Im Wintersemester 2024/25 studierten insgesamt 648 beruflich Qualifizierte an der Technischen Hochschule Nürnberg, dies entspricht einem Anteil an der gesamten Studierendenschaft von 5,5 %.291 An der Evangelischen Hochschule Nürnberg waren im Wintersemester 2024/25 104 beruflich Qualifizierte eingeschrieben, davon 35 mit einem Meisterabschluss und 69 mit einer anderen beruflichen Qualifikation. Ihr Anteil an der Studierendenschaft lag damit bei 8,4 %.292 Bevor sich Personen mit beruflicher Qualifikation und ohne schulische Hochschulzugangsberechtigung immatrikulieren können, muss in der Regel ein Beratungsgespräch an der entsprechenden Hochschule geführt werden. An der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg fanden im Jahr 2024 insgesamt 160 Beratungsgespräche für beruflich Qualifizierte statt. 70 beruflich Qualifizierte nahmen zum Wintersemester 2024/25 ein Studium an der FAU auf, davon 26 am Standort Nürnberg.293
- 287 Hofmann et al. (2023): Ausbildung plus – Duales Studium in Zahlen 2022. Trends und Analysen. Bonn, S. 12.
- 288 Ebd. S. 10.
- 289 Quelle: Technische Hochschule Nürnberg.
- 290 Für die auslaufenden dualen Studiengänge „Erziehung, Bildung und Gesundheit im Kindesalter Dual“ und „Pflege Dual“ sind keine Neuimmatrikulationen mehr möglich, für den ab dem Wintersemester 2025/26 startenden Studiengang „Soziale Arbeit dual“ liegen noch keine Studierendenzahlen vor.
- 291 Quelle: Technische Hochschule Nürnberg.
- 292 Quelle: Evangelische Hochschule Nürnberg.
- 293 Quelle: Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.

Abbildungsbeschreibung:
Die Abbildung F 4.2 besteht aus einem Liniendiagramm und einem Kuchendiagramm.
Das Liniendiagramm zeigt die Entwicklung der Studierendenzahlen in Weiterbildungsstudiengängen im ersten Fachsemester an der FAU am Standort Nürnberg vom Wintersemester 2014/15 bis zum Wintersemester 2024/25. Außerdem in einer zweiten Linie, die Studierendenzahlen im größten Weiterbildungsstudiengang „Health Business Administration“. Die X-Achse bildet das jeweilige Wintersemester ab, die Y-Achse zeigt die Zahl der Studierenden in 100er-Schritten und verläuft bis 800.
Das Kuchendiagramm stellt die restlichen sechs Weiterbildungsstudiengänge an der FAU am Standort Nürnberg dar und zeigt die Anzahl der Studierenden in diesen Studiengängen im Wintersemester 2024/25.
Zusammenfassung und Verlauf:
Die Linie, die die Gesamtzahl der Studierenden wiedergibt, zeigt, dass im Wintersemester 2014/15 383 Studierende an der FAU am Standort Nürnberg in einem Weiterbildungsstudiengang eingeschrieben waren. Die Anzahl steigt zunächst leicht, ab dem Wintersemester 2018/19 dann deutlich stärker an und erreicht im Wintersemester 2020/21 mit 735 Studierenden einen Höhepunkt. Bis zum Wintersemester 2023/24 ist ein Absinken auf 614 Studierende festzustellen, bevor es im Wintersemester 2024/25 wieder zu einem Anstieg auf 733 Studierende kommt.
Die Anzahl der Studierenden im Weiterbildungsstudiengang „Health Business Administration“ liegt im Wintersemester 2014/15 bei 250 Studierenden. Die Anzahl steigt zunächst leicht, ab dem Wintersemester 2018/19 dann deutlich stärker an und erreicht im Wintersemester 2021/22 mit 578 Studierenden einen vorläufigen Höhepunkt. Bis zum Wintersemester 2023/24 ist ein Absinken auf 493 Studierende festzustellen, bevor es im Wintersemester 2024/25 wieder zu einem Anstieg auf 590 Studierende kommt.
Im Kuchendiagramm sind die Werte für weitere sechs Weiterbildungsstudiengänge an der FAU am Standort Nürnberg abgetragen. Bitte entnehmen Sie die Werte aus der im Anschluss folgenden Wertetabelle (b).
Wertetabelle:
| Weiterbildungsstudiengänge | WS 2014/15 | WS 2015/16 | WS 2016/17 | WS 2017/18 | WS 2018/19 | WS 2019/202 | WS 2020/21 | WS 2021/22 | WS 2022/23 | WS 2023/24 | WS 2024/25 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Health Business Administration | 250 | 264 | 294 | 299 | 329 | 405 | 557 | 578 | 526 | 493 | 590 |
| Gesamt | 383 | 395 | 418 | 415 | 455 | 523 | 735 | 727 | 652 | 614 | 733 |
<figcaption>Daten zu Abbildung F 4.2a (Liniendiagramm): Studierendenzahlen im ersten Fachsemester der Weiterbildungsstudiengänge der FAU am Standort Nürnberg, 2014 bis 2024</figcaption>
| Weiterbildungsstudiengänge | WS 2024/25 |
|---|---|
| Business Management | 22 |
| Health and Medical Management | 34 |
| Global Business Management (Siemens Class) | 24 |
| Marketing-/Vertriebsmanagement | 28 |
| Digital Business & AI/Digital Business Administration(alt) | 20 |
| Sustainability Management | 15 |
<figcaption>Daten zu Abbildung F 4.2b (Kuchendiagramm): Studierendenzahlen im ersten Fachsemester der Weiterbildungsstudiengänge der FAU am Standort Nürnberg, 2024</figcaption>
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.
Die genannten Studierendenzahlen aus F 4.2 beziehen sich nur auf die Studierenden im ersten Fachsemester, nur Standort Nürnberg.
Im Wintersemester 2024/25 belegten 1 737 Studierende einen Weiterbildungsstudiengang an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg am Standort Nürnberg. Dies entspricht 19,6 % der dortigen Gesamtstudierendenzahl. Besonders gefragt war der Weiterbildungsstudiengang „Health Business Administration“: Hier war die Anzahl der Studienanfängerinnen und Studienanfänger im Wintersemester 2024/25 mit 590 mehr als doppelt so hoch wie im Wintersemester 2016/17. Der bisherige Weiterbildungsstudiengang „Master of Digital Business Administration“ wurde inhaltlich überarbeitet und durch den neuen Studiengang „Digital Business & AI“ ersetzt.294
An der Technischen Hochschule Nürnberg besuchten im Wintersemester 2024/25 351 Studierende Weiterbildungsstudiengänge mit Bachelor- und Masterabschluss sowie Aufstiegsfortbildungen.295 Für den berufsbegleitenden Weiterbildungsstudiengang „Public Management“ mit Abschluss Bachelor und Master gibt es zwischen der Stadt Nürnberg und der OHM Professional School, dem Weiterbildungsinstitut der Technischen Hochschule, eine enge Kooperation.296
Die Evangelische Hochschule Nürnberg bietet den Weiterbildungsmaster „Sozialmanagement“ an, der im Wintersemester 2024/25 von 84 Studierenden belegt wurde.297
- 294 Quelle: Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.
- 295 Quelle: Technische Hochschule Nürnberg.
- 296 Ebd.
- 297 Quelle: Evangelische Hochschule Nürnberg.
Zusammenfassung
Hochschulstandort Nürnberg
Die Zahlen zur regionalen Herkunft der Studierenden zeigen, dass Studienanfängerinnen und Studienanfänger aus Nürnberg und dem Umland gerne in Nürnberg studieren: 63,7 % Prozent der Studierenden haben ihre Hochschulberechtigung in Nürnberg oder der Europäischen Metropolregion Nürnberg erworben. Aber auch international ist die städtische Hochschullandschaft attraktiv, wie die wachsende Zahl ausländischer Studierender an den Nürnberger Hochschulen belegt.
Fächerprofil und Diversität
Mehr als die Hälfte der Studierenden (54,0 %) waren im Wintersemester 2024/25 für Studiengänge im Bereich der Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften eingeschrieben. Dabei sind nach wie vor deutliche Unterschiede in der Studienfachwahl zwischen den Geschlechtern zu beobachten: So waren im Wintersemester 2024/25 Männer mit einem Anteil von 75,6 % in den Ingenieurswissenschaften überrepräsentiert, während Frauen mit einem Anteil von 81,2 % den Großteil der Studierendenschaft in den Geisteswissenschaften stellen. Im Zeitverlauf hat sich an diesen geschlechtertypischen Präferenzen nur wenig geändert. Gelegentlich werden Mentoring- und Förderprogramme angeboten, um insbesondere weibliche Studierende zu unterstützen.
Chancengleichheit
Um allen Studienanfängerinnen und Studienanfängern unabhängig von ihren finanziellen Möglichkeiten ein Studium zu ermöglichen, spielt die Förderung nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) eine zentrale Rolle. Interessanterweise haben jedoch nur knapp 12 % der förderberechtigten Studierenden diese Unterstützung tatsächlich in Anspruch genommen. Dabei zeigen sich zudem große Unterschiede zwischen den einzelnen Hochschulen.
Auch bei Zugewanderten ist das Interesse an einem Studium groß, wie die hohe Zahl der Beratungen bei der Bildungsberatung Garantiefonds Hochschule im Jahr 2024 verdeutlicht. Bei vielen Ratsuchenden kann ein Fluchthintergrund vermutet werden: Die Mehrheit von ihnen stammte aus der Ukraine (64 %), gefolgt von Syrien (13 %) und Afghanistan (8 %) – Länder, die von einer hohen Fluchtmigration geprägt sind.
Alle befragten Hochschulen unterstützen Studierende mit chronischen Erkrankungen oder Behinderungen. Konkret äußert sich dies beispielsweise in entsprechenden Beratungs- und Informationsangeboten sowie in der Möglichkeit, Nachteilsausgleiche zu beantragen.
Studium und Berufsbildung
In den vergangenen Jahren ist die Anzahl der dualen Studienangebote deutlich gestiegen. Häufig besteht die Möglichkeit, zwischen einem Studium als reiner Theorieveranstaltung und einem dualen Angebot mit Praxisanteilen zu wählen. Solche dualen Studiengänge verknüpfen Theorie und Praxis effektiv und ermöglichen es den Studierenden darüber hinaus, frühzeitig mit potenziellen Arbeitgebern Kontakt aufzunehmen.
Auch die berufliche Weiterbildung wird von den Hochschulen gefördert, unter anderem durch Weiterbildungsmasterprogramme. Daneben gibt es Studienangebote, die berufsbegleitend absolviert werden können. Auf diese Weise erhalten auch Studieninteressierte, die auf ein regelmäßiges Einkommen angewiesen sind, die Chance, einen (weiterführenden) Hochschulabschluss zu erwerben.
Für beruflich Qualifizierte kann eine Studienaufnahme zudem interessante Aufstiegsmöglichkeiten bieten. Allerdings ist diese Option (noch) nicht allgemein bekannt, und die Regelungen sind bundesweit nicht einheitlich.
Insgesamt kann festgehalten werden, dass die Hochschulbildung flexibler, dynamischer und durchlässiger geworden ist. Dadurch wird sie auch für Studieninteressierte mit nicht linear verlaufenden Bildungsbiographien attraktiver und sie kann besser auf die Anforderungen einer sich im Wandel befindenden Gesellschaft reagieren.
Empfehlungen
Die neue Technische Universität Nürnberg wird in den nächsten Jahren mit ihrer erwartbar wachsenden Studierendenzahl und ihrer dezidiert internationalen Ausrichtung einen nachhaltigen Einfluss auf die städtische Hochschullandschaft haben. Und die Entstehung des Universitätscampus im Quartier Lichtenreuth wird einen wichtigen Beitrag zur Stadtgestaltung leisten. Diese Entwicklung gilt es zu unterstützen und die Vernetzung der Universität mit weiteren Bildungsakteuren aktiv zu fördern.
Die Anzahl der Wohnheimplätze für Studierende in Nürnberg liegt mit 6,99 % unter dem bayernweiten Durchschnitt von 8,71 % und auch unter dem bundesweiten Durchschnitt von 9,61 % (Stichtag 1.1.2023).298 Um Nürnberg als Hochschulstandort noch attraktiver zu machen, ist der erleichterte Zugang zu bezahlbarem Wohnraum und die Schaffung zusätzlicher Wohnheimplätze für Studierende in Nürnberg dringend erforderlich. Neubauten, wie beispielsweise das im Sommer 2025 eröffnete Wohnheim an der Maximilianstraße, sind daher sehr zu begrüßen.
Bewährte Programme für geflüchtete Studieninteressierte, wie „Integra – Integration von Flüchtlingen ins Fachstudium“ oder „Welcome – Studierende engagieren sich für Flüchtlinge“, sind zum Jahresende 2023 ausgelaufen. Gerade für Geflüchtete, die ihre Heimat oftmals ungeplant verlassen mussten und deshalb ihr Studium abbrachen oder es gar nicht erst beginnen konnten, sind Unterstützungsangebote jedoch weiterhin notwendig. Dazu gehören beispielsweise studienvorbereitende Kurse, begleitende Sprachkurse oder finanzielle Hilfen für Studierende mit Fluchthintergrund. Solche Maßnahmen sind nicht nur wichtig, um Bildungschancen zu sichern, sondern auch, um den bestehenden und zukünftigen Bedarf an Fachkräften zu decken.
Informations- und Beratungsangebote zu berufsbegleitenden, dualen und flexiblen Studienformaten sowie zu den Zugangsmöglichkeit für beruflich Qualifizierte sollten weiter ausgebaut werden. Auch dadurch lässt sich dem Fachkräftemangel entgegenwirken.
Die Datenlage zu Studierenden mit Behinderung ist bislang sehr lückenhaft. Obwohl laut einer Studierendenbefragung im Sommersemester 2021 16 % der Studierenden angaben, eine studienerschwerende Beeinträchtigung zu haben, stehen nur wenige Daten und weiterführende Informationen zur Verfügung. Um die Situation dieser Studierendengruppe genauer analysieren und mögliche Bedarfe daraus ableiten zu können, braucht es sowohl bundesweit wie auch auf kommunaler Ebene eine bessere Datengrundlage. Nur so lassen sich die Bedürfnisse von Studierenden mit chronischen Erkrankungen oder Behinderungen realistisch einschätzen und passende Maßnahmen planen.
Austauschformate und Netzwerke zwischen den örtlichen Hochschulen – insbesondere über die jeweiligen Beauftragten für die Belange von behinderten und chronisch kranken Studierenden – können dazu beitragen, Best-Practice-Modelle zu entwickeln und wirksame, nachhaltige Unterstützungsangebote für alle Studierenden zu schaffen.
Sowohl Lehrende als auch Mitstudierende an den Hochschulen sollten für die Bedürfnisse von Studierenden mit Behinderung sensibilisiert werden, um Verständnis und einen respektvollen Umgang zu fördern. Eine wichtige Rolle kann dabei die Qualifizierung sogenannter Bildungsfachkräfte übernehmen, die Hochschulen bei diesem Prozess gezielt unterstützen.
- 298 Deutsches Studierendenwerk (2023): Wohnraum für Studierende. Statistische Übersicht 2023, Berlin.
