Einfache Sprache

A Bildung im Spannungsfeld aktueller Rahmenbedingungen

Zusammenfassung in Einfacher Sprache

Bevölkerung in Nürnberg

In Nürnberg leben viele junge Menschen.
In Nürnberg leben mehr junge Menschen als in vielen anderen deutschen Orten. 
Das liegt vor allem daran, dass viele Menschen nach Nürnberg zuwandern. Zuwandern bedeutet, die Menschen kommen aus einem anderen Land.
Menschen mit Migrationshintergrund sind in Nürnberg im Durchschnitt etwa 10 Jahre jünger als Menschen ohne Migrationshintergrund. Menschen mit Migrationshintergrund sind Menschen, die zum Beispiel aus einem anderen Land kommen. Oder ihre Familie kommt aus einem anderen Land. 

Das ist eine große Chance für die Wirtschaft. Damit ist gemeint: Wenn viele junge Menschen in der Stadt leben, können sie als Fachkräfte arbeiten. Das ist auch gut für Unternehmen. Deshalb ist es wichtig, Zuwanderinnen und Zuwanderern gute Bildungschancen zu geben.

Doch es gibt auch Herausforderungen. Eine Herausforderung ist eine schwierige Situation, die man unbedingt schaffen will. Das sind zum Beispiel Herausforderungen für Nürnberg:

  • Viele neue Nürnbergerinnen und Nürnberger haben Schwierigkeiten mit der Sprache
  • Sie kennen oft wenige Menschen. Außerdem haben sie weniger Netzwerke, die beim Start helfen. Ein Netzwerk ist zum Beispiel eine Gruppe von Menschen, die sich gegenseitig hilft. Ein Netzwerk kann zum Beispiel eine Gruppe von Eltern sein.
  • Die Abschlüsse von Menschen mit Migrationshintergrund werden in Deutschland nicht immer anerkannt. Mit Abschlüssen sind Schulabschlüsse und Berufsabschlüsse gemeint. Ein Berufsabschluss ist zum Beispiel eine Schreinermeisterin oder Schreinermeister:

Diese Probleme können eine erfolgreiche Integration schwerer machen. Integration bedeutet, Menschen aus einem anderen Land kommen nach Deutschland. Diese Menschen wollen hier leben und arbeiten. So möchten sie auch zur deutschen Gesellschaft gehören.

Veränderungen bei der Zuwanderung

Die Zuwanderung verändert sich. Das heißt:
Früher kamen viele Menschen aus der Europäischen Union. Die Menschen kamen vor allem aus Osteuropa. Die Abkürzung für Europäische Union ist EU.
Heute kommen weniger Menschen aus Osteuropa nach Nürnberg. Fachleute sind der Meinung, das wird auch in Zukunft so weitergehen. Ein Grund dafür ist, dass die Löhne in der EU inzwischen ähnlicher geworden sind.

Deshalb kommen heute mehr Menschen aus Drittstaaten nach Nürnberg. Drittstaaten sind Länder, die nicht zur EU gehören.
Die Zuwanderung aus Drittstaaten ist sehr unterschiedlich. Das heißt: Manchmal gibt es viele Zuwanderinnen und Zuwanderer. Manchmal gibt es weniger.

Deshalb ist es wichtig, dass Nürnberg gute Angebote für Zuwanderinnen und Zuwanderer im Bereich Bildung hat und diese Angebote weiter verbessert.
So ist die Stadt auch in Zukunft gut vorbereitet, wenn wieder mehr Menschen zuwandern.

Geburten und Altersentwicklung

In Nürnberg gibt es weniger Babys und Kleinkinder als in den letzten Jahren.
Die Zahl der Kinder im Krippenalter sinkt. Das sind Kinder unter 3 Jahren. Und auch die Geburtenzahl ist niedriger geworden.
Diese Entwicklung ist gerade in ganz Deutschland so.
Noch ist aber nicht klar, ob das nur vorübergehend ist oder ein dauerhafter Trend.

Arbeitsmarkt in Nürnberg

Bis 2019 war die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt gut.
Dann kam die Corona-Pandemie. Die Folgen von Corona konnte man in Deutschland deutlich sehen. Zum Beispiel daran:

  • Mehr Arbeitslose
  • Weniger freie Arbeitsplätze

Im Jahr 2022 erholte sich der Arbeitsmarkt wieder, aber zuletzt machte sich die schwache Wirtschaftslage bemerkbar. Schwache Wirtschaftslage bedeutet zum Beispiel, dass Unternehmen immer weniger Aufträge haben.

Nicht alle Menschen sind gleich betroffen:
Besonders Langzeitarbeitslose, Frauen und Menschen ohne deutsche Staatsbürgerschaft haben größere Schwierigkeiten auf dem Arbeitsmarkt. Deutsche Staatsbürgerschaft bedeutet, dass die Menschen einen deutschen Pass besitzen.

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten erreichte 2022 einen Rekord und blieb danach stabil hoch.
Trotz steigender Arbeitslosigkeit waren im Jahr 2024 so viele Nürnbergerinnen und Nürnberger beschäftigt wie noch nie zuvor.

Menschen mit Schwerbehinderung

Menschen mit Schwerbehinderung sind durch besondere Regeln auf dem Arbeitsmarkt besser geschützt. Deshalb verlieren sie seltener ihren Arbeitsplatz.
Schwerbehinderung bedeutet, dass die Menschen mindestens einen Grad der Behinderung von 50 haben müssen. Der Grad der Behinderung ist eine Zahl. Die Zahl steht im Schwerbehindertenausweis.
Die Gesamtzahl der Beschäftigten mit Schwerbehinderung bleibt seit Jahren ungefähr gleich

Offene Stellen und Fachkräftemangel

Im Jahr 2024 gab es weniger freie Arbeitsplätze als im Jahr 2023. Trotzdem ist die Zahl der nicht besetzten Arbeitsplätze in den letzten zehn Jahren insgesamt gestiegen.

Das bedeutet:
Es gibt viele Arbeitslose, aber auch viele freie Arbeitsplätze. Aber das Problem dabei ist: Angebot und Nachfrage passen oft nicht zusammen.
Das nennt man „Passungsproblem“ 

Die Ursache ist oft, dass die Qualifikationen der Arbeitssuchenden nicht zu den Anforderungen der Arbeitgeber passen. Arbeitgeber sind die Unternehmen, die freie Arbeitsplätze anbieten.
Auch Veränderungen bei der Technik erhöhen dieses Problem. Die neue Technik verlangt mehr Qualifikationen. Darunter versteht man spezielle Kenntnisse und Fähigkeiten.

Da der Fachkräftemangel nur in bestimmten Engpassberufen auftritt, braucht es passende Weiterbildungen. Engpassberufe bedeutet: In diesen Berufen braucht man mehr Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, aber es gibt zu wenig Bewerberinnen und Bewerber.
Nur mit passenden Ausbildungen der Menschen können Betriebe genug Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bekommen.

Soziale Unterstützung und Arbeitslosigkeit

Seit 2021 ist die Zahl der Menschen, die Bürgergeld bekommen, gestiegen. Bürgergeld ist eine Hilfe vom Staat für Menschen, die nicht genug Geld zum Leben haben. 
Hilfen für Asylbewerber spielen dagegen nur eine geringe Rolle. Ein Asylbewerber ist ein Mensch, der in einem anderen Land Schutz sucht und dort einen Antrag stellt, um sicher leben zu können.
Wichtig ist dabei:
Geflüchtete aus der Ukraine dürfen seit 1. Juni 2022 Bürgergeld beziehen – im Gegensatz zu anderen Schutzsuchenden.

Einige Gruppen brauchen besonders viel staatliche Unterstützung.
Das wirkt sich auch auf ihre Bildungschancen aus.
Zum Beispiel:

  • Je mehr Kinder eine Familie hat, desto höher ist das Risiko, dass sie Hilfe braucht.
  • Bei Alleinerziehenden ist dieses Risiko besonders groß. Alleinerziehende sind Mütter oder Väter, die ohne Partner ein oder mehrere Kinder großziehen.

Diese Menschen brauchen besonders gute Unterstützung, damit sie an Bildung und Gesellschaft teilhaben können.

Ein gutes Beispiel ist der Nürnberg-Pass. Der Nürnberg-Pass ist eine Hilfe für Menschen mit geringem Einkommen aus Nürnberg. 
Im Jahr 2024 nutzten 71,3 % aller Berechtigten den Nürnberg-Pass. Das sind fast drei Viertel von allen Berechtigten. Berechtigte sind Menschen, die den Nürnberg-Pass bekommen können. 
Er ermöglicht Ermäßigungen beim Zugang zu Bildung, Kultur, Freizeit, Sport und zum öffentlichen Nahverkehr. Er unterstützt die soziale Teilhabe.

Sozialräumliche Unterschiede in Nürnberg

Menschen mit geringen Einkommen oder in schwierigen Lebenslagen leben oft in bestimmten Stadtteilen. Das zeigt auch die Statistik. Lebenslagen sind Situationen, in denen sich Menschen befinden.
Deshalb sind soziale Projekte im Stadtteil besonders wichtig. Diese Projekte helfen vielen Menschen.

Ein Beispiel dafür ist das Startchancen-Programm von Bund und Ländern. Das Projekt hilft Schulen in benachteiligten Gebieten.

Zusammenhang von Armut und Migration

In vielen Stadtteilen in Nürnberg leben viele Menschen mit Migrationshintergrund. Gleichzeitig leben in denselben Stadtteilen viele Menschen mit wenig Geld. Es gibt aber auch Ausnahmen:
In einigen Gebieten, zum Beispiel West-Langwasser, Eberhardshof, Bärenschanze oder Maxfeld, leben viele Menschen mit Migrationshintergrund, aber weniger Personen, die soziale Hilfen brauchen.

Aber:
Nicht die Zuwanderung selbst führt zu Bildungsnachteilen.
Oft haben zugewanderte Familien verschiedene Nachteile. Zum Beispiel haben sie vielleicht wenig Geld. Und daraus ergeben sich dann manchmal auch Bildungsnachteile.

Deshalb ist es wichtig, dass es sprachliche Hilfen gibt. Das können zum Beispiel Sprachkurse sein. Auch muss es mehr Netzwerke für Menschen mit Migrationshintergrund geben. Diese Hilfen müssen zu Bildungs- und Integrationsmaßnahmen gehören.
Sie können helfen, Probleme abzubauen und Chancen zu verbessern.

C Frühkindliche Bildung

1. Zusammenfassung in Einfacher Sprache

Frühkindliche Bildung in Nürnberg

Kinder lernen schon in den ersten Lebensjahren sehr viel. Das Lernen in der Zeit bis zum 6. Lebensjahr nennt man frühkindliche Bildung. Die Familie und ihre Lebenslagen haben großen Einfluss auf die frühkindliche Bildung. Lebenslagen bedeutet zum Beispiel: 

  • Welchen Schulabschluss haben die Eltern?
  • Gehen die Eltern einer Arbeit nach oder nicht?

Frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung sind deshalb sehr wichtig. In Nürnberg gibt es dazu viele Informationen und Entwicklungen.

Lebenslagen

Nicht alle Kinder haben die gleichen Chancen. Ein Teil der Kinder lebt in Familien mit wenig Geld. Im Jahr 2024 waren etwa 16 von 100 Kindern unter 6 Jahren auf Sozialleistungen angewiesen. Sozialleistungen sind zum Beispiel Wohngeld. Damit kann zum Beispiel die Miete bezahlt werden. Auch das Bürgergeld ist eine Sozialleistung. Beim Bürgergeld erhalten Eltern für ihre Kinder Geld, damit die Kinder genug zu essen und trinken haben. Auch die Kosten für Kleidung und Schulsachen können durch das Bürgergeld bezahlt werden. Viele Familien bekommen Hilfe wie das Bildungs- und Teilhabepaket. Die Abkürzung für Bildungs- und Teilhabepaket ist BuT. Das können Kinder oder ihre Eltern beantragen. Zum Beispiel, wenn sie Geld für Schule, Kindertageseinrichtungen oder für die Freizeit benötigen. Voraussetzung für das BuT ist, dass sie ohne dieses Geld nicht die gleichen Chancen und Möglichkeiten haben. Immer mehr Familien nutzen auch den Nürnberg-Pass, der Vergünstigungen bringt. 

Betreuung in Kitas und Tagespflege

Ende 2024 waren in Nürnberg 19.398 Kinder bis zur Einschulung in Kitas. Kita ist die Abkürzung für Kindertageseinrichtung. Zu einer Kindertageseinrichtung gehören meistens die Kinderkrippe und der Kindergarten. Von den 19.398 Kindern waren 4.308 Kinder jünger als drei Jahre. In der Tagespflege sind im Jahr 2024 714 Kinder betreut worden. Vor allem sehr kleine Kinder sind in der Tagespflege betreut worden. Tagespflege heißt: Die Kinder werden am Tag von einer Tagesmutter oder einem Tagesvater betreut. So können die Eltern in die Arbeit gehen.

Inklusion

Ende des Jahres 2024 haben 280 Kinder mit Behinderung in Nürnberg gelebt. In den Kitas gibt es immer mehr Kinder mit Behinderung oder drohender Behinderung. Im Jahr 2024 waren es 850 Kinder. Drohende Behinderung bedeutet: Eine Person hat noch keine Behinderung. Es ist aber sehr wahrscheinlich, dass die Person bald eine Behinderung bekommt. Dies kann bei Krankheiten passieren, die über die Jahre immer schlimmer werden. Diese Entwicklung ist vom frühen Kindesalter bis ins Erwachsenenalter feststellbar. 

Viele Einrichtungen arbeiten inzwischen inklusiv: 59 Prozent im Jahr 2024, im Jahr 2015 waren es nur 33 Prozent. 59 Prozent heißt hier: 59 von 100 Kitas arbeiten inklusiv. Inklusiv bedeutet hier: Kinder mit und ohne Behinderung sind zusammen in der gleichen Kita. Für Kinder mit Behinderung gibt es dabei Unterstützung, z. B. durch Mobile Sonderpädagogische Hilfen. Die Mobilen Sonderpädagogischen Hilfen kommen in die Kitas und beraten die Erzieherinnen und Erzieher vor Ort. Es sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich sehr gut mit Kindern mit Behinderung auskennen. Auch der Fachdienst Inklusion der Stadt Nürnberg kann Eltern und Kitas gut bei der Inklusion unterstützen.

Personal

In Nürnberger Kitas haben 2024 4.539 pädagogische Fachkräfte gearbeitet. Dabei waren es etwas mehr Erzieherinnen und Erzieher als Kinderpflegerinnen und Kinderpfleger. Es waren etwas weniger Fachkräfte mit Studium als im Jahr 2021. Dafür waren es mehr Heilpädagoginnen und Heilpädagogen. Die praxisintegrierte Ausbildung wird wichtiger. Im Jahr 2024 haben 109 Personen diese Ausbildung gemacht. Die Abkürzung für praxisintegrierte Ausbildung ist PiA. PiA bedeutet: Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten schon in einer Kita und machen gleichzeitig ihre Ausbildung.

Investitionen in Qualität und Teilhabe

Investition bedeutet: Es wird Geld mit dem Ziel ausgegeben, dass etwas besser wird. Zwischen den Jahren 2022 und 2025 gab Nürnberg jedes Jahr etwa 2,5 bis 2,9 Millionen Euro für Qualität in Kitas aus. Das Geld ist für Fachkräfte, Ausbildung, Elternbegleiterinnen und Familienzentren eingesetzt worden. Elternbegleiter können Eltern unterstützen. Das machen sie zum Beispiel bei Fragen zur Erziehung oder beim Planen des Familienalltags. Programme wie „Schultüte“ oder „Kita-Einstieg“ unterstützen besonders benachteiligte Kinder. Das sind zum Beispiel Kinder, die aus anderen Ländern zugewandert sind, oder Kinder, die wenig Geld haben.

Sprachförderung

Der Vorkurs Deutsch 240 fördert Kinder mit Sprachproblemen. Also Kinder, die noch Probleme beim Sprechen der deutschen Sprache haben. Seit dem Jahr 2024 gibt es verpflichtende Sprachtests für Kinder, die in 1,5 Jahren in die Schule kommen. Die Kinder machen den Test also im Alter von 4 oder 5 Jahren. Im Schuljahr 2024/25 haben 1.370 Kinder beim Vorkurs mitgemacht. Aber Lehrerinnen und Lehrer haben dafür weniger Stunden zur Verfügung gehabt. Sie haben 40 Prozent weniger Stunden zur Verfügung gehabt als im Jahr 2016/17.

2. Empfehlungen in Einfacher Sprache

Familien unterstützen
Familien mit wenig Geld sollen noch besser informiert und unterstützt werden. Zum Beispiel mit Angeboten in eigenen Stadtteil.

Verschiedene Unterstützungsangebote erhalten
Es sollen verschiedene Arten von Unterstützungsangeboten erhalten bleiben, wie zum Beispiel die Kita und die Tagespflege

Inklusion fördern
Es soll auch mehr Inklusion geben. Dafür sind mehr multiprofessionelle Teams geplant. Multiprofessionelle Teams bedeutet: Fachkräfte aus verschiedenen Bereichen arbeiten zusammen. Die Fachkräfte kommen zum Beispiel aus den Bereichen Erziehung, Therapie und Schule.

Fachkräfte gewinnen und unterstützen
Es müssen mehr Fachkräfte aus unterschiedlichen Berufsgruppen gewonnen werden. Wenn diese in der Kita zusammenarbeiten, steigt die Qualität. Dafür muss sich stärker eingesetzt werden.
Die Fachkräfte müssen in ihrem Arbeitsalltag unterstützt werden. Zum Beispiel durch Fortbildung.

Sprachförderung ausbauen
Für die Sprachförderung muss es mehr Geld geben, besonders für Kinder mit hohem Unterstützungsbedarf.

Digitales Lernen ermöglichen
Es soll auch mehr digitale Angebote in Kitas geben. Dafür brauchen die Fachkräfte mehr Schulungen. Digitale Angebote sind Angebote, die man am Computer oder über das Internet machen kann. 

Qualität weiterentwickeln
Ab 2025 gibt es durch ein Bundesgesetz zusätzliches Geld für Kitas, z. B. für mehr Personal und bessere Qualität.
Aber in Nürnberg gibt es trotzdem zu wenig Geld für gute frühkindliche Bildung. 

Einfache Sprache

D Allgemeinbildende Schulen

1. Zusammenfassung in Einfacher Sprache

Allgemeine Entwicklung der Schulen in Nürnberg

In den letzten Jahren gab es an den Nürnberger Schulen viele Veränderungen.
Dabei waren zwei Ereignisse besonders wichtig:

  • die Corona-Pandemie,
  • und die hohe Zuwanderung von Geflüchteten aus der Ukraine. Zuwanderung bedeutet, es sind viele Menschen aus der Ukraine nach Nürnberg gekommen.

Diese beiden Ereignisse haben die Schulen stark beeinflusst.

Im Schuljahr 2023/24 gingen in Nürnberg 54.977 Schülerinnen und Schüler in allgemeinbildende Schulen. Das sind 2.058 Kinder und Jugendliche mehr als im Schuljahr 2020/21 – ein Plus von 3,9 %.

An den Grundschulen ist die Zahl der Schülerinnen und Schüler am meisten gestiegen.
Auch an Gymnasien und Realschulen gab es mehr Schülerinnen und Schüler.
Darum musste es vor allem an den allgemeinbildenden Schulen viele neue Klassen geben.

Zu den allgemeinbildenden Schulen in Nürnberg gehören Grundschulen, Gymnasien, Realschulen, Mittelschulen und Förderschulen.

Übertritte und soziale Unterschiede

Übertritt bedeutet, dass Schülerinnen und Schüler in eine andere Schulart wechseln. Zum Beispiel von der Grundschule auf das Gymnasium. 

In Nürnberg gibt es soziale Unterschiede zwischen den Stadtteilen

In welchem Stadtteil Kinder und Jugendliche wohnen, wirkt sich auf viele Dinge aus. Ein Beispiel ist der Wechsel von der Grundschule zu den weiterführenden Schulen.

In den Stadtrandgebieten wechseln mehr Kinder auf Realschulen oder Gymnasien. In der Südstadt und im Westen der Stadt ist der Anteil niedriger. 

Die Unterschiede zwischen den Stadtteilen sind etwas kleiner geworden, aber noch deutlich sichtbar. Damit zeigt sich: In Nürnberg gibt es weiter soziale Unterschiede.

Deshalb gibt es das Startchancen-ProgrammDafür wurden in Nürnberg 57 Schulen ausgewählt, die in Stadtteilen mit schwierigen sozialen Bedingungen liegen.
Diese Schulen erhalten in den nächsten zehn Jahren besondere Förderung, um mehr Chancengleichheit zu schaffen. Chancengleichheit bedeutet: Alle Kinder sollen die gleichen Möglichkeiten haben, egal aus welchem Elternhaus sie kommen.

Abschlüsse und Schulentwicklung

Im Schuljahr 2022/23 beendeten 4,7 % mehr junge Menschen ihre Schulzeit als im Schuljahr 2020/21.
An den Mittelschulen gab es mehr Abschlüsse, aber der Anteil der Schülerinnen und Schüler ohne Abschluss blieb fast gleich. 
Mit Abschlüssen sind Schulabschlüsse gemeint. Das Abitur ist zum Beispiel ein Abschluss des Gymnasiums.
Die Veränderungen sind:

  • Mehr Schülerinnen und Schüler machten den Mittleren Schulabschluss.
  • Weniger erreichten das Abitur.
  • An den Förderschulen haben deutlich weniger Kinder den Abschluss der Mittelschule geschafft.

Entwicklungen in der Corona-Zeit

Die neuen Zahlen zeigen, welche Entwicklungen es an Nürnbergs Schulen in der 
Corona-Zeit gab:

  • Zum Ende des Schuljahres 2020/21 wechselten weniger Kinder auf Mittelschulen
    und mehr auf Gymnasien.
  • In den Jahren danach haben sich die Erfahrungen wieder geändert. Es war wieder ungefähr so wie vor der Corona-Pandemie.

Seit dem Schuljahr 2020/21 wechseln mehr Kinder die Schulart. Und es gibt mehr Klassenwiederholungen an Gymnasien und Realschulen. Klassenwiederholungen bedeutet hier, dass Kinder eine Klasse zweimal machen mussten.

Fast doppelt so viele Kinder nutzen seit der Pandemie Lernförderung über das Bildungs- und Teilhabepaket.

Ganztagsförderung und Kinderbetreuung

Seit 2017 arbeitet Schule und Jugendhilfe   mit dem „Nürnberger Weg“ eng zusammen.  Dies ist hilfreich für die Umsetzung des  Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung ab 2026/27 . Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung bedeutet, dass jedes Schulkind am Nachmittag betreut werden muss. Ziel ist, dass die Eltern länger arbeiten können. In den letzten zwei Jahren entstanden 1.000 neue Plätze in Kindertageseinrichtungen.

Im Schuljahr 2024/25 haben 70% der Kinder in Nürnberg einen Platz in der Ganztagesbetreuung bekommen.  Dieser Anteil war gleichbleibend. Der Grund dafür war, dass die Zahl der Grundschulkinder stieg.

Den größten Teil der Ganztagsbetreuung machen Horte, Häuser für Kinder und Kombieinrichtungen aus. In einer Kombieinrichtung arbeiten die Schule und ein Partner für die Ganztagsbetreuung an einem Standort zusammen.
Sie bieten auch Ferienbetreuung an.
Daneben gibt es andere Betreuungsangebote an den Schulen, wie zum Beispiel die Mittagsbetreuung. 

Die bisherigen Lösungen wurden angepasst, so dass sie auch in Zukunft funktionieren.
Durch eine neue Zusammenarbeit zwischen Grundschulen soll es weitere Angebote geben.

Sprachförderung

Sprachförderung bleibt in Nürnberg sehr wichtig. Vor allem für Kinder, deren Familien nicht Deutsch sprechen.
Die Zahlen zeigen, dass Kinder mit ausländischer Staatsangehörigkeit öfter eine Klasse wiederholen als Kinder mit deutscher Staatsangehörigkeit.
Sie wechseln auch seltener nach der 4. Klasse auf ein Gymnasium.

Sprachtests im Kindergarten-Alter sind nun Pflicht. Dadurch sollen Probleme und Förderbedarf früh erkannt werden. So kann schon vor der Einschulung besser geholfen werden.

Beratung und Unterstützung an Schulen

An den Schulen ist der Bedarf an Beratung und Unterstützung hoch.
Unterstützung bietet:

  • die Jugendsozialarbeit an SchulenDie Abkürzung dafür ist JaS . 
    Es gibt auch die Schulsozialpädagogik mit den gleichen Aufgaben.
  • und Schulpsychologinnen und Schulpsychologen.

Die Probleme der Kinder und Familien werden komplizierter. Viele sind psychisch belastet. Psychisch belastet bedeutet, dass sie mit ihren Gefühlen und Druck nicht zurechtkommen. Deshalb haben sie in der Schule Probleme.
Dafür gibt es Teams aus verschiedenen Expertinnen und Experten. Diese Expertinnen und Experten haben verschiedene Berufe gelernt. Und können so den Kindern besonders gut helfen. Diese Berufsgruppen sollen zusammenarbeiten:

  • Lehrkräfte,
  • Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter,
  • Sonderpädagoginnen und Sozialpädagogen,
  • Andere Fachkräfte 

Inklusion und sonderpädagogische Förderung

Regelschulen sind die üblichen Schulen für die meisten Kinder.  An Regelschulen werden vor allem Kinder ohne Behinderung unterrichtet.  Regelschulen sind z.B. Grundschule, Mittelschule, Realschule und Gymnasium. Andere Schulen für Kinder mit Behinderung sind Förderschulen

In Regelschulen sind mittlerweile mehr Kinder, die spezielle Förderung brauchen. Es braucht daher mehr sonderpädagogische Unterstützung. Das sind zum Beispiel spezielle Lehrkräfte. Sie können den Kindern den Lernstoff langsamer erklären. Inklusion muss weiter ausgebaut werden. 

In Nürnberg gibt es für Inklusion verschiedene Modelle. Es gibt zum Beispiel Schulen mit dem Profil Inklusion. Außerdem gibt es Kooperationsklassen und Partnerklassen.
Diese Modelle bestehen weiter. 

Bei der Inklusion einzelner Schülerinnen und Schüler an Regelschulen gibt es

  • Schulbegleitungen:  Schulbegleitung ist eine Person, die ein Kind unterstützt, besser am Schulunterricht teilnehmen zu können. 
    Die Zahl der Schulbegleitungen für Kinder mit seelischer Behinderung stieg zuletzt auf 201 Kinder und Jugendliche.
  • MSD-Förderstunden. MSD ist die Abkürzung für Mobiler Sonderpädagogischer Dienst. Das sind Lehrkräfte aus Förderschulen. Sie unterstützen Kinder mit Behinderung in den Regelschulen. Dafür kommen sie in die Regelschulen
  • und Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen an Regelschulen.

Digitalisierung und Weiterbildung

Der digitale Unterricht hat sich in den letzten Jahren stark verbessert. Damit ist gemeint:

  • Die Schulen und Klassenzimmer sind besser ausgestattet.
  • Alle Lehrkräfte haben Dienstgeräte.
  • Fortbildungen über das Institut für Pädagogik und Schulpsychologie Nürnberg sind sehr beliebt. Die Abkürzung dafür ist IPSN.
    Auch das Medienzentrum Nürnberg-Fürth bietet passende Angebote.

2. Empfehlungen in Einfacher Sprache

Frühe Sprachförderung:
Gute Deutschkenntnisse sind die Grundlage für Bildung und Integration.
Sprachförderung soll so früh wie möglich beginnen, zum Beispiel im Vorkurs Deutsch 240.
Kinder sollen nicht getrennt in Sprachklassen, sondern gemeinsam mit anderen lernen – mit zusätzlicher Unterstützung.
So lernen sie besser Deutsch und finden leichter Freunde.

Vielfalt und Zusammenarbeit:
In Nürnbergs Klassen lernen Kinder mit unterschiedlichen Hintergründen.
Mit unterschiedlichen Hintergründen sind zum Beispiel verschiedene Sprachen, Kulturen, Lernbedarfe oder unterschiedliche soziale Lebenslagen gemeint. Lehrkräfte, Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter sowie Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen sollen enger zusammen arbeiten.
Dafür braucht es Zeit, Fortbildungen und gute Organisation.

Chancengleichheit:
Der Schulabschluss hängt immer noch stark davon ab, aus welchem sozialen Hintergrund ein Kind kommt. Damit ist gemeint, welche Bildung und wieviel Geld seine Eltern haben. Das Startchancen-Programm mit 57 Nürnberger Schulen ist hier ein wichtiger Schritt.
Auch weitere Programme in den Stadtteilen könnten dabei helfen. 
Wie zum Beispiel Angebote für Elternbildung und Familienunterstützung.
Erfolgreiche Projekte wie MUBIKIN sollten fortgeführt und ausgebaut werden. MUBIKIN ist die Abkürzung für musikalische Bildung für Kinder.

Schulentwicklung:
Schulen müssen sich ständig weiterentwickeln. Zum Beispiel in den Bereichen Demokratie, digitale Bildung und Nachhaltigkeit.
Dafür gibt es in Nürnberg ein besonderes Förderprojekt für die städtischen Schulen. Das Projekt heißt „Schule Vision 2040“. Das Projekt hilft dabei, neue Ideen zu testen und erfolgreiche Pläne zu verbreiten.

Inklusion stärken:
Inklusion heißt: Alle Kinder mit und ohne Behinderung lernen gemeinsam.
Dafür braucht es eine Offenheit für Inklusion und passende Unterstützung.
Zahlen zu Förderbedarfen und verfügbaren Mitteln und Personal an den Schulen sind wichtig, um gut helfen zu können.
Schulen sollen zusammenarbeiten und Erfahrungen austauschen.
Der Nürnberger Aktionsplan zur UN-Behindertenrechtskonvention kann diese Arbeit unterstützen.

Zusammenarbeit zwischen Schulen:
Schulen in freier Trägerschaft bringen viele gute Erfahrungen mit. Schulen in freier Trägerschaft sind zum Beispiel Montessorischulen oder kirchliche Schulen. 
Mehr Austausch mit öffentlichen Schulen kann helfen, erfolgreiche Konzepte zu teilen.

Einfache Sprache

E Berufliche Bildung

1. Zusammenfassung in Einfacher Sprache

Berufliche Bildung in Nürnberg

Im Schuljahr 2023/24 begannen 6.907 junge Menschen in Nürnberg eine berufliche oder schulische Ausbildung. Das sind die meisten seit dem Jahr 2020/ 21. Vor allem haben mehr Schülerinnen und Schüler eine duale Ausbildung gemacht. Das ist eine Art der Ausbildung, in der man im Betrieb und in der Berufsschule lernt
Die Zahl der dualen Ausbildungen ist nach Corona wieder angestiegen. Die Zahl ist aber noch nicht so hoch wie vor Corona. 

Es gibt viele freie Ausbildungsplätze in Nürnberg. Trotzdem gibt es weiterhin Probleme:

  • Die Einmündungsquote (EQI) sank auf 71,3 %. Einmündungsquote sind die jungen Menschen, die tatsächlich eine Ausbildung anfangen.
  • Mehr Bewerberinnen und Bewerber fanden keinen Ausbildungsplatz (2024 waren das 477 Personen). Man weiß nicht, was die Personen gemacht haben, die nicht mit ihrer Ausbildung angefangen haben.
  • Gleichzeitig konnten viele Ausbildungsplätze in den Betrieben nicht besetzt werden.
  • Immer weniger Betriebe bilden aus.

Im Schuljahr 2023/ 24 gingen 19 585 junge Menschen in Nürnberg zur Berufsschule. Der Bedarf an Deutschförderung ist groß – sowohl in den Klassen der Berufsvorbereitung als auch in den Fachklassen in der Berufsschule. Deshalb wurde das Angebot an Deutschförderung stark erweitert. Deutschförderung sind Unterstützungen zum Verbessern der deutschen Sprache. 

 

Übergangssystem

Im Übergangssystem sind Bildungsangebote, die nach der Schule beim Wechsel in die Arbeitswelt unterstützen. In diesem sind viele junge Männer mit ausländischer Staatsangehörigkeit.
Zum Übergangssystem gehören zum Beispiel das Berufsvorbereitungsjahr und die Berufsintegrationsklasse. Im Berufsvorbereitungsjahr werden Schülerinnen und Schüler auf einen Beruf vorbereitet. In Berufsintegrationsklassen lernen ausländische Schülerinnen und Schüler z.B. Deutsch. Sie lernen aber auch etwas darüber, wie man sich in Deutschland im Beruf verhält und welche Berufe für sie passend sind. 

Die Integration dieser Jugendlichen ist wichtig, sowohl für ihre Teilhabe als auch für den Arbeitsmarkt. Teilhabe bedeutet hier: ausländische Schülerinnen und Schüler sollen die gleichen Chancen und Möglichkeiten haben wie alle anderen Schülerinnen und Schüler.

Fast die Hälfte der Mittelschülerinnen und Mittelschüler aus Nürnberg startet nach der Schule nicht direkt in eine Ausbildung. Sie nehmen erst an einem Berufsvorbereitungsjahr teil. Berufsschulen berichten über große Unterschiede der Schülerinnen und Schüler beim Lernen. Deshalb ist hier viel Unterstützung notwendig. Dies ist für die Berufsschulen eine Herausforderung. Also eine schwierige Aufgabe, die man lösen muss. 

Viele Jugendliche im Übergangssystem haben zusätzlich gesundheitliche Probleme, besonders im Bereich psychische Gesundheit.

Angebote zur Inklusion von Menschen mit Behinderung

Inklusive Angebote  im Übergang von der Schule in den Beruf sind selten. Das liegt z.B. daran:

  • Für Regel- und Förderschulen gibt es getrennte Systeme zur Berufsorientierung., Berufsorientierung hilft dabei einen passenden Beruf nach der Schule zu finden
  • Zwar lernen die Gruppen ähnliche Inhalte, die Systeme sind aber unterschiedlich aufgebaut und finanziert.
  • Für spezielle Gruppen gibt es eigene Angebote, z.B. für Jugendliche mit geistiger Behinderung.
  • Berufseinstiegsbegleitung gibt es auch für Förderschülerinnen und -schüler. Es gibt aber auch für sie nur wenige Plätze. Bei der Berufseinstiegsbegleitung bekommt man Hilfe. Zum Beispiel wie man ein Praktikum machen kann.
  • Das  inklusive Projekt BOEi hat ebenfalls nur sehr wenige Plätze und ist an Regelschulen schwer umzusetzen. Die Abkürzung BOEi steht für eine besondere Form der Berufseinstiegsbegleitung für Schülerinnen und Schüler mit Behinderung.

Auch in der beruflichen Ausbildung bekommen Menschen mit Behinderung meist eine besondere Ausbildung.  Sie werden in der Regel nicht zusammen mit Menschen ohne Behinderung ausgebildet. 

  • Teilzeit-Ausbildungen werden immer wieder gefordert, sind aber sehr selten. Bei einer Teilzeit-Ausbildung arbeitet man weniger Stunden in der Woche.
  • Auch bei berufsvorbereitenden Maßnahmen der Arbeitsagentur ist Teilzeit nur in Ausnahmefällen möglich.
  • Junge Menschen mit Behinderung machen ihre Ausbildung meist in Spezialeinrichtungen. Zum Beispiel inBerufsbildungswerken.

Übergangsmanagement

Viele Schüler brauchen Hilfen zum Übergang in die Ausbildung.
 Damit ist z.B. der Wechsel aus der Schule zu einer Ausbildung gemeint. In Nürnberg gibt es hier ein System. Das ist das Nürnberger Modell zum Übergang Schule-Beruf. Dazu wurden die folgenden Erfahrungen gesammelt. 

  • Es braucht Angebote zur Berufsorientierung mit Begleitung. Diese müssen Schülerinnen und Schüler eng begleiten. Dann sind sie gut und helfen den Schülerinnen und Schülern wirklich. Es müssen nicht so viele verschiedene Angebote sein.
  • Neue Programme wie SCHLAU - KomBO passen gut ins System. Sie sorgen für gute Berufsorientierung direkt an den Schulen.
  • Die Stadt unterstützt, wo nötig, mit Geld und Personal, zum Beispiel für Sprachförderung. Die Programme mit Sprachförderung heißen z.B. QUAPO und moca. 

Die Jugendberufsagentur hat eine Anlaufstelle in Nürnberg. 
Das ist eine Stelle, wo junge Menschen zum Thema Beruf beraten werden. Im Jahr 2024 waren dort rund 500 junge Menschen. 

Die Jugendberufsagentur arbeitet auch im Netzwerk.  Das heißt: Sie bringen verschiedene Expertinnen und Experten zusammen und helfen, dass die Zusammenarbeit gut funktioniert. Ein wichtiges Thema war zum Beispiel die Deutschförderung  in der Ausbildung

2. Empfehlungen in Einfacher Sprache

Kleine Betriebe unterstützen: 
Der Ausbildungsmarkt bleibt schwierig. Betriebe und Jugendliche passen oft nicht gut zusammen. Deshalb sollen vor allem Klein- und Kleinstbetriebe stärker unterstützt werden, zum Beispiel durch Verbundausbildung. Kleinstbetriebe sind Betriebe mit höchstens 9 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Sie dürfen höchstens einen Umsatz von 2 Millionen Euro im Jahr haben. Kleine Betriebe sind Betriebe mit höchstens 49 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Sie dürfen einen Umsatz von höchstens 10 Millionen Euro im Jahr haben. Bei einer Verbundausbildung arbeiten mehrere Betriebe zusammen. Die Ausbildung findet also bei verschiedenen Betrieben statt.

Allen Bewerbern Chancen geben
Die Jugendlichen haben unterschiedliche Voraussetzungen. Betriebe sollen auch Bewerberinnen und Bewerbern mit schwächeren Abschlüssen eine Chance geben.

Praktika ermöglichen
Ein Schulpraktikum ist eine Zeit, in der Schülerinnen und Schüler in einem Betrieb mitarbeiten. Schulpraktika, die gut vorbereitet und begleitet sind, helfen beiden Seiten: Schülerinnen und Schüler lernen Betriebe kennen, und Betriebe können Talente entdecken.

Unterstützer langfristig finanzieren
Junge Menschen brauchen verlässliche Unterstützung bei ihrer Berufswahl. Wichtig dafür sind feste Ansprechpersonen, zu denen sie Vertrauen aufbauen können. Mit der heutigen, oft nur kurzfristigen Finanzierung ist das aber schwer möglich.

Inklusive Ausbildung erweitern
Inklusive Angebote müssen ausgebaut werden. Besonders Jugendliche mit Behinderung brauchen mehr Möglichkeiten, auch im Regelsystem eine Ausbildung zu machen. Dies gelingt zum Beispiel durch Teilzeitmodelle oder mehr Unterstützung in Betrieben.

Multiprofessionelle Teams ausbauen 
Die Schüler in den Klassen der Berufsvorbereitung haben einen sehr unterschiedlichen Stand beim Lernen und oft zusätzliche Probleme. Deshalb sollten die multiprofessionellen Teams noch mehr ausgebaut werden. 

Übergangsbegleitung für mehr Schüler
Die Angebote im Nürnberger Modell sind eine gute Grundlage. Sie sollten auf weitere Zielgruppen ausgeweitet werden. Mögliche neue Zielgruppen sollten sein: z. B. Schülerinnen und Schüler im M-Zweig der Mittelschule, Deutschklassen. Eine gute Begleitung im Übergang sollte schon in den Abschlussklassen beginnen und die Jugendlichen auch während der Ausbildung begleiten. Damit können Abbrüche bei der Ausbildung vermieden werden.

Unterstützung für Jugendliche mit besonderen Bedarfen ausweiten 
Die Jugendberufsagentur hat viele Möglichkeiten, junge Menschen noch besser zu erreichen. Dafür braucht es mehr Zusammenarbeit im Netzwerk und passende Unterstützung für Jugendliche mit besonderen Bedarfen. Damit sind z. B. Jugendliche mit Behinderung und Jugendliche, die Sprachförderung brauchen, gemeint.

Bildungsforschung beachten
Maßnahmen zur Berufsorientierung sollen sich stärker an der aktuellen Bildungsforschung orientieren. Reine Information reicht nicht aus. 
Jugendliche brauchen Angebote, die sie zum Nachdenken bringen. Zum Beispiel durch Austausch mit ehemaligen Schülerinnen und Schülern und durch Inhalte, die zu ihrem Alltag passen.

Einfache Sprache

F Hochschulen

1. Zusammenfassung in Einfacher Sprache

Hochschulen in Nürnberg

In Nürnberg gibt es mehrere Hochschulen.
Viele Studentinnen und Studenten an diesen Hochschulen kommen aus Nürnberg und der Region. Fast zwei Drittel haben hier ihr Abitur gemacht. Zwei Drittel sind ungefähr 66 Prozent. 66 Prozent bedeutet: Von 100 Personen haben 66 Personen ihr Abitur in Nürnberg gemacht. Abitur ist der Abschluss an einem Gymnasium. Immer mehr ausländische Studentinnen und Studenten studieren in Nürnberg. 

Studienfächer und Vielfalt

Etwas mehr als die Hälfte der Studentinnen und Studenten verteilen sich auf die Studiengänge Rechtswissenschaften, Wirtschaftswissenschaften und Sozialwissenschaften: 

  • Rechtswissenschaften

Hier lernt man viel über Gesetze und wie man Gesetze anwenden muss.

Mit diesem Studium kann man zum Beispiel Anwältin oder Anwalt werden.

  • Wirtschaftswissenschaften

In diesem Studium lernt man zum Beispiel, wie man ein Unternehmen führt.

  • Sozialwissenschaften

Zu den Sozialwissenschaften zählen zum Beispiel Soziale Arbeit und Politikwissenschaft. Bei Sozialer Arbeit lernt man viel über benachteiligte Menschen. Man lernt also zum Beispiel viel über Menschen, die wenig Geld haben oder über Menschen mit Behinderung.

In Politikwissenschaft lernt man, wie Menschen zusammenleben.

Und welche Regeln es braucht, dass dieses Zusammenleben funktioniert.

Es gibt weiterhin Unterschiede zwischen Frauen und Männern: In Ingenieurstudiengängen sind drei von vier Studierenden Männer, in Geisteswissenschaften sind über 80 Prozent Frauen. Ingenieure planen und entwickeln zum Beispiel Maschinen oder Brücken. Ingenieure kennen sich gut mit Technik aus. 

Zu den Geisteswissenschaften zählen zum Beispiel diese Studiengänge:

  • Geschichte
  • Sprachen
  • Theologie

Bei Theologie erfährt man mehr über die christliche Religion.

Es gibt einzelne Förderprogramme für Studentinnen. Förderprogramme sind meistens Unterstützungsleistungen mit Geld.

Chancengleichheit

Chancengleichheit bedeutet hier, dass alle Studentinnen und Studenten die gleichen Chancen und Möglichkeiten haben sollen. Dafür ist das BAföG wichtig. BAföG ist Geld, das man während des Studiums bekommt. Damit kann man zum Beispiel Lebensmittel und Miete bezahlen. Nach dem Studium muss man einen Teil des Geldes zurückzahlen. BAföG ist also so ähnlich wie ein Kredit.

Nur etwa 12 Prozent von den Studentinnen und Studenten nutzen das BAföG. 12 Prozent bedeutet: 12 von 100 Personen. Das ist nicht an allen Hochschulen gleich.
Auch viele zugewanderte Menschen wollen studieren. Zugewanderte sind Menschen, die aus einem anderen Land kommen. Im Jahr 2024 haben sich viele Studentinnen und Studenten aus anderen Ländern beraten lassen. Und zwar bei der Beratungsstelle „Bildungsberatung Garantiefonds Hochschule“. Das ist eine spezielle Beratungsstelle für zugewanderte Menschen. Dort sind im Jahr 2024 64 Prozent aus der Ukraine, 13 Prozent aus Syrien und 8 Prozent aus Afghanistan zur Beratung gekommen. Diese Zahlen beziehen sich auf ausländische Studentinnen und Studenten.
Alle Hochschulen bieten Hilfen für Studentinnen und Studenten mit Behinderung an, zum Beispiel Beratung oder Nachteilsausgleich. Ein Nachteilsausgleich ist zum Beispiel, dass man für eine Prüfung mehr Zeit bekommt.

Studium und Berufsbildung

Duale Studiengänge werden immer häufiger angeboten. Sie verbinden Theorie und Praxis und erleichtern den Kontakt zu Arbeitgebern. Das heißt: Man macht das Studium, während man in einem Betrieb arbeitet. Für die Zeit an der Hochschule bekommt man dann frei. Arbeitgeber ist der Betrieb, von dem man Geld für seine Arbeit bekommt.
Viele Hochschulen bieten berufsbegleitende Studiengänge oder Masterstudiengänge zur Weiterbildung an. Ein Masterstudium ist ein Zusatzstudium. Dieses Studium kann man machen, wenn man bereits ein anderes Studium abgeschlossen hat. Oft macht man das Masterstudium im selben Bereich, in dem man sein erstes Studium gemacht hat. Auch Menschen mit beruflicher Qualifikation können studieren. Das heißt, Menschen, die vorher einen Beruf gelernt haben. Sie müssen diese Ausbildung auch abgeschlossen haben. Diese Möglichkeit ist oft unbekannt und in Deutschland unterschiedlich geregelt. Das heißt: In jedem Bundesland gelten dafür andere Vorschriften.
An den Hochschulen gibt es mittlerweile mehr Möglichkeiten, ein Studium zu machen. 

2. Empfehlungen in Einfacher Sprache

Wohnheimplätze ausbauen 
In Nürnberg werden mehr Wohnheimplätze für Studentinnen und Studenten benötigt. Es gibt hier zu wenige Wohnheimplätze. Im Durchschnitt gibt es in Nürnberg weniger Wohnheimplätze als in Bayern und in Deutschland. Es werden also mehr bezahlbare Wohnmöglichkeiten für Studentinnen und Studenten gebraucht.

Mehr Unterstützung und Information  
Förderprogramme wie Integra und Welcome für geflüchtete Personen, die studieren wollen, sind im Jahr 2023 zu Ende gegangen. Unterstützungen wie Sprach- oder Vorbereitungskurse sind aber weiter notwendig. Es braucht mehr Informationen über berufsbegleitende und duale Studienmöglichkeiten. 

Inklusion fördern
Über Studierende mit Behinderung gibt es wenige Informationen. Eine Forschung zeigte: 16 Prozent der Studierenden in Deutschland haben eine Behinderung
Es braucht bessere Informationen, um passende Hilfen zu entwickeln. Die Hochschulen sollten sich besser untereinander austauschen. Das kann helfen. Lehrende und Mitstudierende sollen für die Situation von Menschen mit Behinderung aufgeklärt werden. Dabei können Projekte wie „Inklusive Bildung Bayern“ helfen.

Einfache Sprache

G Berufsbezogene Weiterbildung

1. Zusammenfassung in Einfacher Sprache

Berufliche Weiterbildung in Nürnberg

Berufliche Weiterbildung ist sehr wichtig.

Berufliche Weiterbildung bedeutet, dass Erwachsene  immer wieder Fortbildungen besuchen. Dabei lernen sie neue Dinge für den Beruf..
Berufliche Weiterbildung hilft, dass genug Fachkräfte vorhanden sind und alle Menschen am Arbeitsleben teilnehmen können.
Ein Ziel der beruflichen Weiterbildung ist es: Die Veränderungen in Wirtschaft und Arbeit gut zu gestalten und die Arbeitsplätze in der Region zu sichern.

Der Fachkräftemangel betrifft nicht alle Bereiche gleich, sondern vor allem bestimmte Berufe.
In Nürnberg sind manche Gruppen stärker von Arbeitslosigkeit betroffen – vor allem sind diese Gruppen betroffen: 

  • Langzeitarbeitslose Menschen
  • Frauen
  • Menschen ohne deutsche Staatsbürgerschaft

Verschiedene Institutionen und Bildungseinrichtungen arbeiten in Nürnberg zusammen, um diese Herausforderungen zu lösen. Mit Institutionen sind zum Beispiel Ämter gemeint. Bildungseinrichtungen sind zum Beispiel Sprachschulen oder Schulen zur Weiterbildung. 

Förderung der beruflichen Weiterbildung durch Agentur für Arbeit und Jobcenter

Seit 2020 ist die Zahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer an beruflichen Weiterbildungen gestiegen. Die Zahl ist in Nürnberg um 47 % gestiegen, also fast um die Hälfte.
Im Jahr 2024 nahmen 2.737 Personen teil.

Mehr als die Hälfte davon waren Frauen. Fast genauso viele hatten eine ausländische Staatsbürgerschaft oder keinen anerkannten Berufsabschluss. Ein anerkannter Berufsabschluss ist z.B. eine erfolgreich abgeschlossene Ausbildung zur Mechanikerin oder zum Mechaniker.
Die Weiterbildungen waren nach dem Bedarf in den Regionen gestaltet – besonders dringend hat man Weiterbildungen in kaufmännischen, IT-, Gesundheits- und sozialen Berufen gebraucht.

Nur wenige Menschen mit Schwerbehinderung nahmen an den Weiterbildungen teil.
Auch Beschäftigte machten häufiger Weiterbildungen, aber zuletzt nahm dieser Trend etwas ab. Beschäftigte sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Unternehmen.

Nach ihrer Teilnahme an Weiterbildung haben etwas mehr als die Hälfte der Teilnehmerinnen und Teilnehmer wieder eine Arbeit gefunden. 
Mehr Menschen haben nach der Teilnahme eine Arbeit gefunden, die von der Agentur für Arbeit betreut wurden. Die Menschen, die vom Jobcenter betreut wurden, haben nicht so oft eine Arbeit gefunden.   
Das Jobcenter hilft Menschen nicht nur bei der Suche nach einem Arbeitsplatz. Es bietet auch Beratung an und zahlt Leistungen, zum Beispiel Bürgergeld

Aufstiegsfortbildungen

Der Trend der letzten Jahre setzte sich fort. Das kann man zum Beispiel daran erkennen:

  • Fachschulen, vor allem technische, hatten weniger Teilnehmerinnen und Teilnehmer.
  • Fachakademien für Sozialpädagogik hatten mehr Schülerinnen und Schüler vor allem durch die praxisintegrierte Ausbildung (PiA). Praxisintegrierte Ausbildung bedeutet:
    Die Menschen bekommen nicht nur Unterricht, sondern arbeiten auch direkt in einer Kindertageseinrichtung mit.
  • Bei der Handwerkskammer blieb die Meisterausbildung sehr beliebt. Die Handwerkskammer ist ein Zusammenschluss von Handwerksbetrieben. Handwerksbetriebe sind zum Beispiel Schreinereien oder Malerbetriebe, aber auch Bäckereien und Metzgereien.
  • Die IHK hatte weniger Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei Fachwirten, aber mehr bei Fach- und Industriemeistern. Die IHK ist ein Zusammenschluss von Firmen. Diese Firmen stellen Waren oder Dienstleistungen her. Ein Fachwirt ist eine Ausbildung für Kauffrauen und Kaufmänner. 

Insgesamt haben die meisten Personen Aufstiegsfortbildungen in sozialen Berufen oder Dienstleistungsberufen gemacht. Das sind Berufe, bei denen man etwas für Menschen macht. Dazu zählen zum Beispiel Beratungsstellen.

Nachholen von Berufsabschlüssen

In Nürnberg entwickelt sich das Angebot zum Nachholen von Berufsabschlüssen gut. Immer mehr Menschen nutzen Umschulungen und Teilqualifizierungen. Teilqualifizierungen sind mehrere kürzere Ausbildungsschritte.

Die Zahl der Umschulungen war 2024 hoch, und Teilqualifizierungen nahmen wieder zu.
Externenprüfungen blieben gleich viel, vor allem in kaufmännischen Berufen. Externenprüfung ist eine Berufsabschlussprüfung von außerhalb. 
Kaufmännische Berufe sind Verwaltungsberufe. Dazu gehört zum Beispiel die Buchhaltung. Also Rechnungen schreiben. 

Dank der Zusammenarbeit zwischen Unternehmen, Arbeitsagentur, IHK Nürnberg und Bildungsträgern konnten ausreichend Kurse stattfinden. Bildungsträger sind zum Beispiel Volkshochschulen. 

Sprachförderung und Grundbildung

In Nürnberg gibt es viele Angebote zum Deutschlernen, von Alphabetisierungskursen bis zu Berufssprachkursen. Bei der Alphabetisierung bekommen Menschen Hilfe, um lesen und schreiben zu lernen

Das Kommunale Programm Deutschspracherwerb koordiniert seit 2020 die Angebote und sorgt dafür, dass passende Kurse schnell starten – zum Beispiel nach Gesetzesänderungen oder neuen Zuwanderungen. Die Abkürzung für das Kommunale Programm Deutschspracherwerb ist KPDe. 

Die Zentrale Anlaufstelle Migration - Beratung berät zugewanderte Menschen.
Die Abkürzung für die Zentrale Anlaufstelle Migration ist ZAM. Im Jahr 2024 wurden ungefähr 3.000 Beratungen durchgeführt, etwa 900 davon zum Thema Deutschlernen. 
Das heißt: 
Die Integrationskurse des BAMF bleiben das wichtigste Angebot zum Deutsch lernen – mit immer über 3.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern jedes Jahr. 
Neue inklusive Angebote machen das Lernen von Sprachen auch für Menschen mit Behinderung möglich. 

Es gibt auch mehr Grundbildung. Zur Grundbildung zählen zum Beispiel: Lesen, Schreiben und digitale Kompetenzen. Zu digitalen Kompetenzen zählen zum Beispiel der Umgang mit Computern und dem Internet. Genauso wie der Umgang mit elektronischen Geräten, wie dem Fernsehen oder von Waschmaschinen, die man mit App steuern kann. Eine App ist ein Programm auf einem Computer.

Beratung zu Weiterbildung und Berufsanerkennung

In Nürnberg gibt es viele Beratungsstellen für Weiterbildung und Berufsanerkennung.

Berufsanerkennung bedeutet: Menschen aus einem anderen Land dürfen mit ihrem Abschluss in einem bestimmten Beruf arbeiten. 
Die Beratungsstellen richten sich an Einzelpersonen und Betriebe.
Die Themen reichen von allgemeiner Weiterbildungs-Beratung bis zu Informationen über Fördergelder und Anerkennung ausländischer Abschlüsse.

Wichtige Angebote sind:

  • die „Berufsberatung im Erwerbsleben“ der Bundesagentur für Arbeit
  • die trägerneutrale Bildungsberatung am Bildungscampus Nürnberg. Trägerneutral bedeutet, die Menschen werden unabhängig und neutral beraten.
  • die Weiterbildungsinitiator*innen des Bayerischen Pakts für berufliche Weiterbildung
  • die Zentrale IQ-Beratungsstelle (ZAQ+) und die Anerkennungsberatung der Handwerkskammer und der IHK


Die Zahl der Beratungen steigt stetig – ein Zeichen, dass immer mehr Menschen und Unternehmen Unterstützung brauchen.

 

Weiterbildung für Menschen mit Behinderung

Mehrere Träger in Nürnberg unterstützen Menschen mit Behinderung, damit sie am Arbeitsleben teilhaben können.
Sie nutzen verschiedene gesetzliche Möglichkeiten, zum Beispiel:

  • Berufsbildungsbereich (BBB) (§ 57 SGB IX)
  • Unterstützte Beschäftigung (§ 55 SGB IX)
  • Budget für Arbeit und Budget für Ausbildung

Noch profitieren nur wenige Menschen davon, aber diese Angebote sind wichtige Schritte zu einer inklusiven Arbeitswelt in Nürnberg.

2. Empfehlungen in Einfacher Sprache

Weiterbildung für alle:
Alle Menschen in Nürnberg sollen bei Weiterbildungsangeboten mitmachen können. Besonders Personen mit wenig Qualifikationen, Zugewanderte, Alleinerziehende und Menschen mit Behinderung.
Dafür braucht es barrierefreie und inklusive Angebote.

Grundkompetenzen stärken:
Die Förderung „Grundkompetenzen“ bei der Förderung beruflicher Weiterbildung ist gut für Menschen mit wenig Erfahrung beim Lernen, genauso wie für Menschen, die Deutsch lernen.
Sie sollte nicht nur auf weitere Ausbildung vorbereiten, sondern auch Menschen helfen, direkt Arbeit zu finden. Dafür wären mehr Unterrichtsstunden sinnvoll.

Unternehmen informieren:
Betriebe sollten noch besser verstehen, wie wichtig Weiterbildung ist – besonders für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit geringer Qualifikation.

Modulare Weiterbildung ausbauen:
Kurze, aufeinander aufbauende Lernabschnitte helfen Menschen mit wenig Lernerfahrung. Module sind verschiedene Lernabschnitte, die aufeinander aufbauen. 
Wichtig ist, dass alle Module bis zur Externenprüfung angeboten werden, damit die Teilnehmenden einen Berufsabschluss erreichen können. Der Qualifizierungsverbund Nürnberg sollte weiter gestärkt werden, und solche Angebote sollten auch im Handwerk eingeführt werden.

Mehr Sprachförderung zwischen A2 und B1:
Wiederholungen von Integrationskurs-Modulen werden nicht mehr gefördert, wenn Menschen, die eine Sprache lernen, die B1-Prüfung nicht bestehen. Auch gibt es keine Berufssprachkurse mehr, die auf B1 vorbereiten. 
Doch Betriebe erwarten meist Sprachkenntnisse auf B1 oder höher.
Deshalb sollten Sprachkurse auf allen Niveaustufen wieder mehr angeboten werden und Wiederholungen möglich sein. In Deutschland ist das Lernen der Sprache in verschiedene Sprachstufen eingeteilt. Die Sprachstufen heißen zum Beispiel A1, A2 und B1 und B2. Bei den Sprachstufen A1 und A2 kann man die Sprache weniger gut als bei B1 und B2. 

KomTuM-Stelle sichern:
Die Arbeit der kommunalen Test- und Meldestelle KomTuM beim BAMF in Nürnberg ist sehr wertvoll. Die Abkürzung für diese Stelle ist KomTuM. Das BAMF ist das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. Es entscheidet über Asylanträge, also ob ein Mensch in Deutschland bleiben darf. Bei KomTuM werden Sprachkenntnisse der Menschen getestet und sie werden in passende Kurse eingeteilt.
Diese Meldestelle sollte dauerhaft erhalten und erweitert werden, um alle Menschen schnell den passenden Sprachkursen zuzuordnen.

Integrationskurse öffnen:
Seit 2023 dürfen alle Menschen im Asylverfahren an Integrationskursen teilnehmen.
Das ist ein wichtiger Schritt für Integration.
Auch Menschen mit Duldung, die schon lange in Nürnberg leben, sollten teilnehmen dürfen. Duldung bedeutet: Ein Asylantrag ist abgelehnt worden, aber der Mensch darf trotzdem in Deutschland bleiben. Zum Beispiel, weil in seiner Heimat Krieg ist.

Kommunales Programm Deutschspracherwerb stärken:
Das KPDe ist wichtig für erfolgreiche Integration.
Es hilft, Menschen gut in passende Kurse zu vermitteln und dadurch muss die Stadt längerfristig auch weniger Geld ausgeben.

Mehr Angebote für Grundbildung:
Mehr Angebote zu Alphabetisierung und digitaler Bildung sollen in allen Einrichtungen angeboten werden. Diese Angebote soll jeder nutzen können. Zum Beispiel im Lerntreff des Bildungszentrums Nürnberg. 

Inklusive Sprachkurse fördern:
Es braucht mehr inklusive Sprachkurse.
Viele Geflüchtete haben Behinderungen, die noch nicht anerkannt sind.
Projekte wie „all-in(clusive)!“ der Noris-Arbeit gGmbH sind hier wichtige Schritte. Die Abkürzung für Noris-Arbeit ist NOA.
Die Fachstelle Trauma für Geflüchtete ist eine wichtige Anlaufstelle. Sie unterstützt auch Fachkräfte.

Bildungsberatung sichern:
Die Bildungsberatungsstelle am Bildungscampus Nürnberg bietet unabhängige und gute Beratung. Die Beratung sollte erhalten bleiben. 

Beratungsaktionen ausbauen:
Die Aktionstage „Schritte in den Beruf nach dem Spracherwerb“ sind ein gutes Beispiel für Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Beratungsstellen. Sie bieten eine gute Beratung. Diese Angebote sollte es weiterhin geben und zwar über mehrere Jahre. 

Einfache Sprache

H Non-formale Bildung

1. Zusammenfassung in Einfacher Sprache

Non-formale Bildung in Nürnberg

Non-formale Bildung bedeutet Lernen außerhalb von Schule und Hochschule. Zum Beispiel in den Bereichen Musik-, Kultur oder Umwelt.
Die non-formale Bildung ist sehr vielfältig. Das heißt: Es gibt viele verschiedene Themen, Einrichtungen und Zielgruppen.
Darum ist es schwierig, allgemeine Trends oder Entwicklungen zu beschreiben.

In diesem Bericht werden die wichtigsten Entwicklungen in Nürnberg zusammengefasst. Daraus werden dann Empfehlungen für die Bildungspolitik der Stadt festgelegt.

Folgen der Corona-Pandemie

Die Corona-Pandemie hat die non-formale Bildung stark verändert.
Viele Angebote hat es nicht mehr gegeben, weil Veranstaltungen abgesagt werden mussten.
Das hat vor allem freiwillige Angebote betroffen. Beispiele dafür waren Staatstheater, der KulturRucksack oder MUBIKIN. Mubikin ist die Abkürzung für musikalische Bildung für Kinder.

Bei Einzelveranstaltungen gab es Rückgänge bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern um über 90 %. 90 % bedeutet: Hat man eine Gruppe von hundert Personen, sind nur noch 10 Personen zur Veranstaltung gekommen.

Erst im Jahr 2024 konnten die meisten Einrichtungen wieder so viele Besucher erreichen wie vor Corona.
Einige Einrichtungen haben jedoch nicht wieder so viele Besucherinnen und Besucher wie vor Corona erreicht. Zum Beispiel wie die Alten-Akademie, das Bildungszentrum oder die kirchliche Erwachsenenbildung.
 

Andere Angebote konnten ihre Zahlen sogar deutlich steigern. Zum Beispiel wie:

  • das Memorium Nürnberger Prozesse,
  • und das Jugendprogramm laut!,
    Dieses Jugendprogramm hat schon früh Online-Angebote gehabt und verschiedene Events mit Hilfe des Computers gemacht.

Digitalisierung

Die Pandemie hat die Digitalisierung stark beschleunigt. Digitalisierung bedeutet, dass immer mehr Dinge mit Hilfe von Computern angeboten werden.
Viele Einrichtungen nutzten neue digitale Formate, um weiter mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern in Kontakt zu bleiben.
Nach dem Ende der Corona-Pandemie fanden die meisten Kurse und Veranstaltungen wieder vor Ort statt.
Computerprogramme für Videokonferenzen bleiben aber wichtig. Zum Beispiel für die Kommunikation mit Besucherinnen und Besuchern oder für Online-Angebote.

Einige Projekte fördern besonders die digitale Teilhabe. Damit ist zum Beispiel gemeint:

  • „Wege in die digitale Welt für Ältere“ hilft Seniorinnen und Senioren, moderne Technik zu nutzen.
  • „Digi iQ – Digitale Grundbildung im Quartier“ bietet Schulungen für Menschen an, die wenig Erfahrung mit Computern haben. Ein Quartier ist ein Stadtteil.
  • Das Projekt „Digiteers“ repariert gebrauchte Geräte und gibt sie an Menschen mit geringem Einkommen weiter.

Für diese Projekte ist ehrenamtliches Engagement vieler Bürgerinnen und Bürger sehr wichtig. Ehrenamtliches Engagement ist Arbeit, die jemand freiwillig und ohne Gehalt macht.

Inklusion und Barrierefreiheit

Viele Einrichtungen bemühen sich, barrierefreie und inklusive Angebote zu machen.
Das bedeutet: Alle Menschen sollen teilnehmen können, auch Menschen mit Behinderung.

Viele Einrichtungen setzen sich seit Jahren dafür ein. Zum Beispiel das Bildungszentrum „barrierefrei lernen“, das Caritas-Pirckheimer-Haus „Kultouren für alle“ oder das Kunst- und Kulturpädagogische Zentrum. Die Abkürzung für Kunst- und Kulturpädagogische Zentrum ist KPZ. 

Manche Angebote richten sich direkt an bestimmte Gruppen.  Zum Beispiel Tastführungen für Menschen mit Sehbehinderung. Solche Angebote sind zwar nicht vollständig inklusiv,
aber sie machen Teilhabe möglich. Teilhabe bedeutet, dass Menschen mit Behinderung überall mitmachen können und überall dabei sein können.

Bei Barrierefreiheit und Inklusion gibt es große Unterschiede zwischen den Einrichtungen, vor allem wegen der Finanzierung.
Kleinere Einrichtungen haben oft weniger Geld, tun aber trotzdem viel. Zum Beispiel durch spezielle Veranstaltungen oder neue, barrierearme Webseiten.

Kulturelle Bauprojekte in Nürnberg

Trotz geringer finanzieller Mittel gibt Nürnberg viel Geld für Kultur und Bildung aus

296 Millionen Euro fließen in die Kongresshalle,
So soll das denkmalgeschützte Gebäude erhalten werden und für Kultur genutzt werden.
Davon gehen 85,5 Millionen Euro an die neue Spielstätte des Staatstheaters im Innenhof. Das Zeppelin-Areal wird zu einem Lernort umgebaut. Am Bahnhof Märzfeld in Langwasser ist ein neuer Erinnerungsort geplant. Das Zukunftsmuseum und die Sanierung des Künstlerhauses sind bereits abgeschlossen. Das Areal KuKuQ ist nach Umbauten wieder geöffnet und bietet viele Möglichkeiten für neue kulturelle Projekte.

2. Empfehlungen in Einfacher Sprache

Bildung vor Ort stärken

Neben großen Einrichtungen im Zentrum sind Angebote direkt in den Stadtteilen besonders wichtig. Zum Beispiel das Zukunftsmuseum, KuKuQ oder das Dokumentationszentrum.
Sie fördern die Teilhabe aller Menschen.

Die Kulturläden spielen hier eine große Rolle.
Sie feiern 2025 ihr 50-jähriges Bestehen und bieten ein breites Programm für alle Menschen.

Auch die Stadtteilkoordinationen, Arbeitskreise und Seniorennetzwerke sind wichtig.
Sie zeigen, wie Bildung in der Nähe vom Wohnort funktionieren kann. Zum Beispiel beim Thema Digitalisierung.
Diese vorhandenen Möglichkeiten sollten gestärkt werden.

Barrierefreiheit und Kooperation

Kleine und mittlere Bildungseinrichtungen brauchen mehr Unterstützung,
um ihre Angebote barrierefrei zu gestalten.

Eine Idee ist, die vorhandenen Kräfte zu sammeln:

  • Das KUF im südpunkt hat zum Beispiel eine mobile Induktionsschleife, die andere ausleihen können. Das ist ein Hilfsmittel für Menschen mit Hörgeräten. Damit können sie Stimmen besser verstehen.
  • Andere Einrichtungen könnten Wissen zu barrierearmen Webseiten oder Gebärdensprachdolmetschern weitergeben.

Dafür braucht es Abstimmung und Wissensaustausch, am besten organisiert nach Stadtteilen.

Musikprogramm MUBIKIN fortführen

Das Musikprogramm MUBIKIN für Kinder in Kindergärten und Grundschulen
wird ab 2026 von der Stadt Nürnberg übernommen.
Nach 15 Jahren erfolgreicher Zusammenarbeit mit privaten Partnern
soll es weiterentwickelt werden, um Chancengleichheit, Bildungsgerechtigkeit und Persönlichkeitsentwicklung zu fördern.
Wichtig ist eine gute Auswahl der Schulen, die teilnehmen.

 Politische Bildung und Demokratie stärken

Nürnberg hat wegen seiner Geschichte als „Stadt der Täter“ eine besondere Verantwortung, politische Bildung und Demokratielernen zu fördern. Die Nachfrage nach solchen Angeboten ist hoch und wächst weiter.
Das Projekt laut! verbindet politische und Medienbildung für Jugendliche. Das ist ein gutes Beispiel für moderne Bildungsarbeit. Medienbildung bedeutet, Jugendliche lernen, wie man Medien richtig benutzt und welche Gefahren es dabei gibt. Medien sind zum Beispiel Social-Media-Seiten wie TikTok oder Instagram, aber auch die Zeitung, das Fernsehen und das Radio. Auch Erwachsene sollten stärker einbezogen werden. Deshalb sollte die digitale politische Bildung weiter ausgebaut werden.

Politische Bildung und Demokratie stärken

Nürnberg hat wegen seiner Geschichte eine besondere Verantwortung, politische Bildung und Demokratielernen zu fördern. Die Nachfrage nach solchen Angeboten ist hoch und wächst weiter.
Das Projekt laut! verbindet politische und Medienbildung für Jugendliche. Das ist ein gutes Beispiel für moderne Bildungsarbeit. Medienbildung bedeutet, Jugendliche lernen, wie man Medien richtig benutzt und welche Gefahren es dabei gibt. Medien sind zum Beispiel Social-Media-Seiten wie TikTok oder Instagram, aber auch die Zeitung, das Fernsehen und das Radio. Auch Erwachsene sollten stärker einbezogen werden. Deshalb sollte die digitale politische Bildung weiter ausgebaut werden.

Nachhaltigkeit und Umweltbildung

Viele Einrichtungen, etwa das Zukunftsmuseum, arbeiten zu den Themen Natur, Umwelt und Technik. Sie verstehen sich als Teil der Bildung für nachhaltige Entwicklung.
Wichtig ist hier: Zusammenarbeit und gemeinsames Handeln.
Die Stadt sollte diese Netzwerke unterstützen und fördern.

Museen und kulturelle Teilhabe

Die Museen in Nürnberg haben viele Besucherinnen und Besucher.
Das Kunst- und Kulturpädagogische Zentrum hat eine wichtige Vermittlungsrolle.
Forschungsberichte zeigen aber:
Vor allem Menschen mit höherer Bildung nutzen diese Angebote,
zum Beispiel beim Germanischen Nationalmuseum.

Darum sollten die Museen ihre Angebote so gestalten, dass sie alle nutzen können und nutzen wollen. Sie sollten auch mehr zusammenarbeiten und neue Besuchergruppen ansprechen.

Einfache Sprache

I Querschnittsthema Inklusion

1. Zusammenfassung in Einfacher Sprache

Inklusive Bildung in Nürnberg

Inklusive Bildung bedeutet, dass Menschen mit und ohne Behinderung zusammen lernen. So bekommen Menschen mit Behinderung die gleiche Bildung und sind dadurch gleichberechtigt. So wird die UN-Behindertenrechtskonvention umgesetzt. In diesem Vertrag der Vereinten Nationen stehen die Rechte von Menschen mit Behinderung.

Der Bildungsbericht beschreibt die Inklusion in verschiedenen Bereichen der Bildung. Dabei hat sich gezeigt, dass die Informationen sehr unterschiedlich sind. Es gibt auch Bereiche, wo noch Informationen fehlen.

Dafür gibt es verschiedene Gründe. In dieser Zusammenfassung werden die Gründe erklärt. Außerdem wird die Situation in den einzelnen Bereichen kurz beschrieben.
In diesem Abschnitt wird außerdem auf die ausführlichen Kapitel hingewiesen. Dort wird die Situation jeweils genauer beschrieben. 

Gründe für unterschiedliche Informationen bei Inklusion

Für jede Behinderung gibt es verschiedene Merkmale, nach denen über Hilfen oder Fördergelder entschieden wird. Diese Merkmale verändern sich teilweise auch während des Lebens eines Menschen mit Behinderung.
Mit Merkmalen sind hier Regeln gemeint, mit denen über die Genehmigung einer Unterstützungsleistung entschieden wird.
Zum Beispiel kommt es darauf an, ob ein Mensch eine anerkannte Schwerbehinderung hat. Oder ob er Eingliederungshilfe bekommt. Eingliederungshilfe sind die Hilfen für die Teilhabe am Leben in der Gesellschaft. 
Dazu können Assistenzleistungen zählen. Eine Assistenzleistung im Bildungsbereich ist zum Beispiel die Schulbegleitung.

Mehr Informationen zum Thema Behinderung und Schwerbehinderung gibt es im Kapitel A, Kapitel C und Kapitel E.
Darüber hinaus gibt es noch sonderpädagogische Förderung in der Schule. Das ist eine Hilfe für Kinder, die Unterstützung beim Lernen benötigen. Mehr Informationen dazu gibt es im Kapitel D.

Es fehlen auch Informationen zu Menschen mit Behinderung, die ein Studium machen. Dazu gibt es mehr Informationen im Kapitel F.
Zum Beispiel weiß man nicht, wie viele Menschen mit Behinderung in Nürnberg studieren.

Außerdem weiß man nicht, wie viele Menschen mit Behinderung eine Weiterbildung machen.
Weiterbildung bedeutet, dass jemand etwas Neues lernt und vorher schon eine Ausbildung gemacht hat. Mehr Informationen zur Weiterbildung gibt es in Kapitel G

Inklusion in frühkindlicher und schulischer Bildung

Mit frühkindlicher Bildung ist das Lernen von kleinen Kindern gemeint. Hier gibt es mehr Kinder mit Behinderung oder drohender Behinderung, die dabei Unterstützung brauchen. 

Die Zahl dieser Kinder hat sich seit dem Jahr 2015 in den Kinderbetreuungs-Einrichtungen mehr als verdoppelt. Deshalb haben sich die Betreuungseinrichtungen in Nürnberg weiterentwickelt. Die Stadt hat in den letzten Jahren auch Unterstützungsangebote entwickelt. 

An Regelschulen werden vor allem Kinder ohne Behinderung unterrichtet. Der Bildungsbericht zeigt, dass in den Regelschulen mehr sonderpädagogische Förderung benötigt wird. Inklusion an Regelschulen muss daher weiter ausgebaut werden. 
Dafür werden die vorhandenen Arten von Inklusion weiter umgesetzt. Es werden auch neue Ideen ausprobiert.

Beim Übergang von der Schule in den Beruf gibt es an Regelschulen und Förderschulen verschiedene Abläufe. Diese Abläufe sollen die Schüler auf den Berufseinstieg vorbereiten. Beide Abläufe werden aber meistens getrennt voneinander durchgeführt. Deshalb gibt es wenige Maßnahmen für Inklusion in diesem Bereich. Mit einer Maßnahme soll ein bestimmtes Ziel erreicht werden. Dafür wird etwas gemacht. Zum Beispiel Begleiter und Begleiterinnen für Schüler mit Behinderung im Übergang zum Beruf. Es gibt fast keine Maßnahmen, die Schüler aus Regelschulen und Schüler aus Förderschulen gemeinsam bekommen. Die berufliche Ausbildung von Menschen mit Behinderung findet meistens weiterhin in besonderen Einrichtungen statt. Eine solche Einrichtung sind zum Beispiel die Berufsbildungswerke.

Der Bildungsbericht zeigt: Es werden mehr Hilfen für Inklusion in Nürnberg benötigt. Diese Entwicklung gibt es seit den letzten Jahren. Ein Grund dafür ist auch, dass es mehr Probleme bei Kindern gibt. Mit Problemen sind zum Beispiel psychische Belastungen, wie Stress oder Angst gemeint. Außerdem nehmen Behinderungen und drohende Behinderungen zu. 

Es gibt weiterhin Regelschulen und Förderschulen. Es gibt aber mehr Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf, die Regelschulen besuchen. Dabei bekommen diese Kinder Unterstützung durch verschiedene Hilfen. Für die Durchführung dieser Hilfen wird Unterstützung außerhalb der Bildungseinrichtungen angenommen. Also zum Beispiel von Firmen, die Schulbegleitungen anbieten. Der Bildungsbericht zeigt aber nicht, ob alle Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf genug Unterstützung erhalten. Und auch nicht, ob für die benötigten Unterstützungsleistungen das Personal ausreicht.

Studium von Menschen mit Behinderung

Zum Bereich Studieren mit Behinderung gibt es keine genauen Informationen. Deshalb kann man auch nicht feststellen, wie sich die Inklusion in diesem Bereich entwickelt. Sicher weiß man allerdings, dass die Hochschulen Beratung für Menschen mitBehinderung anbieten. Auch viele Informationen werden Menschen mit Behinderung angeboten. Gleiches gilt für Menschen mit chronischen Krankheiten. Chronische Krankheiten bleiben sehr lange und verschwinden nicht so einfach wieder. Eine chronische Erkrankung ist zum Beispiel Asthma. Menschen mit Behinderung erhalten auch Nachteilsausgleiche im Studium. Das sind Hilfen, die Behinderung etwas ausgleichen sollen. Die Hochschulen wollen auch mehr Barrierefreiheit im Unterricht. Daran merkt man, dass die Hochschulen inklusiver werden wollen.

 

 

 

Rehabilitation und berufliche Weiterbildung

Auch Inklusion im Bereich berufliche Bildung und Rehabilitation wird in Nürnberg immer wichtiger. Rehabilitation bedeutet, dass zum Beispiel ein Mensch wegen einer Behinderung seinen Beruf wechseln muss. Dann muss er langsam wieder an die Arbeitswelt gewöhnt werden. Und mit ihm ein geeigneter Arbeitsplatz gefunden werden. Mit solchen Angeboten sollen Menschen mit Behinderung mehr Chancen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt bekommen. Das ist bisher noch nicht so oft gelungen. 

Es gibt immer mehr inklusive Angebote im Bereich Sprachbildung. Kurse zur Alphabetisierung und zur digitalen Grundbildung wurden ausgebaut. Bei der digitalen Grundbildung geht es darum, Menschen zu zeigen, wie man Computer und Smartphones benutzen kann.

Inklusion in der non-formalen Bildung

Non-formale Bildung bedeutet Lernen außerhalb von Schule und Hochschule. Zum Beispiel in den Bereichen Musik-, Kultur-, Umwelt- oder Erwachsenen-Bildung.
Die non-formale Bildung ist sehr vielfältig. Das heißt: Es gibt viele verschiedene Themen, Einrichtungen und Zielgruppen.
Darum ist es schwierig, allgemeine Trends oder Entwicklungen zu beschreiben.

Zur Inklusion in der non-formalen Bildung gibt es keine genauen Informationen. Die Erfahrungen zeigen, dass sich viele Einrichtungen in diesem Bereich um mehr Inklusion bemühen. Sie unterstützen auch einzelne Menschen mit Behinderung bestmöglich. Bei allgemeinen Verbesserungen wird es schwieriger. Dabei spielt oft das fehlende Geld eine wichtige Rolle. Mit allgemeinen Verbesserungen ist zum Beispiel die bauliche Barrierefreiheit gemeint, also zum Beispiel der Einbau von Aufzügen oder Rampen. Aber auch induktive Höranlagen. Eine induktive Höranlage ist eine Hilfe für Menschen mit Hörgeräten. So verstehen diese Menschen besser, was in einem Raum gesprochen wird.

Zusammenfassend kann man im Bereich der non-formalen Bildung feststellen: Der Wille zu mehr Inklusion ist in diesem Bereich vorhanden. Es fehlt aber oft noch am benötigten Geld.

 

 

2. Empfehlungen in Einfacher Sprache

Empfehlungen zur inklusiven Bildung finden sich in den einzelnen Kapiteln in Einfacher Sprache und hier in der Übersicht: 

 

 

Inklusion in der Kindertageseinrichtung fördern
Es soll auch mehr Inklusion geben. Dafür müssen die Fachkräfte in den Kitas unterstützt werden. Sie sollen in multiprofessionellen Teams zusammenarbeiten. Multiprofessionelle Teams bedeutet: Fachkräfte aus verschiedenen Bereichen arbeiten zusammen. Die Fachkräfte kommen zum Beispiel aus den Bereichen Erziehung, Therapie und Schule.

Inklusion in der Schule stärken:
Inklusion heißt: Alle Kinder mit und ohne Behinderung lernen gemeinsam.
Dafür braucht es eine Offenheit für Inklusion und passende Unterstützung.
Zahlen zu Förderbedarfen und verfügbaren Mitteln und Personal an den Schulen sind wichtig, um gut helfen zu können.
Schulen sollen zusammenarbeiten und Erfahrungen austauschen.
Der Nürnberger Aktionsplan zur UN-Behindertenrechtskonvention kann diese Arbeit unterstützen.

Multiprofessionelle Teams in der Berufsschule ausbauen 
Die Schüler in den Klassen der Berufsvorbereitung haben einen sehr unterschiedlichen Stand beim Lernen und oft zusätzliche Probleme. Deshalb sollten die multiprofessionellen Teams noch mehr ausgebaut werden. 

Inklusive Ausbildung erweitern
Inklusive Angebote müssen ausgebaut werden. Besonders Jugendliche mit Behinderung brauchen mehr Möglichkeiten, auch im Regelsystem eine Ausbildung zu machen. Dies gelingt zum Beispiel durch Teilzeitmodelle oder mehr Unterstützung in Betrieben.

Unterstützung für Jugendliche mit besonderen Bedarfen ausweiten 
Die Jugendberufsagentur hat viele Möglichkeiten, junge Menschen noch besser zu erreichen. Dafür braucht es mehr Zusammenarbeit im Netzwerk und passende Unterstützung für Jugendliche mit besonderen Bedarfen. Damit sind z. B. Jugendliche mit Behinderung und Jugendliche, die Sprachförderung brauchen, gemeint.

Inklusion fördern
Über Studierende mit Behinderung gibt es wenige Informationen. Eine Forschung zeigte: 16 Prozent der Studierenden in Deutschland haben eine Behinderung.
Es braucht bessere Informationen, um passende Hilfen zu entwickeln. Die Hochschulen sollten sich besser untereinander austauschen. Das kann helfen. Lehrende und Mitstudierende sollen für die Situation von Menschen mit Behinderung aufgeklärt werden. Dabei können Projekte wie „Inklusive Bildung Bayern“ helfen.

Weiterbildung für alle:
Alle Menschen in Nürnberg sollen bei Weiterbildungsangeboten mitmachen können. Besonders Personen mit wenig Qualifikationen, Zugewanderte, Alleinerziehende und Menschen mit Behinderung.
Dafür braucht es barrierefreie und inklusive Angebote.

Inklusive Sprachkurse fördern:
Es braucht mehr inklusive Sprachkurse.
Viele Geflüchtete haben Behinderungen, die noch nicht anerkannt sind.
Projekte wie „all-in(clusive)!“ der Noris-Arbeit gGmbH sind hier wichtige Schritte. Die Abkürzung für Noris-Arbeit ist NOA.
Die Fachstelle Trauma für Geflüchtete ist eine wichtige Anlaufstelle. Sie unterstützt auch Fachkräfte.

Barrierefreiheit und Kooperation in der non-formalen Bildung stärken

Kleine und mittlere Bildungseinrichtungen brauchen mehr Unterstützung,
um ihre Angebote barrierefrei zu gestalten.

Eine Idee ist, die vorhandenen Kräfte zu sammeln:

  • Das KUF im südpunkt hat zum Beispiel eine mobile Induktionsschleife, die andere ausleihen können. Das ist ein Hilfsmittel für Menschen mit Hörgeräten. Damit können sie Stimmen besser verstehen.
  • Andere Einrichtungen könnten Wissen zu barrierearmen Webseiten oder Gebärdensprachdolmetschern weitergeben.

Dafür braucht es Abstimmung und Wissensaustausch, am besten organisiert nach Stadtteilen.