
| Finanzierung | Schuljahr | Schuljahr | Schuljahr |
|---|---|---|---|
| mit städtischer (Mit-) Finanzierung | 2022/23 | 2023/24 | 2024/25 (laufend) |
| SCHLAU (Abgangsklassen) | 440 | 440 | 440 |
| SCHLAU (Vorabgangsklassen) | 225 | 225 | 225 |
| QUAPO | 123 | 164 | 171 |
| QUAPO – davon: im Förderunterricht | 110 | 156 | 159 |
| QUAPO – davon: in Berufsorientierung | 112 | 149 | 148 |
| ohne städtische Finanzierung | 2022/23 | 2023/24 | 2024/25 (laufend) |
| BOM: "Talente entdecken" | 440 | 130 | 130 |
| BOM: "Talente fördern" | 474 | 0 | 0 |
| Berufseinstiegsberatung (BerEB) | 222 | 222 | 221 |
<figcaption>Daten zu Tabelle E 5.4: Teilnehmer/-innen an anschlussorientierten Maßnahmen im Übergang, Schuljahre 2022/23 bis 2024/25</figcaption>
Stadt Nürnberg, Amt für Berufliche Schulen/SCHLAU; Noris-Arbeit gGmbH; Staatliches Schulamt in der Stadt Nürnberg.
Stand für das Schuljahr 2024/25: April 2025; QUAPO ab Halbjahr jeweils ohne 8. Jahrgangsstufe.
Die Stadt Nürnberg nimmt ihre Verantwortung für die Unterstützung gelingender Bildungs- und Erwerbsbiographien wahr, indem sie Angebote des Übergangsmanagements mit städtischen Haushaltsmitteln unterstützt und Zuschüsse in unterschiedlicher Größenordnung zur Durchführung der Maßnahmen leistet.
Das städtische Angebot SCHLAU – Übergangsmanagement begleitet Schülerinnen und Schüler der Vorentlass- und Entlassklassen aus Mittelschulen im Übergang zur Ausbildung. Seit 2021/22 werden Schülerinnen und Schüler bereits in der Vorentlassklasse (in der Regel in Jahrgangsstufe 8) in Gruppenworkshops und zusätzlichen Einzelcoachings auf die Phase des Übergangs vorbereitet. Der Fokus liegt dabei insbesondere auf der systematischen Vor- und Nachbereitung der Schulpraktika. Seit dem Schuljahr 2022/23 stehen hierfür 225 Plätze zur Verfügung.
SCHLAU für Abgangsklassen unterstützt Mittelschülerinnen und Mittelschüler der Regelklassen aus der 9. Jahrgangsstufe sowie bis zu 146 Teilnehmende aus M10- und V2-Klassen bei der konkreten Planung und Umsetzung von Berufswegen. Schülerinnen und Schüler, die die Möglichkeit haben, an SCHLAU über den Zeitraum von 2 Schuljahren teilzunehmen, profitieren dabei besonders nachhaltig.223
Die SCHLAU-Angebote gehören ebenfalls zu den BO-Modulen, die durch die Agentur für Arbeit und das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus finanziert werden. Die Vergabe erfolgt über ein öffentliches Ausschreibungsverfahren des Regionalen Einkaufszentrums der Bundesagentur für Arbeit. Die Übergangsquoten der SCHLAU-Teilnehmenden (Abgangsklassen) lagen nach einem leichten pandemiebedingten Rückgang im Schuljahr 2020/21 in den letzten Schuljahren wieder auf einem hohen Niveau: 2023/24 konnten 39,5 % der 440 Teilnehmenden eine betriebliche Ausbildung beginnen und weitere 16,2 % eine vollschulische Ausbildung anschließen.
Für das Schuljahr 2025/26 hat SCHLAU e.V. den Zuschlag für das neue BO-Modul KomBO (E 5.1) mit 300 Plätzen für die jahrgangsübergreifende Arbeit sowie mit weiteren 420 Plätzen für Teilnehmende aus Entlassklassen erhalten. Damit wurde die zentrale Stellung der Angebote von SCHLAU im Unterstützungssystem für Mittelschülerinnen und Mittelschüler im Übergang gefestigt und dem Wunsch der Schulen nach verlässlichen Strukturen und personeller Kontinuität Rechnung getragen.
Das Angebot QUAPO, das von der Noris-Arbeit (NOA) gGmbH durchgeführt und aus städtischen Mitteln finanziert wird, ergänzt das Berufsorientierungsangebot der Schulen um Förderunterricht und individuelle Berufsorientierung. Es richtet sich an Schülerinnen und Schüler ab der 8. Jahrgangsstufe, die zusätzliche Unterstützung benötigen, um den (qualifizierenden) Mittelschulabschluss zu erreichen.
Im Schuljahr 2023/24 hat QUAPO insgesamt 164 Schülerinnen und Schüler an 13 Nürnberger Mittelschulen begleitet. 156 von ihnen nahmen am Förderunterricht teil, der mittlerweile direkt an den Schulen durchgeführt wird. Dennoch ist die Teilnahme der Schülerinnen und Schüler häufig sehr unregelmäßig. Der Förderunterricht wird in unterschiedlichen Formaten durchgeführt. Besonders bewährt hat sich die parallele Durchführung zum regulären Unterricht und die QUAPO-AG als Angebot im Ganztag. Das Angebot der Durchführung einer Quali-Prüfung zur Probe wurde kaum mehr nachgefragt und daher durch Ferienangebote zur gezielten Prüfungsvorbereitung ersetzt. 149 Schülerinnen und Schüler nahmen das Angebot zur Berufsorientierung in Form von Beratungsgesprächen und Coachings wahr.
Exakt die Hälfte der QUAPO-Teilnehmenden mündete nach dem Schuljahr 2023/24 in eine Ausbildung ein: 39,6 % begannen eine duale Ausbildung und 10,4 % schlossen eine Ausbildung in einer Berufsfachschule an.
Im Schuljahr 2023/24 hatten 78,0 % der QUAPO-Teilnehmenden einen Migrationshintergrund, Deutsch war häufig nicht die Erstsprache. Seit dem 1.4.2025 erweitert das durch den AMIF224 geförderte Projekt „moca – more chances“ die Unterstützung für Schülerinnen und Schüler aus sogenannten Drittstaaten mit erhöhtem Bedarf an Deutsch-Sprachförderung. Die Jugendlichen können durch differenzierten Unterricht gezielter unterstützt und individuell begleitet werden. Das Angebot umfasst unter anderem DaZ-Lernwerkstätten, die den Schülerinnen und Schülern ermöglichen, das für eine Ausbildung notwendige Deutsch-Sprachniveau B2 zu erreichen. Begleitet wird der Kompetenzerwerb durch niedrigschwellige Angebote für Eltern, um sie kultursensibel in ihrer beratenden Rolle zu stärken.
Fachkräfte der städtischen Programme berichten übereinstimmend von Veränderungen bei der Zielgruppe: Zum einen wird die Tendenz zu längerer schulischer Ausbildung beobachtet. So setzten 21,2 % der SCHLAU- und 36,0 % der QUAPO-Teilnehmenden ihren Weg an einer weiterführenden Schule fort. Zum anderen wird ein „sprunghafter Anstieg“ psychischer und psychosomatischer Erkrankungen/Beeinträchtigungen bei den Jugendlichen beschrieben, der die häufig ohnehin vorhandenen multiplen Problemlagen noch verschärft und die Beratung vor große Herausforderungen stellt.225 Dadurch wächst die Bedeutung einer vertrauensvollen Beziehung zwischen den Jugendlichen und ihrer Begleitperson im Übergangsprozess weiter. Um dieser Aufgabe gerecht zu werden, werden Fortbildungsangebote (z. B. zum Umgang von Jugendlichen mit traumatischen Belastungen) und der interprofessioneller Austausch im Akteursnetzwerk als besonders wichtig erachtet.
- 223 Stadt Nürnberg, Referat für Schule und Sport/SCHLAU (2024): Sachverhalt 035/2024 zum Schulausschuss, 28.11.2024.
- 224 Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds (AMIF) des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge.
- 225 SCHLAU: Tätigkeitsbericht für das Schuljahr 2023/2024, www.nuernberg.de/imperia/md/schlau/dokumente/veroeffentlichungen/eva_web_2024.pdf, letzter Zugriff: 12.11.2025.