13.5 Memorium Nürnberger Prozesse

Das Memorium Nürnberger Prozesse informiert am historischen Ort über das Gerichtsverfahren vor dem Internationalen Militärgerichtshof, in dem sich führende Vertreter des nationalsozialistischen Regimes nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges verantworten mussten. Auch die von 1946 bis 1949 durchgeführten Nachfolgeprozesse werden im Rahmen der Dauerausstellung thematisiert. Die Nürnberger Prozesse gelten nicht nur als ein bedeutender Schritt in der juristischen Aufarbeitung der Naziverbrechen, sondern auch als Geburtsstunde des modernen Völkerstrafrechts.

Aus welchen Herkunftsländern die Besucherinnen und Besucher des Memoriums kamen, zeigt Abbildung H 13.5. Sowohl zu Beginn als auch am Ende des Betrachtungszeitraums stammte knapp ein Viertel des Publikums aus Deutschland (2017: 23,2 %, 2024: 23,5 %). Während der Pandemie-Jahre 2020 und 2021 ging die Anzahl internationaler Gäste stark zurück, sodass 2020 mehr als die Hälfte (51,5 %) der Besucherinnen und Besucher Deutsche waren. Nach der Pandemie stiegen die Besuchszahlen insgesamt deutlich an, im Jahr 2024 wurden 151 347 Gäste gezählt.

Während der Corona-Pandemie wurde ein Konzept für einen Außenrundgang entwickelt, der bis heute in Form einer öffentliche Führung427 angeboten wird. Auch das in dieser Zeit entwickelte digitale Unterrichtsmaterial428 ist weiterhin gefragt.

Das Memorium hat zahlreiche Maßnahmen429 umgesetzt, um das Angebot barrierearm zu gestalten. Dazu gehören spezielle Führungen für blinde und sehbehinderte Menschen, Angebote in leicht verständlicher Sprache und ein Videoguide in Gebärdensprache, aber auch barrierefreie Sitzmöbel und eine induktive Höranlage.430