Der siebte Bildungsbericht der Stadt Nürnberg erscheint erstmals in rein digitaler Form. Das bedeutet: Den Bericht nicht mehr in der Hand halten, aufschlagen und blättern – sondern online klicken, scrollen und herunterladen. Ein gelungener Veränderungsprozess vereint idealerweise beides: Bewährtes zu erhalten und neue Möglichkeiten auszuschöpfen. Die fortschreitende digitale Transformation eröffnet Chancen, die wir auch für die Bildungsberichterstattung der Stadt Nürnberg nutzen möchten. Bewährte Elemente wie der Aufbau des Berichts, die Gestaltung des Layouts und das vertraute Datenblattformat bleiben bestehen. Gleichzeitig ermöglicht die digitale Form eine intuitive Nutzung und bietet neue Funktionen, die hier erläutert werden (vgl. Lesehinweise). Mit der Digitalisierung des Berichts erschließen wir neue Möglichkeiten – und schaffen die Grundlage, diese in Zukunft weiter auszubauen.
Ein besonderes Augenmerk dieser Ausgabe liegt auf der Inklusion von Menschen mit Behinderungen – ein Anliegen, das uns besonders am Herzen liegt. Dies umfasst sowohl die Inklusion im Bildungsbereich als auch eine möglichst barrierearme Berichterstattung. Weitere Vielfaltsdimensionen werden wie gewohnt mitbetrachtet – auch dies ist Ausdruck der Wertschätzung der kulturellen Vielfalt in unserer Stadt.
Seit dem Erscheinen der letzten Ausgabe im Dezember 2022 haben verschiedene Ereignisse und Entwicklungen das Bildungsgeschehen in Nürnberg nachhaltig geprägt. Im Mai 2023 erklärte die WHO die Corona-Pandemie offiziell für beendet. Die Freude über die „Rückkehr zur Normalität“ war jedoch von Sorgen begleitet – insbesondere mit Blick auf mögliche negative Folgen für junge Menschen, ihre Entwicklung und ihre Bildungsverläufe.
Die im Dezember 2023 veröffentlichte PISA-Studie bestätigte diese Befürchtungen teilweise: Auch in Deutschland zeigten die 15-jährigen Schülerinnen und Schüler in Mathematik, Lesen und Naturwissenschaften geringere Kompetenzen als zuvor. Lediglich in den Naturwissenschaften erzielten sie noch überdurchschnittliche Ergebnisse. Die Studie verdeutlichte, dass die Corona-Pandemie eine bereits zuvor begonnene Entwicklung zwar verstärkt, aber nicht allein verursacht hat.
Genau hier setzt das Startchancen-Programm von Bund und Ländern an, das im August 2024 eingeführt wurde. In Nürnberg werden 57 Schulen in das Programm aufgenommen, was große Chancen für die Verbesserung der Bildungsgerechtigkeit in unserer Stadt bietet. Gemeinsam mit dem Staatlichen Schulamt werden wir eng mit allen beteiligten Akteuren zusammenarbeiten, um für unsere Schülerinnen und Schüler bestmögliche Ergebnisse zu erzielen.
Dass die enge und bewährte Zusammenarbeit auch entscheidend dazu beigetragen hat, die Herausforderungen der Fluchtzuwanderung aus der Ukraine infolge des russischen Angriffskriegs seit Februar 2022 zu bewältigen, steht außer Zweifel. In Nürnberg haben seitdem über 8.000 Menschen Schutz gefunden, darunter mehr als 1.000 Kinder unter sechs Jahren sowie über 3.000 Kinder und Jugendliche im Schulalter.
Für die gute, vertrauensvolle und erfolgreiche Zusammenarbeit möchte ich mich bei allen Beteiligten herzlich bedanken – und es waren erfreulich viele! Eine herausragende Bedeutung kam dabei einmal mehr dem bürgerschaftlichen Engagement zu. Gemeinsam haben wir in den vergangenen, von unterschiedlichen Krisen geprägten Jahren viel erreicht. Zugleich bestehen bereits bekannte Herausforderungen fort, und neue werden hinzukommen.
Hochwertige Bildung für alle! So lautete die Überschrift der 16. Bildungskonferenz der Stadt Nürnberg im November 2025. Hochwertige Bildung dient der Persönlichkeitsentwicklung und legt den Grundstein für gesellschaftliche Teilhabe. Dieser Anspruch wird – davon bin ich überzeugt – auch vom neuen Stadtrat, der im Mai 2026 zusammentreten wird, geteilt werden. Hochwertige Bildung befähigt zu kritischem Denken, zu reflektiertem Abwägen und zu eigenständigen Urteilen – Fähigkeiten, aus denen die demokratische Haltung und Verantwortung jedes Einzelnen erwachsen und die damit essenziell für eine lebendige und widerstandsfähige Demokratie sind. Bildung bleibt daher für unsere Stadt eine zentrale Zukunftsaufgabe.
Nürnberg, im Dezember 2025
Marcus König
Oberbürgermeister der Stadt Nürnberg
Mit der siebten Ausgabe von „Bildung in Nürnberg“ legt die Stadt Nürnberg erstmals eine rein digitale Ausgabe des Bildungsberichts vor. Diese Neuerung eröffnet viele Möglichkeiten, ohne Bewährtes aufzugeben: Aufbau und Gestaltung orientieren sich weiterhin an den bisherigen Berichten. Die Lektüre bleibt somit vertraut – unterstützt durch eine benutzerfreundliche, intuitiv bedienbare Oberfläche (vgl. Lesehinweise).
Der Bericht widmet sich der Bildung in Nürnberg im Verlauf des Lebens. Die datengestützte Betrachtung basiert auf den allgemeinen Rahmenbedingungen (Kapitel A) sowie auf grundlegenden Informationen zum Bildungssystem und zu Bildungsinvestitionen in Nürnberg (Kapitel B). Im Anschluss werden die verschiedenen Bildungsbereiche entlang der Bildungsbiographie betrachtet: Frühkindliche Bildung (Kapitel C), Allgemeinbildende Schulen (Kapitel D), Berufliche Bildung (Kapitel E), Hochschulen (Kapitel F), Berufsbezogene Weiterbildung (Kapitel G) und Non-formale Bildung (Kapitel H). Ziel ist es, ein möglichst umfassendes Bild der Nürnberger Bildungspraxis zu zeichnen, ohne dabei einen Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben. Im Querschnittskapitel I werden alle Befunde und Handlungsempfehlungen zum Thema Inklusion im Bildungsbereich zusammengefasst.
Neben der Darstellung bildungspolitisch relevanter Befunde im bekannten Datenblattformat ist es das Anliegen der Bildungsberichterstattung, Entwicklungen nicht nur zu beschreiben und Befunde zu interpretieren, sondern in den jeweiligen Schlusskapiteln auch Handlungsoptionen für identifizierte Probleme aufzuzeigen und Empfehlungen zu formulieren. Damit steht mit dem kommunalen Bildungsbericht seit seiner ersten Ausgabe eine fundierte kleinräumige Datengrundlage für bildungspolitische Entscheidungen zur Verfügung.
Die vorliegende Ausgabe 2025 knüpft direkt an den sechsten Bildungsbericht an, der dem Nürnberger Stadtrat im Dezember 2022, also in der Nachphase der Corona-Pandemie, vorgelegt wurde.
Die mit der Pandemie verbundenen gravierenden Einschränkungen haben das Bildungsgeschehen in allen Bereichen tiefgreifend beeinflusst. Der vorliegende Bericht beleuchtet diese Auswirkungen vor allem in quantitativer Hinsicht und zeigt auf, wie sich die “Rückkehr zur Normalität” in Nürnberg entwickelt hat – soweit es die verfügbare Datenbasis zulässt. Eine vertiefte qualitative Analyse der Pandemiefolgen, insbesondere für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, ist eine kontinuierliche Aufgabe für die kommenden Jahre.
Ein weiteres Ereignis, das das Bildungsgeschehen in Nürnberg maßgeblich beeinflusst hat, ist der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine und die damit verbundenen Fluchtbewegungen. Seit März 2022 haben in Nürnberg über 8.000 Geflüchtete aus der Ukraine Schutz gefunden, darunter mehr als 1.000 Kinder unter 6 Jaren und über 3.000 Kinder und Jugendliche in den schulrelevanten Altersjahrgängen von 6 bis 18 Jahren. Zahlreiche Kinder wurden in frühkindliche Bildungseinrichtungen aufgenommen, vielfältige non-formale Bildungsangebote wurden eigens geschaffen. Zur Unterstützung der schulischen Integration geflüchteter Kinder und Jugendlicher wurden zunächst pädagogische Willkommensgruppen, anschließend Brückenklassen und schließlich Deutschklassen eingerichtet, die je nach Schulart unterschiedlich ausgestaltet waren. Auch für die sprachliche und berufliche Integration Erwachsener wurden erhebliche Bildungsanstrengungen unternommen. Wie bereits bei früheren Herausforderungen und Krisensituationen hat sich das Nürnberger Bildungssystem dabei als gemeinschaftsorientiert, flexibel und anpassungsfähig gezeigt. Das bürgerschaftliche Engagement spielte bei der Bewältigung der mit der jüngsten Fluchtzuwanderung einhergehenden Herausforderungen einmal mehr eine herausragende Rolle.
Die Ergebnisse der internationalen PISA-Studie 2022 wurden im Dezember 2023 veröffentlicht. Im Mittelpunkt steht ein internationaler Leistungstest, bei dem die Kompetenzen 15-jähriger Schülerinnen und Schüler in den Bereichen Mathematik, Naturwissenschaften und Lesen erfasst und verglichen werden. Die Auswertung zeigte für Deutschland einen deutlichen Kompetenzrückgang in allen drei Bereichen gegenüber 2018: Während die Leistungen in Mathematik und Lesen nunmehr dem OECD-Durchschnitt entsprachen, erreichten die Schülerinnen und Schüler in Deutschland lediglich in den Naturwissenschaften noch überdurchschnittliche Werte. Dieser Rückgang wird zum Teil auf die Corona-Pandemie zurückgeführt, ein Leistungsrückgang zeichnete sich jedoch bereits zuvor ab.
Ein weiteres zentrales Ergebnis der PISA-Studie betrifft die herkunftsbezogenen Unterschiede im Kompetenzerwerb: In Deutschland sind diese im internationalen Vergleich weiterhin besonders stark ausgeprägt. Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit gezielter Maßnahmen zur Förderung der Chancengerechtigkeit im Bildungssystem.
Mit dem seit 2024 umgesetzten Startchancen-Programm von Bund und Ländern reagiert die Bildungspolitik auf die dokumentierten Herausforderungen. Mit einem Gesamtvolumen von 20 Milliarden Euro und einer Laufzeit von 10 Jahren sollen bundesweit rund 4 000 Schulen gefördert werden, wobei der Fokus besonders auf Grundschulen liegt. Nach einem Sozialindex wurden in Nürnberg 57 Schulen in das Programm aufgenommen. Durch Investitionen in die Lernumgebung, ein frei verfügbares Chancenbudget zur Schulentwicklung und den Ausbau multiprofessioneller Teams zur individuellen Förderung der Schülerinnen und Schüler sollen Schulen in sozial angespannten Quartieren gefördert werden.
Um insbesondere Kinder mit nichtdeutscher Familiensprache frühzeitig zu unterstützen, wurden in Bayern im Jahr 2025 erstmals verpflichtende Sprachstandserhebungen eineinhalb Jahre vor der Einschulung eingeführt. Wird dabei ein Förderbedarf festgestellt, ist der Besuch einer staatlich geförderten Kindertageseinrichtung mit integriertem Vorkurs Deutsch verpflichtend, um den altersgerechten Erwerb deutscher Sprachkenntnisse sicherzustellen.
Ab dem Schuljahr 2026/27 gilt bundesweit ein gestufter Rechtsanspruch auf ganztägige Betreuung für Kinder im Grundschulalter. Ziel ist es, die Bildungs- und Teilhabechancen von Grundschulkindern zu verbessern und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu stärken. Die Umsetzung dieses Rechtsanspruchs ist für Nürnberg als wachsende Stadt eine große Herausforderung, die Schule und Jugendhilfe gemeinsam mit externen Partnern und Trägern im engen Verbund angehen.
Ein besonderes Augenmerk des siebten Bildungsberichts liegt auf der Inklusion von Menschen mit Behinderungen in das reguläre Bildungssystem (Kapitel I). Die Auszeichnung der Stadt mit dem zweiten Preis und dem Sonderpreis für inklusive Sportinfrastruktur beim Access City Award 2025 hat gezeigt, dass die Stadt Nürnberg in der Inklusion deutliche Fortschritte macht. Im Nürnberger Bildungsgeschehen zeigen sich entsprechend zahlreiche neue Ansätze und Impulse für mehr Inklusion. Dazu zählen der Fachdienst Inklusion des Jugendamts, das die inklusive Bildung und Betreuung in Kindertageseinrichtungen stärkt, sowie die „Werkstatt Lernen“ des Instituts für Pädagogik und Schulpsychologie (IPSN), die Lehrkräfte bei der Entwicklung einer inklusiven Lernkultur in heterogenen Gruppen unterstützt.
Weitere Vielfaltsdimensionen wie Migrationshintergrund und Geschlecht, aber auch die soziale Lage werden – soweit es die Datenlage zulässt – in den jeweiligen Fachkapiteln mitbetrachtet.
Nach der Wahl zum 21. Deutschen Bundestag am 23. Februar 2025 unterzeichneten die Regierungsparteien CDU/CSU und SPD am 5. Mai 2025 den Koalitionsvertrag. Darin setzen sich die Koalitionspartner in der Bildungspolitik für mehr Chancengerechtigkeit, Digitalisierung und frühkindliche Förderung ein. Zentrale Vorhaben sind der Ausbau des Startchancen-Programms, eine Neuauflage des DigitalPakts Schule, die Stärkung der Sprachförderung und der Kitas sowie eine engere Zusammenarbeit von Bund, Ländern und Kommunen, um die Bildungs-, Betreuungs- und Teilhabechancen zu verbessern.
Auch dem 7. Bildungsbericht liegt ein weit gefasstes Verständnis von Bildung zu Grunde. Die Entfaltung des eigenen Potentials, ein selbstbestimmtes Leben in Eigenverantwortung und die gleichberechtigte gesellschaftliche Teilhabe sind die Zielsetzung von Bildung. Sie befähigt zum kritischen und differenzierten Denken und ist damit grundlegend für das Funktionieren unserer Demokratie.
Allen, die zur Erstellung des siebten Nürnberger Bildungsberichts beigetragen haben, sei herzlich gedankt: der Bürgermeisterin, den Referentinnen und Referenten sowie allen Kolleginnen und Kollegen der Stadtverwaltung – insbesondere der Geschäftsbereiche der Bürgermeisterin, im Referat für Schule und Sport, im Referat für Jugend, Familie und Soziales, im Wirtschafts- und Wissenschaftsreferat sowie im Amt für Stadtforschung und Statistik für Nürnberg und Fürth. Ebenfalls herzlich gedankt sei dem Staatlichen Schulamt und den Ministerialbeauftragten, Arbeitsagentur und Jobcenter, Hochschulen, Kammern und Bildungsdienstleistern, Kultureinrichtungen, Jugendorganisationen, Wohlfahrtsverbänden und vielen mehr. Auskünfte und Daten haben auch die Regierung von Mittelfranken, der Statistik-Service der Bundesagentur für Arbeit, das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, das Bayerische Landesamt für Statistik und das Statistische Bundesamt beigetragen.
Der Dank gilt gleichermaßen allen Leserinnen und Lesern für ihr Interesse am Bildungsgeschehen in Nürnberg. Idealerweise sind im Bericht enthaltene Informationen geeignet, den Grundstein für bildungspolitische Impulse und Entscheidungen zu legen.
Bewährtes und Neuerungen:
Der Bildungsbericht bietet verlässliche und umfassende Analysen zum Bildungsgeschehen in Nürnberg.
Er ist nach Bildungsbereichen gegliedert und umfasst acht Fachkapitel, in denen die zentralen Kennzahlen und Indikatoren in der bisherigen Reihenfolge dargestellt werden. Am Ende jedes Kapitels findet sich eine Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse und Handlungsempfehlungen.
Die digitale Ausgabe dient – ebenso wie die Printversion – als Nachschlagewerk und Informationsquelle für Entscheidungsträger/-innen, den Stadtrat, die Verwaltung sowie alle Personen, die im Bildungsbereich tätig sind oder sich dafür interessieren.
Nach der Veröffentlichung im Dezember 2025 bleibt der Bericht in dieser Form abrufbar. Alle Inhalte können dauerhaft verlässlich zitiert werden.
Die neuen digitalen Funktionen im Überblick:
Einfaches Navigieren über das Menü

Einfaches Versenden von Textstellen, Datenblättern und Kapiteln

Download von Abbildungen und Datentabellen

Definitionen und Erklärungen mit einem Klick

Querverweise und Fußnoten per Sprungmarke einfach erreichen


Barriereärmer und einfacher zugänglich:
auch Grafiken mit Screenreader (vor)lesbar
alle Befehle auch mit Tastatur bedienbar
durch verbesserte Kontraste deutlicher
alle Kapitel-Zusammenfassungen und Empfehlungen in Einfacher Sprache übersetzt (zur Einfachen Sprache)
Kurzzusammenfassung in (geprüfter) leichter Sprache (zur leichten Sprache)
Förderhinweis
Das Projekt „Bildungskommune Nürnberg“ wird im Rahmen des Programms „Bildungskommunen“ durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend und die Europäische Union über den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) gefördert.
